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Ein effizientes System für europäische wissenschaftliche Veröffentlichungen

European Commission - IP/04/747   15/06/2004

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IP/04/747

Brüssel, den 15. Juni 2004

Ein effizientes System für europäische wissenschaftliche Veröffentlichungen

Heute hat die Kommission eine Studie über die wirtschaftliche und technische Entwicklung der Märkte für wissenschaftliche Veröffentlichungen in Europa in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse sollen 2005 vorliegen. Die Studie soll ermitteln, welche Bedingungen für das optimale Funktionieren der Branche notwendig sind und wie die Kommission zur Erfüllung dieser Bedingungen beitragen kann. Die Studie soll sich über die großen Fragen der derzeitigen öffentlichen Diskussion beugen: die Zukunft der gedruckten wissenschaftlichen Zeitschrift, die Gefahren für den Zugang zur Information durch die Forscher aufgrund der steigenden Preise der Veröffentlichungen, den freien Zugang zu den Forschungsergebnissen für alle und die Notwendigkeit, die Rechte der Verfasser mit den wirtschaftlichen Interessen der Herausgeber zu versöhnen.

„Es ist keinesfalls unwichtig, wie der Markt für wissenschaftliche Veröffentlichungen funktioniert,“ erklärte der europäische Forschungskommissar Philippe Busquin. „Eine wissenschaftliche Veröffentlichung ist nicht nur für die Verbreitung der Forschungsergebnisse entscheidend. Sie dient auch der Bewertung der Qualität der Forscherteams. Wegen unseres Ziels, einen echten europäischen Forschungsraum zu verwirklichen und die europäische Forschung stärker ins Licht zu rücken, müssen wir das System für wissenschaftliche Veröffentlichungen überprüfen.“

Wachsende Dynamik

Die Zukunft der wissenschaftlichen Veröffentlichungen steht seit mehreren Jahren im Zentrum der Diskussionen, die im Oktober 2003 zur Verabschiedung der Berliner Erklärung geführt haben, in der für einen freieren Zugang zum Wissen („open access“) plädiert wird. Weltweit gibt es mehr als 20 000 wissenschaftliche Zeitschriften, und es werden jährlich rund 1,5 Millionen wissenschaftliche Artikel veröffentlicht.

Europa liegt mit 41,3 % aller wissenschaftlichen Veröffentlichungen in Führung, gegenüber 31,4 % für die USA. Aber bei der Zahl der Veröffentlichungen, auf die Bezug genommen wird, hinkt Europa in den meisten Disziplinen hinterher.

Die Entwicklung des Bereichs

Während der letzten Jahre hat die Branche der wissenschaftlichen Veröffentlichungen aufgrund des Einsatzes der neuen Informationstechnologien und der wirtschaftlichen Entwicklungen im Veröffentlichungswesen bedeutende Umwälzungen erfahren.

Heute steht jede fünfte Veröffentlichung online zur Verfügung, und im „Directory of Open Access Journals“ sind mehr als 1000 Titel aufgeführt.

Außerdem sind die Durchschnittspreise der wissenschaftliche Zeitschriften in den letzten zehn Jahren jährlich um beinahe 10 % gestiegen. Dies übertrifft bei weitem das Wachstum des BIP und auch die mittlere Inflationsrate.

Die Kaufkraft der Universitätsbibliotheken nimmt also ab, denn ihre Haushaltsmittel können der Preissteigerung nicht folgen. Jedoch besteht die Möglichkeit der Archivierung und Kommunikation über das Internet.

Beitrag zur Debatte

Die Kommission hat daher beschlossen, diese Studie in Auftrag zu geben, um eine Antwort auf folgende Fragen zu finden:

  • Was hat sich in Europa im Wesentlichen verändert?
  • Wer und was sind die Ursachen für diese Veränderungen, und warum sind sie erfolgt? Wenn bestimmte positive Entwicklungen auf Widerstände stoßen, von wem oder woher kommen diese Widerstände?
  • Was sind die Folgen für die Nutzer (Autoren, Leser, Bibliotheken)?

Die Studie soll also aufzeigen, welche Maßnahmen auf europäischer Ebene zur Verbesserung der Bedingungen für den Zugang, den Austausch, die Verbreitung und die Archivierung wissenschaftlicher Veröffentlichungen beitragen und dabei einen hohen Grad an Qualität, Vielfalt und Schutz der Rechte der Verfasser gewährleisten können.
Weitere Informationen über die Berliner Erklärung und den „open access“:

http://www.zim.mpg.de/openaccess-berlin/signatories.html


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