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IP/04/487

Brüssel, den 15. April 2004

TRACES: Kommission führt neues System zur Verwaltung von Tierverbringungen und zur Verhinderung der Ausbreitung von Tierseuchen ein

Die Europäische Kommission hat soeben ein neues EDV-System TRACES eingeführt, mit dem die Verwaltung von Tierverbringungen sowohl von außerhalb der EU kommend als auch innerhalb der EU verbessert werden soll. Mit TRACES werden bestehende Systeme konsolidiert und vereinfacht und weitere Werkzeuge für die Handhabung von Tierseuchenausbrüchen geschaffen. Alle mit dem Tierhandel befassten Akteure Behörden wie Wirtschaftsunternehmen werden von diesem modernen, webbasierten System der ersten EU-weiten Anwendung elektronischer Behördendienste im Bereich der Lebensmittelsicherheit profitieren.

Dazu David Byrne, für Gesundheit und Verbraucherschutz zuständiger Kommissar: „Die neue Datenbank TRACES wird die Verfolgung der in der EU täglich beförderten 50 000 Tiere erleichtern. Dies ist eine bedeutende Neuerung, die im Fall eines Tierseuchenausbruchs, wie z. B. der Maul- und Klauenseuche, hilfreich sein kann. Mit der neuen Datenbank wird der Verwaltungsaufwand sowohl bei den Wirtschaftsunternehmern als auch bei den zuständigen Behörden reduziert. Beispielsweise kann die Verbringung einer Sendung Tiere von Spanien über Frankreich nach Italien mit Hilfe von TRACES mit nur einem elektronischen Formular anstatt mit den bisher erforderlichen getrennten Systemen und Papieren vorgenommen werden."

Mit TRACES (TRAde Control and Expert System) wird eine einzige zentrale Datenbank eingerichtet, mit deren Hilfe die Tierverbringungen und bestimmte Arten von Erzeugnissen sowohl innerhalb der EU als auch von außerhalb der EU kommend verfolgt werden, und zwar mit nachstehender Zielsetzung:

    Verbesserung der Menge und Qualität an Informationen zur Verfolgung von Tierverbringungen;

    Verbesserung des Informationsaustauschs unter nationalen und EU-Behörden;

Einrichtung eines Systems elektronischer Veterinärbescheinigungen, das den Handelsbeteiligten ermöglicht, die entsprechenden Angaben online zu machen;

    Verwaltung von Listen der Betriebe in Nicht-EU-Staaten, die Erzeugnisse tierischen Ursprungs in die EU ausführen dürfen;

    Verwaltung der an den EU-Grenzen zurückgewiesenen Sendungen;

    Möglichkeit zielgerichteter Kontrollen der Gesundheit von Mensch und Tier sowie des Tierschutzes, einschließlich der Überprüfung, ob die Vorschriften über den Tiertransport eingehalten werden;

    Zentralisierung der Risikobewertungen möglicher Seuchenausbrüche;

    Vermeidung sprachbedingter Schwierigkeiten durch bessere Zugänglichkeit von Informationen aus anderen Ländern;

    Integration aller beteiligten Nutzer durch die Schaffung eines Arbeitsablaufs für den Austausch von Unterlagen zwischen Wirtschaftsunternehmern und zuständigen Behörden.

Bei einem Seuchenausbruch ist es sehr wichtig, die Verbringung aller möglicherweise betroffenen Tiere zurückverfolgen zu können, so dass rasch Maßnahmen zur Verhinderung einer weiteren Ausbreitung der Seuche getroffen werden können. Einen neuen Anstoß erhielten die Bemühungen zur Verbesserung der elektronischen Systeme zur Verfolgung von Tierverbringungen infolge der Ausbrüche der klassischen Schweinepest 1997 und der Maul- und Klauenseuche 2001.

TRACES wird mehrere bestehende getrennte Systeme ersetzen (siehe unten „Hintergrund"). Dadurch wird Doppelarbeit bei der Erhebung von Daten vermieden und die Verfolgung von Tierverbringungen sowohl innerhalb als auch von außerhalb der EU kommend einfacher und effizienter gestaltet. Die Einrichtung einer einzigen Datenbank, deren Kosten sich auf 2,2 Mio € belaufen, wird auch die Maßnahmen bei einem Tierseuchenausbruch erleichtern.

TRACES soll direkt von den Wirtschaftsunternehmern unter Aufsicht der zuständigen Veterinärbehörden verwendet werden, so dass die entsprechenden Informationen leicht mit den Zollbehörden gemeinsam genutzt werden können.

TRACES wird ab 1. April 2004 eingeführt, wobei Mitgliedstaaten, die zu diesem Zeitpunkt noch nicht darauf vorbereitet sind, bis 31. Dezember 2004 weiterhin das alte System (ANIMO) verwenden können. Österreich, Italien, Frankreich, Belgien, Luxemburg und Finnland werden das System ab 1. April verwenden, die übrigen Mitgliedstaaten werden nach und nach dazu stoßen.

Wie funktioniert das in der Praxis?

Handel innerhalb der EU Beispiel: Eine Sendung von Rindern aus Spanien wird über Frankreich nach Italien verbracht. Durch die Eintragung in TRACES kann der Händler alle erforderlichen Angaben online machen und dieses elektronische Formular der zuständigen spanischen Behörde übermitteln. Das elektronische Formular wird kontrolliert, und wenn die Tiere den entsprechenden Anforderungen genügen, wird das Formular validiert. Nach der Validierung werden die Informationen über TRACES an die zuständige Stelle des Bestimmungsorts, an die zentrale zuständige Behörde in Frankreich und an alle Aufenthaltsorte übermittelt, so dass Kontrollen unterwegs und am endgültigen Bestimmungsort durchgeführt werden können. Im Fall eines Seuchenausbruchs kann die Sendung somit leicht rück- und weiterverfolgt werden.

Einfuhr von Erzeugnissen von außerhalb der EU: Beispiel: Eine Sendung trifft in Antwerpen ein. Durch die Registrierung in TRACES kann der Sachbearbeiter an der Grenzkontrollstelle Teil I des gemeinsamen Veterinärdokuments für die Einfuhr (GVDE) ausfüllen und die Einzelheiten zur Sendung eintragen. Im Anschluss an die Kontrolle der Erzeugnisse kann die Veterinärbehörde an der Grenzkontrollstelle die Einfuhr zulassen oder verweigern. Bei Zulassung wird das GVDE der zuständigen Behörde am Bestimmungsort übermittelt. Wird die Sendung jedoch zurückgewiesen, werden alle Grenzkontrollstellen der EU durch TRACES darüber informiert.

HINTERGRUND

TRACES wird mehrere bestehende getrennte Systeme, nämlich ANIMO und SHIFT, ersetzen. ANIMO wurde eingeführt, um die Verbringungen lebender Tiere zu verfolgen und Informationen unter nationalen und EU-Behörden auszutauschen. Zur Verbesserung der Gesundheitssicherheit bei Einfuhren von Tieren und Erzeugnissen von außerhalb der EU wurde das Informationssystem SHIFT entwickelt. Dieses umfasste zwei weitere Systeme das LMS-System zur Verwaltung von Listen von Betrieben, aus denen Ausfuhren in die EU zugelassen sind, und das RCS-System zur Verwaltung von an den EU-Grenzen zurückgewiesenen Sendungen. Die Ersetzung dieser getrennten Systeme durch ein einziges TRACES-System wird Doppelarbeit bei der Erhebung von Daten vermeiden und die Verfolgung von Tierverbringungen einfacher und effizienter gestalten.


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