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IP/04/1201

Brüssel, den 11. Oktober 2004

Kommission will mit neuen Vorschriften über Zusatzstoffe den Gehalt an Nitrat und Nitrit in Lebensmitteln senken

Heute genehmigte die Europäische Kommission einen Vorschlag zur Änderung der Richtlinie 95/2/EG über andere Lebensmittelzusatzstoffe als Farbstoffe und Süßungsmittel. Angestrebt wird die Senkung des zulässigen Gehalts an Nitraten und Nitriten in Fleischerzeugnissen, das Verbot von Gel bildenden Lebensmittelzusatzstoffen, wie sie für Gelee-Süßwaren in Mini-Bechern verwendet werden, das Verbot bestimmter Parabene (E216 and E217) und die Zulassung von vier neuen Zusatzstoffen.

David Byrne, Kommissar für Gesundheit und Verbraucherschutz erklärte: “Wir passen unsere Vorschriften laufend an die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse an. So möchten wir etwa mit unserem Vorschlag erreichen, dass in Fleischerzeugnissen weniger Nitrite und Nitrate verwendet werden, ohne dass deren Sicherheit beeinträchtigt wird. Dazu hat die Kommission die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit um eine aktuelle wissenschaftliche Einschätzung gebeten. Solche Nachbesserungen sind meines Erachtens entscheidend für das Vertrauen der Verbraucher.”

Mit Nitraten und Nitriten werden Fleischerzeugnisse wie Räucher- und Pökelwaren für den Herstellungsprozess haltbar gemacht und vor der Kontamination mit Bakterien wie C. botulinum geschützt. Nitrite werden in Fleischerzeugnissen allerdings in Nitrosamine umgewandelt. Die Kommission möchte den Nitrosamingehalt so niedrig wie möglich halten. Mit der vorgeschlagenen Änderung wird die zulässige Menge an Nitraten und Nitriten als Zusatzstoffe in Lebensmitteln daher so weit wie möglich gesenkt, ohne dass die mikrobiologische Sicherheit von Lebensmitteln gefährdet ist. Die Kommission hatte die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EBLS) um ein Gutachten über die sichere Verwendung von Nitraten und Nitriten gebeten, bevor sie die heute genehmigten Änderungen vorschlug.

Gelee-Süßwaren in Minibechern (Jelly Mini-Cups) sind in Einzelportionen vorverpackte Süßwaren, die vor allem für Kinder bestimmt sind. Wegen ihrer Konsistenz, Form und Größe geht von ihnen eine Erstickungsgefahr aus. Im April dieses Jahres genehmigte die Europäische Kommission eine Entscheidung, die unmittelbar in Kraft trat und mit der das Inverkehrbringen von Jelly Mini-Cups, welche bestimmte aus Algen und/oder bestimmten Gummis gewonnene Lebensmittelzusatzstoffe enthalten, in der EU ausgesetzt wurde. Mit dem heutigen Vorschlag wird diese Aussetzung endgültig, indem die Zulassung Gel bildender Zusatzstoffe in Jelly Mini-Cups aufgehoben wird.

Die Kommission und die EBLS haben auch die Bedingungen für die Verwendung von E214-219 p-Hydroxybenzoaten (Parabene) und deren Natriumsalzen überprüft. Für Propylparaben konnte die EBLS keine annehmbare tägliche Aufnahmemenge (ADI) empfehlen, da kein eindeutiger Schwellenwert ohne beobachtete schädliche Wirkung (NOAEL) vorliegt.

Die Kommission schlägt daher vor, die Zulassung für die Verwendung dieses Parabens (E216) und seines Natriumsalzes (E217) aufzuheben; für die übrigen Parabene ändert sich nichts.

Mit der Änderung der Richtlinie 95/2/EG werden auch vier neue Lebensmittelzusatzstoffe zur Verwendung vorgeschlagen. Es handelt sich um Ethylcellulose, Erythritol, 4-Hexylresorcinol and Sojabohnen-Polyose.

Die nächsten Schritte

Der Vorschlag wird jetzt im Rahmen des Mitentscheidungsverfahrens zur Verabschiedung an den Rat und an das Europäische Parlament überwiesen.

Weitere Informationen

Siehe IP/04/479 vom April 2004 über frühere Maßnahmen der EU bei Jelly Mini-Cups, IP/02/435 vom März 2002 über „Konjac“ in Jelly Mini-Cups, IP/02/289 vom 21. Februar 2002 über das EU-Lebensmittelrecht sowie die Website der GD Gesundheit und Verbraucherschutz:

http://ec.europa.eu/food/food/chemicalsafety/additives/index_en.htm


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