Navigation path

Left navigation

Additional tools

Loyola de Palacio begrüßt Votum des Europäischen Parlaments zu Fluggastrechten: wesentlich höhere Ausgleichszahlungen bei Überbuchung und Annullierung von Flügen

European Commission - IP/03/944   03/07/2003

Other available languages: EN FR ES

IP/03/944

Brüssel, den 3. Juli 2003

Loyola de Palacio begrüßt Votum des Europäischen Parlaments zu Fluggastrechten: wesentlich höhere Ausgleichszahlungen bei Überbuchung und Annullierung von Flügen

Loyola de Palacio, Vizepräsidentin und für Energie und Verkehr zuständiges Mitglied der Kommission, hat das heutige Votum des Europäischen Parlaments über den Verordnungsvorschlag zum Schutz der Fluggäste bei Überbuchung, Streichung oder starker Verspätung von Flügen begrüßt. „Das heutige Votum ist ein weiterer Fortschritt, mit dem höhere Ausgleichsbeträge, die Ausweitung auf Pauschalreisen und die Einführung von Ausgleichszahlungen bei Verspätungen verbunden sind. Dies ist ein wichtiger Tag bei unserem gemeinsamen Bemühen, den europäischen Bürger in den Mittelpunkt der Politik der EU zu stellen“, kommentierte sie. „Die Unterstützung, die diesen Vorschlägen der Europäischen Kommission zuteil geworden ist, wird die Fluggastrechte deutlich stärken, und ich bin zuversichtlich, dass das Europäische Parlament und der Rat sich in kurzer Zeit in dieser wichtigen Angelegenheit abschließend einigen werden.

Rund eine Viertel Million Fluggäste erleben alljährlich eine böse Überraschung, wenn sie am Check-in-Schalter für ihren Flug auf einem EU-Flughafen erscheinen. Sie haben ein Flugticket erworben und einen Platz reserviert. Dann erklärt ihnen die Fluggesellschaft, dass ihr Flug überbucht sei und sie einen späteren nehmen müssten. Für die Fluggäste bedeutet das große Unannehmlichkeiten und Zeitverluste. Eine ebenso böse Überraschung sind Annullierungen ohne Vorankündigung und Verspätungen, bei denen die Fluggäste stundenlang auf einem Flughafen festsitzen.

Der heute vom Europäischen Parlament gutgeheißene Text wird die geltende Verordnung aus dem Jahr 1991 ersetzen. Die bisherige Verordnung hält die Fluggesellschaften nicht wirksam genug davon ab, gebuchte Fluggäste nicht zu befördern. Sie gilt nicht bei Annullierungen aus wirtschaftlichen Gründen oder bei starken Verspätungen, ebenso wenig für Charterflüge von Reiseveranstaltern. Dies wird sich mit der neuen Verordnung grundlegend ändern.

Die neue Verordnung wird, nachdem das Europäische Parlament und der Rat ihr in einigen Monaten endgültig zugestimmt haben, die Fluggäste durch vier wesentliche Maßnahmen rundherum wirksam schützen.

Ausdehnung der Fluggastrechte auf Flüge aller Art

Die geltende Verordnung beschränkt sich auf Linienflüge, d.h. auf etwa die Hälfte des Marktes. Die neue Verordnung wird den gesamten Markt erfassen, d.h. Linien- und Nichtlinienflüge (einschließlich der Flüge im Rahmen einer Pauschalreise).

Reduzierung der Nichtbeförderung

Die neue Verordnung wird die Fälle, in denen Fluggäste gegen ihren Willen nicht befördert werden, erheblich reduzieren, und zwar durch Kombination zweier Maßnahmen:

  • Erstens werden Fluggesellschaften und Reiseveranstalter, wenn sie voraussichtlich Fluggäste abweisen müssen, verpflichtet sein, bevor sie irgend etwas anderes unternehmen, nach Freiwilligen zu suchen, die bei bestimmten Gegenleistungen von ihrer Buchung zurücktreten. Mit diesen müssen sie sich dann über die Bedingungen einigen. Nur wenn sich nicht genügend Freiwillige finden, ist es ihnen gestattet, Fluggäste gegen ihren Willen nicht zu befördern.

  • Zweitens müssen alle Fluggesellschaften und Reiseveranstalter, die Fluggäste nicht befördern, diesen einen abschreckend hohen Ausgleich zahlen.

    • € 250 bei Flügen unter 1500 km

    • € 400 bei Flügen zwischen 1500 und 3500 km

    • € 600 bei Flügen ab 3500 km

Diese Beträge werden innerhalb von vier Jahren überprüft.

Dies schafft einen starken Anreiz für die Suche nach Freiwilligen und ist ein wirksames Mittel, das vor einer Nichtbeförderung zurückschrecken lässt. Dank der Freiwilligenregelung treten in den USA die meisten überbuchten Fluggäste freiwillig zurück, sodass nur wenigen die Beförderung versagt werden muss.

Neben dem finanziellen Ausgleich haben nicht beförderte Fluggäste auch weiterhin Anspruch auf:

  • die Wahl zwischen dem nächsterreichbaren Flug und der Erstattung ihres Flugscheins, falls sich ihre Reise aufgrund der Verspätung erübrigt, sowie

  • Versorgung, während sie auf einen späteren Flug warten (Erfrischungen, Mahlzeiten, Unterbringung).

Auch Freiwillige werden zwischen einem alternativen Flug und der Erstattung ihres Tickets wählen können.

Verringerung der Unannehmlichkeiten bei Annullierungen

Wenn Fluggesellschaften oder Reiseveranstalter Flüge streichen und für die Annullierung verantwortlich sind (also nicht unter außergewöhnlichen Umständen), haben die Fluggäste Anspruch auf einen finanziellen Ausgleich in derselben Höhe wie bei Nichtbeförderung (welche die Annullierung eines Flugs ja auch in extremer Form darstellt). Die Verpflichtung zum Ausgleich besteht nur dann nicht, wenn die Fluggäste zwei Wochen vor dem flugplanmäßigen Abflug informiert werden oder sie rechtzeitig informiert und auf eine andere Flugverbindung zu einer Zeit, die sehr nahe an der planmäßigen Abflugzeit des ursprünglichen Flugs liegt, umgebucht werden.

Neben dem finanziellen Ausgleich haben diese Fluggäste Anspruch auf

  • die Wahl zwischen dem nächsterreichbaren Flug und der Erstattung ihres Flugscheins,

  • Versorgung, während sie auf einen späteren Flug warten.

Hilfe für Fluggäste bei großen Verspätungen

Bei den sich häufenden Verspätungen auf EU-Flughäfen kann es nicht hingenommen werden, dass Fluggäste stundenlang festsitzen, ohne dass sich jemand um sie kümmert. Nach der neuen Verordnung besteht eine Verpflichtung, die von starken Verspätungen betroffenen Fluggäste zu versorgen (Erfrischungen, Mahlzeiten, Hotelunterbringung), die außerdem wählen können zwischen einem möglichst baldigen alternativen Flug und der Erstattung ihres Tickets. Außerdem werden die Fluggesellschaften verpflichtet sein, sich um Fluggäste mit besonderen Bedürfnissen zu kümmern, also unter anderem um in ihrer Bewegungsfähigkeit eingeschränkte Personen oder unbegleitet reisende Kinder. Andererseits ist bei normalen Verspätungen kein Ausgleich vorgesehen, da es nicht angemessen wäre, die Fluggesellschaften zu verpflichten, alle von einer Verspätung betroffenen Fluggäste zu versorgen - auch wenn viele dies tun -, da sie nicht für alle Verspätungen verantwortlich sind.

Die neue Verordnung wird für Fluggäste gelten,

  • die von einem Flughafen im Hoheitsgebiet eines Mitgliedstaats reisen,

  • sowie für Fluggäste, die von einem Flughafen in einem Drittland zu einem Flughafen in einem Mitgliedstaat fliegen, sofern sie in diesem Drittland nicht bereits Leistungen oder einen Ausgleich erhalten haben und versorgt wurden, falls die den Flug durchführende Gesellschaft ein Luftfahrtunternehmen der Gemeinschaft ist.

Die neue Verordnung betrifft alle Flüge, sodass die bisherigen Rechte, die nur auf Linienflügen galten, auch auf Charter- und Pauschalreiseflüge ausgedehnt werden (im letzteren Fall betrifft dies nur den finanziellen Ausgleich, da die anderen Rechte bereits durch geltende EU-Rechtsvorschriften erfasst werden).


Side Bar

My account

Manage your searches and email notifications


Help us improve our website