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IP/03/727

Brüssel, den 8 Januar 2003

Interreg: Europäische Union stellt für Italien 50,5 Mio. EUR zur Förderung seiner grenzübergreifenden Zusammenarbeit mit vier Balkanländern zur Verfügung

Der für Regionalpolitik zuständige Kommissar Michel Barnier gab bekannt, dass die Kommission ein Programm zur grenzübergreifenden Zusammenarbeit zwischen den italienischen Provinzen an der Adria(1) und Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Serbien und Montenegro und Albanien genehmigt hat. Für die italienischen Regionen wird das Programm im Rahmen der Gemeinschaftsinitiative Interreg III A(2) und für die Balkanländer im Rahmen des Programms CARDS(3) finanziert. Hauptziel dieses Programms ist es, die Integration, eine ausgewogene Entwicklung und den Austausch zwischen den Grenzregionen zu fördern. Für den Zeitraum bis 2006 ist ein Gesamtbetrag in Höhe von 101 Mio. € vorgesehen, wovon 50,5 Mio. € aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung und die restlichen Mittel aus den nationalen und regionalen Haushalten bereitgestellt werden.

Bei der Bekanntgabe der Entscheidung erklärte Michel Barnier: "Dieses neue Programm zielt darauf ab, die grenzübergreifende Zusammenarbeit als Stabilitätsinstrument in der Region einzuführen, die guten Beziehungen zu fördern und die sozioökonomischen Unterschiede zu verringern. Die gute Erfahrung mit der grenzübergreifenden Zusammenarbeit zwischen den italienischen Regionen und ihren Nachbarregionen sowohl in den Mitgliedstaaten als auch in Drittländern bietet ein ausgezeichnetes Modell für die Zusammenarbeit mit den Nachbarregionen des Balkans."

Im Adriaraum leben über 41 Millionen Menschen, davon 60% in den vier Balkanländern und 40% in den italienischen Adriaregionen. Dieses Gebiet ist ein wichtiger grenzübergreifender Kooperationsraum für die Stabilisierung und Entwicklung in Südosteuropa. Zwischen Italien und den vier Balkanländern besteht ein sehr reger Handel.

Die italienischen Einfuhren in das Gebiet belaufen sich auf ca. 6,5 Mrd. €, das sind 16,6% aller Einfuhren in diese Länder. Andererseits erfordern die großen Unterschiede in der wirtschaftlichen Entwicklung der Region, die Migrationsströme, der Schutz des adriatischen Meeres und die Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen grenzübergreifende Lösungen.

Das Programm umfasst vier Förderschwerpunkte:

  • Umweltschutz und Umweltbewirtschaftung, Kultur und Infrastruktur im Grenzgebiet: es handelt sich um Interventionen von hauptsächlich öffentlichem Interesse in den Bereichen Umwelt, Energie, Verkehr, Telekommunikation, Regionalplanung und Kultur (Gemeinschaftsbeteiligung: 22,73 Mio. €);

  • Wirtschaftliche Integration der grenzübergreifenden Produktionssysteme: hauptsächlich auf den privaten Sektor ausgerichtete Maßnahmen zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit und Stärkung der industriellen, handwerklichen, touristischen und landwirtschaftlichen KMU und der Fischerei (Gemeinschaftsbeteiligung: 14,14 Mio. €);

  • Maßnahmen zur Stärkung der Zusammenarbeit: Maßnahmen zur Stärkung der Institutionen, Harmonisierung der Systeme, Förderung von Demokratie, Beschäftigung, Sicherheit, sozialer Integration und Qualifizierung der Humanressourcen (Gemeinschaftsbeteiligung: 9,97 Mio. €).

  • Weitere Gemeinschaftsmittel in Höhe von 3,67 Mio. € werden im Rahmen der technischen Hilfe bereitgestellt.

Verwaltungsbehörde

Verwaltet wird das Programm von der Region Abruzzen mit Unterstützung eines gemeinsamen technischen Sekretariats und der Verwaltungsstrukturen in allen Regionen und Ländern, die am Programm beteiligt sind.

Regione Abruzzo

Direzione Affari della Presidenza e Politiche Legislative

Servizio Attività Internazionali

P.zza S. Silvestro - Pal. Branconi

I-67100 l'Aquila

Hintergrund

Die für den Zeitraum 2000-2006 mit 4 875 Mio. € ausgestattete Gemeinschaftsinitiative INTERREG III soll die interregionale Zusammenarbeit innerhalb der EU und in den Grenzgebieten fördern. Sie wird aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) finanziert.

Über die INTERREG-Programme werden Projekte der grenzübergreifenden, transnationalen und interregionalen Zusammenarbeit finanziert, mit denen die Wirtschaft, die Infrastrukturen, die Beschäftigung und die Umwelt gestärkt bzw. verbessert werden sollen. Die Kommission genehmigt bi- oder multilaterale Programme, die von den nationalen und regionalen Behörden einzureichen sind.

Die Hilfe für die Balkanländer wird über das CARDS-Programm zur Förderung des Stabilisierungs- und Assoziierungsprozesses finanziert. Die Mittel dienen in der Hauptsache dazu, eine integrierte Grenzverwaltung zu fördern, die Stabilisierung der Demokratie zu unterstützen, die Kapazitäten der staatlichen Institutionen auszubauen und die regionale Infrastruktur sowie die Entwicklung der Umwelt zu stärken.

Weitere Informationen

Weitere Informationen finden sich im MEMO/01/280 vom 25. Juli 2001 sowie auf folgender Website der Kommission:

http://ec.europa.eu/regional_policy/interreg3/index_de.htm

(1)Das Programm betrifft die italienischen Provinzen Udine, Görz/Gorizia, Triest, Venedig, Rovigo, Ferrara, Forli-Cesena, Rimini, Ravenna, Pesaro, Ancona, Macerata, Ascoli Piceno, Teramo, Pescara, Chieti, Campobasso, Foggia, Bari, Brindisi, Lecce (Die Provinzen Padua, LAquila und Isernia können ebenfalls in die Maßnahmen einbezogen werden, wobei 20% der Gesamtausgaben des Programms nicht überschritten werden dürfen).

(2)INTERREG III A: Die Gemeinschaftsinitiative INTERREG III betrifft die „transeuropäische Zusammenarbeit zur Förderung einer harmonischen und ausgewogenen Entwicklung des europäischen Raums. Ausrichtung A der Initiative betrifft die „grenzübergreifende Zusammenarbeit und die Förderung einer integrierten Regionalentwicklung in benachbarten Grenzgebieten. Interreg III wird aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) finanziert.

(3)CARDS: Gemeinschaftshilfe für Wiederaufbau, Entwicklung und Stabilisierung (für die westlichen Balkanländer)


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