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IP/03/655

Brüssel, 8. Mai 2003

EU-Kommission stellt Untersuchung von Audiovisual Sport nach Fusion von Sogecable und Vía Digital ein

Die Europäische Kommission hat ihre Untersuchung des Erwerbs spanischer Fußball-Übertragungsrechte durch Audiovisual Sport (AVS) nach Konsultation der sonstigen Betroffenen eingestellt. Ausschlaggebend waren erhebliche Änderungen des Gemeinschaftsunternehmens von Telefónica und Sogecable an den gemeinsam gehaltenen Rechten, wodurch neue digitale Kabel- und terrestrische Fernsehsender in Spanien Zugang zu den entsprechenden Fußballrechten und die Freiheit erhielten, die Preise für Pay-per-view-Fußballspiele selbst festsetzen zu können. Die Genehmigung der Fusion der beiden spanischen Pay-TV-Anbieter, Sogecable und der Telefónica-Tochter Vía Digital, durch die spanischen Wettbewerbsbehörden hat weitere Voraussetzungen für mehr Wettbewerb bei der Nutzung der Fußball-Übertragungsrechte für spanische Spiele geschaffen. Im Rahmen der Fusion hat Sogecable angekündigt, auch die Beteiligung von Telefónica an AVS übernehmen zu wollen, wodurch die bei der Kommission angemeldete Vereinbarung hinfällig wird. Die Kommission wird das Verhalten der beteiligten Unternehmen im Einklang mit ihrer - auch in anderen Ländern - gegenüber den von einer sehr raschen Entwicklung geprägten Medienmärkten üblichen Praxis weiterhin aufmerksam verfolgen.

Telefónica de Contenidos, eine früher unter der Bezeichnung Admira Media firmierende Telefónica-Tochter, und Sogecable hatten bei der Kommission eine Vereinbarung zur gemeinsamen Erwerbung und Verwertung der Fernsehrechte an den Spielen der ersten spanischen Fußball-Liga für insgesamt elf Spielzeiten, d.h. bis 2009, angemeldet.

Die Kommission sah in der Vereinbarung schon bald eine unzulässige Monopolisierung der Senderechte durch die beiden größten Fernsehanbieter und hatte deshalb den Parteien am 11. April 2000 eine Mitteilung ihrer Beschwerdepunkte zugeleitet, in der sie Geldbußen ankündigte, falls die Vereinbarung nicht aufgehoben oder beträchtlich modifiziert würde (IP/00/372).

Daraufhin gewährten Telefónica und Sogecable neuen digitalen Kabel- und terrestrischen Fernsehsendern in Spanien Zugang zu den entsprechenden Fußballrechten und sicherten ihren Wettbewerbern formell zu, dass sie die Preise für Pay-per-view-Fußballspiele selbst festsetzen könnten (IP/00/1352 ).

Obwohl die TV-Abonnementspreise sofort nachgaben, blieben einige Probleme ungelöst.

Die Gespräche der Kommission mit den Parteien wurden jedoch abgebrochen, als Vía Digital und Sogecable 2002 ihre vollständige Fusion ankündigten.

Der Zusammenschluss wurde im November 2002 von den spanischen Behörden unter Bedingungen genehmigt, die in einem ausführlichen, inzwischen den spanischen Behörden übermittelten Fusionsplan dargelegt werden.

Zu diesen Bedingungen zählen die Aufgabe der Option von AVS zur Verlängerung des Fußballrechte-Vertrags, der garantierte Zugang anderer Unternehmen zu diesen Rechten zu fairen, vernünftigen und diskriminierungsfreien Konditionen und der Verzicht des fusionierten Unternehmens auf die alleinige Nutzung der Fußball-Rechte bei den neuen Medien. Für Zugangsfragen ist ferner ein Schiedsverfahren vorgesehen.

Durch die Fusion mit Vía Digital wird Sogecable die Beteiligung von Telefónica de Contenidos an AVS übernehmen. AVS war ursprünglich als Gemeinschaftsunternehmen von Sogecable, Telefónica (je 40 %) und TVC, dem öffentlich-rechtlichen Fernsehsender Kataloniens (20 %), gegründet worden. Nach dem Zusammenschlusses befinden sich 80 % in den Händen von Sogecable und 20 % im Besitz von TVC. Die bei der Kommission angemeldete Vereinbarung zwischen Sogecable und Telefónica de Contenidos erlischt infolgedessen.

Vor Einstellung des Verfahrens hat die Kommission die Unternehmen, die gegen das Verhalten von AVS Beschwerde erhoben hatten, sowie die sonstigen Betroffenen konsultiert.

Hintergrund

Sogecable ist ein spanischer Pay-TV-Anbieter, der gemeinsam vom spanischen Medienkonzern PRISA (Promotora de Informaciones S.A., u.a. Herausgeber von "El País" und "Cinco Días") und dem französischen Pay-TV-Riesen Canal+ kontrolliert wird. Das Unternehmen betreibt sowohl terrestrische Fernsehsender (Canal+ analog) als auch Satelliten-Pay-TV-Programme (Canal Satélite Digital) und ist darüber hinaus in Filmproduktion und -vertrieb, Handel mit Sportrechten und technischen Dienstleistungen tätig.

Der spanische Pay-TV-Anbieter Vía Digital wird von Telefónica über Telefónica de Contenidos kontrolliert. Das übrige Kapital verteilt sich auf mehrere institutionelle Anleger, darunter vor allem Rundfunkunternehmen (Televisa, Canal 9, Direct TV, TVG, TVC, Telemadrid).


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