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IP/03/564

Brüssel, 23. April 2003

Geflügelpest in Belgien und den Niederlanden: aktuelle Situation

Der Ständige Ausschuss für die Lebensmittelkette und Tiergesundheit kam heute zusammen, um erneut über die Geflügelpest-Situation in den Niederlanden und Belgien zu beraten. Es wurde beschlossen, die bereits verhängten Beschränkungen zur Eindämmung und Tilgung der Seuche bis zum 12. Mai zu verlängern. Die Ausschusssitzung umfasste auch einen Informationsaustausch zu den Auswirkungen der Tierseuche auf die öffentliche Gesundheit.

Niederlande

Seit dem Ausbruch der Geflügelpest in den Niederlanden am 28. Februar wurde die Tierseuche in 233 Betrieben nachgewiesen, und in 23 weiteren Fällen besteht ein ernsthafter Verdacht. Insgesamt wurden ca. 18 Mio. Tiere in etwa 1000 Betrieben getötet.

Der Ausschuss für die Lebensmittelkette und Tiergesundheit stimmte heute einem Vorschlag der Europäischen Kommission zu, wonach die zur Eindämmung und Tilgung der Seuche verhängten Beschränkungen bis zum 12. Mai verlängert werden. Lebendes Geflügel, Bruteier sowie frische, unverarbeitete Gülle und Einstreu aus der Geflügelhaltung dürfen nicht in andere Mitgliedstaaten oder Drittländer ausgeführt werden. Außerdem gilt, von einigen Ausnahmen abgesehen, ein Transportverbot für lebendes Geflügel und Bruteier innerhalb der Niederlande. Die Niederlande müssen zudem dafür sorgen, dass sämtliche Geflügelbestände in den Pufferzonen rund um die infizierten Gebiete so schnell wie möglich getötet werden.

Neben diesen bereits laufenden Maßnahmen werden nun auch Tests bei Schweinen durchgeführt, die in infizierten Betrieben gehalten werden. Sollten die Testergebnisse positiv ausfallen, gelten auch für die Verbringung von Schweinen Beschränkungen. Außerdem können die Niederlande beschließen, in Zoos gehaltene gefährdete Vögel zu impfen.

Belgien

Am 15. April wurde festgestellt, dass die Tierseuche auch auf die belgische Provinz Limburg übergegriffen hat. Bisher wurde die Geflügelpest in drei Fällen nachgewiesen, zwei weitere Verdachtsfälle werden derzeit geprüft.

Die bereits am 16. April von der Kommission beschlossenen Maßnahmen (siehe IP/03/552), die an die Maßnahmen in den Niederlanden angelehnt sind, wurden vom Ausschuss bis zum 12. Mai verlängert. Darüber hinaus muss Belgien so schnell wie möglich für eine präventive Räumung der Betriebe in der Überwachungszone sorgen, um eine Pufferzone zu schaffen.

Ferner werden Tests bei Schweinen durchgeführt, die in infizierten Betrieben gehalten werden, und Belgien kann beschließen, in Zoos gehaltene gefährdete Vögel zu impfen.

Fragen der öffentlichen Gesundheit

Von Geflügel stammende Influenza-Viren zeigen nur selten eine Wirkung bei anderen Tieren oder beim Menschen. In der Regel werden beim Menschen durch Geflügelvirenstämme keine ernsthaften Krankheiten ausgelöst (Bindehautentzündung, bestimmte respiratorische Symptome).

Die niederländischen und belgischen Behörden haben Tierärzten und anderen Arbeitnehmern bzw. Landwirten, die unmittelbaren Kontakt mit betroffenem Geflügel haben, sowie deren Familien nahe gelegt, Schutzmaßnahmen zu ergreifen. Dieser gefährdete Personenkreis sollte Schutzkleidung und Schutzbrillen verwenden, sich gegen Grippe impfen lassen und sich prophylaktisch einer Behandlung mit virustatischen Medikamenten unterziehen.

Insgesamt sind 83 Fälle (82 in den Niederlanden und einer in Belgien) von Bindehautentzündung beim Menschen bekannt geworden, die auf die Geflügelpest zurückzuführen sind. Ein niederländischer Tierarzt starb am 17. April an einer grippeähnlichen Krankheit und doppelseitiger Lungenentzündung. Aufgrund der Obduktion kamen die niederländischen Behörden zu dem Ergebnis, dass sein Tod in direktem Zusammenhang mit dem Geflügelpest-Virus steht. Der Tierarzt hatte jedoch offenbar keine virustatischen Medikamente eingenommen.

Dennoch stellt die Geflügelpest derzeit keine Gefahr für die öffentliche Gesundheit dar. Außerdem muss sie klar von der Lungenkrankheit SARS (Severe Acute Respiratory Syndrome) unterschieden werden, die durch ein anderes Virus (wahrscheinlich ein Coronavirus) hervorgerufen wird.

Die Kommission und die Mitgliedstaaten haben die niederländischen und belgischen Behörden aufgefordert, sämtliche notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um Arbeitnehmer und andere gefährdete Personen vor Geflügelpest-Infektionen zu schützen. Zu diesen Schutzmaßnahmen zählen das Tragen von Schutzkleidung, -handschuhen und -brillen, Impfungen sowie eine virustatische Prophylaxe.


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