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IP/03/2

Brüssel, 6. Januar 2003

2003 treten strengere Etikettierungsvorschriften für Fleisch in Kraft

Am 1. Januar 2003 ist eine Richtlinie zur Änderung der geltenden Gemeinschaftsvorschriften(1) in Kraft getreten, mit der die Definition des Begriffes "Fleisch" hinsichtlich der Etikettierung von Fleischerzeugnissen präzisiert wird, wobei für die betreffenden Erzeugnisse bis Ende Juni 2003 noch eine Übergangszeit mit "doppeltem" Warenverkehr, d.h. Etikettierung entweder bereits nach der neuen oder aber noch nach der bisherigen Regelung, gilt. Verbraucher verstehen unter Fleisch in der Regel Muskelfleisch. Nach der neuen Definition wird nunmehr deutlich, ob Muskelfleisch, Fett oder Innereien verzehrt werden. Die Richtlinie gilt für Erzeugnisse, die Fleisch als Zutat enthalten; Fleisch, das in unverarbeitetem Zustand angeboten wird, fällt nicht darunter. Betroffen sind somit Erzeugnisse wie Würste, Pâté, Fleisch- und Wurstwaren, Fertiggerichte und Fleischkonserven.

David Byrne, EU-Kommissar für Gesundheit und Verbaucherschutz, begrüßte diese Begriffspräsizierung. "Meine Priorität ist es, dem Verbraucher eine informierte Wahl zu ermöglichen. Eine transparente und präzise Etikettierung ist unerlässlich, wenn der Verbraucher über das, was er verzehrt, richtig informiert werden soll. Nach der Richtlinie muß auch systematisch angegeben werden, von welcher Tierart das Fleisch stammt, d.h. ob es sich um "Rindfleisch" oder um "Schweinefleisch" handelt. Diese Information ist für den Verbraucher insofern sehr wichtig, als sie die Preisunterschiede zwischen Erzeugnissen erklärt und eine Kaufwahl aufgrund persönlicher Präferenzen getroffen werden kann."

Übergangszeit mit "doppeltem" Warenverkehr

Es wurde eine sechsmonatige Übergangszeit (1. Januar bis 30. Juni 2003) vorgesehen, um der Industrie die Anpassung an die neuen Rechtsvorschriften zu ermöglichen. Während dieser Zeit werden demnach auf dem Markt sowohl Erzeugnisse, die bereits mit der neuen Richtlinie konform sind, als auch Erzeugnisse zirkulieren, bei denen dies noch nicht der Fall ist. Die neuen Etikette werden zwar ab 1. Januar 2003 auf den betreffenden Erzeugnissen sichtbar sein, die größte Neuerung erfolgt jedoch im Juli, wenn alle Produkte nach den neuen Vorschriften etikettiert sein müssen. Erzeugnisse, die vor Ende Juni etikettiert wurden, dürfen allerdings gehandelt werden, solange der Vorrat reicht.

Was wird die Richtlinie bewirken?

Einige Mitgliedstaaten haben den Begriff Fleisch bereits zu Etikettierungszwecken präzisiert. Diese nationalen Definitionen werden nun auf EU-Ebene harmonisiert. Die Richtlinie enthält eine Reihe von Bestimmungen zur Verbesserung verschiedener Aspekte der Verbraucherinformation über Fleischerzeugnisse.

Die Definition des Fleischbegriffs wird auf die am Knochen anhaftenden Muskeln begrenzt - ein großer Fortschritt. Andere genusstaugliche Tierkörperteile, wie beispielsweise Innereien (einschließlich Herz, Darm und Leber) oder Fett, müssen in der Etikettierung nunmehr als solche kenntlich gemacht und dürfen nicht länger als "Fleisch" bezeichnet werden(2). Vorbehaltlich bestimmter Höchstwerte, die in der Definition festgesetzt sind, gibt es jedoch eine Ausnahmeregelung für einen bestimmten Prozentsatz des Fettanteils, d.h. dem Muskelfleisch anhaftendes Fett darf wie Fleisch behandelt werden.

Nach der Richtlinie muss auch die Tierart, von der das Fleisch stammt, systematisch angegeben werden, damit beispielsweise "Rindfleisch" von "Schweinefleisch" unterschieden werden kann.

"Separatorenfleisch" wird ebenfalls gesondert ausgezeichnet werden. Im Falle von Rindfleisch wurde die Gewinnung von Separatorenfleisch wegen BSE ganz verboten. Bei anderen Tierarten muss Separatorenfleisch künftig gesondert etikettiert werden und darf nicht als Teil des Fleischgehalts der Erzeugnisse gewertet werden, in denen es vorkommt.

(1)Richtlinie 2000/13/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 20. März 2000 zur Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten über die Etikettierung und Aufmachung von Lebensmitteln sowie die Werbung hierfür.

(2)Höchstzulässiger Fett- und Bindegewebeanteil von Zutaten, die mit dem Begriff …fleisch bezeichnet werden.TierartFett (%)Bindegewebe***(%)Säugetierfleisch (andere als Kaninchen und Schweine) und Fleischmischungen, wobei Säugerfleisch überwiegt525Schweinefleisch3025Geflügel- und Kaninchenfleisch1510


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