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Neues System für TSE-Tests bei Schafen und Ziegen

European Commission - IP/03/1793   19/12/2003

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ip/03/1793

Brüssel, 19. Dezember 2003

Neues System für TSE-Tests bei Schafen und Ziegen

Die Kommission hat eine Änderung der TSE-Verordnung(1) (transmissible spongiforme Enzephalopathien) angenommen, mit der die erhöhte Zahl der TSE-Tests bei Schafen und Ziegen in der EU wieder verringert wird. Bei TSE handelt es sich um eine Familie von Krankheiten, die durch eine Zerstörung des Hirngewebes gekennzeichnet sind. Zu der Gruppe gehören Krankheiten wie Creutzfeldt-Jakob (CJD) beim Menschen, bovine spongiforme Enzephalopathie (BSE) beim Rind und Scrapie bei Schafen. Im Jahre 2002 führte man Tests ein, um mehr Informationen über die Verbreitung von TSE in der Schaf- und Ziegenpopulation der EU zu gewinnen. Dieses Ziel ist inzwischen erreicht worden und bei der zukünftigen Überwachung wird man sich auf spezielle Zielgruppen konzentrieren.

Eine aktive Überwachung auf TSE bei der Schaf- und Ziegenpopulation der Gemeinschaft wurde am 1. Januar 2002 erstmalig EU-weit vorgeschrieben. Später wurde beschlossen, die Überwachung zu verstärken. Ab dem 1. April 2002 erhöhte sich die Mindestzahl der Schafe und Ziegen, die in den Mitgliedstaaten, welche eine große Zahl erwachsener Schafe schlachten, pro Jahr auf TSE getestet werden müssen, auf 66 000. Diese Zahl setzte sich zusammen aus 60 000 gesunden Schlachttieren und 6 000 im Betrieb verendeten Tieren im Alter von über 18 Monaten. Mitgliedstaaten, die eine geringere Zahl von Tieren schlachten, mussten ihre Tests ausweiten, wobei eine erreichbare Zahl anzustreben war.

Die Kommission schlug die verstärkte Überwachung als Reaktion auf eine Stellungnahme vor, die der Wissenschaftliche Lenkungsausschuss (WLA) am 18./19. Oktober 2001 vorgelegt hatte und in der dieser dringlich eine Erhebung über das Auftreten von TSE bei Schafen und Ziegen in der EU forderte.

Was ist durch das Testen erreicht worden?

Bis Ende Oktober 2003 sind etwa 850 000 Schafe und Ziegen im Rahmen der neuen Maßnahmen in der gesamten Gemeinschaft getestet worden, wobei Scrapie bei mehr als 2000 Tieren bestätigt wurde. Dazu kommen noch mehr als 1000 Fälle von Scrapie, die von Tierärzten und Landwirten bei Tieren mit klinischen Symptomen festgestellt wurden.

Mit Hilfe der Überwachung ist es einigen Mitgliedstaaten, die sich der Scrapie- Verbreitung bei ihrer Schaf- und Ziegenpopulation nur wenig bewusst waren, gelungen, sich ein ungefähres Bild von dem Ausmaß des Problems zu machen. Außerdem hat sie auch dazu geführt, dass in einem Mitgliedstaat (Finnland) zum ersten Mal ein Scrapie-Fall bestätigt wurde.

Wie geht es weiter?

Da das ursprüngliche Ziel erreicht worden ist, hat die Kommission heute ein neues Testsystem mit Geltung ab 1. Januar 2004 beschlossen. Ab dann werden für Schafe und Ziegen getrennte Stichprobengrößen festgelegt. Die Zahl der Schafe, die in Schlachthöfen zu untersuchen sind, wird stark verringert, während bei Ziegen Tests nicht mehr zwingend vorgeschrieben sind. Stärkeres Gewicht wird auf die Untersuchung von im Betrieb verendeten Schafen und Ziegen in sämtlichen Mitgliedstaaten gelegt. Üblicherweise finden sich die meisten infizierten Tiere in dieser Gruppe.

Einzelheiten über die gemäß den neuen Maßnahmen erforderliche Häufigkeit der Tests sowie Zahlenangaben über die Population erwachsener Schafe und Ziegen in der EU-15 und in Beitrittsländern sind den Anhängen zu entnehmen.

Derzeit ist Scrapie, eine Krankheit, bei der bislang keine Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit angenommen werden, die einzige TSE, von der bekannt ist, dass sie natürlicherweise bei diesen Tierarten auftritt. Seit einigen Jahren gibt es jedoch die Besorgnis, dass BSE in geringem Umfang auch die Schaf- und Ziegenbestände erfasst haben könnte. Bislang gibt es noch keinen Nachweis für das Auftreten von BSE bei kleinen Wiederkäuern unter natürlichen Bedingungen.

Im Jahre 2004 sollen 4,55 Millionen € für die Kofinanzierung von Scrapie-Tests in jetzigen und bestimmten zukünftigen Mitgliedstaaten zur Verfügung stehen. Weitere 15,67 Millionen € an EU-Mitteln sind für Maßnahmen zur Tilgung von Scrapie bereitgestellt worden.

Anhang 1

Population erwachsener Schafe und Ziegen in Mitgliedstaaten und Beitrittsländern

Erwachsene Schafe(2)

Erwachsene Ziegen(3)
BE Belgien 108,667(4) 18,760(5)
DK Dänemark73,00010,000(6)
DE Deutschland 1,592,000120,0004
GR Griechenland6,692,0003,898,000
ES Spanien17,665,1412,330,953
FR Frankreich7,012,3951,026,475
IE Irland3,730,9006,0004
IT Italien7,290,000821,000
LU Luxemburg6,7831,3704
NL Niederlande975,000201,0004
AT Österreich203,54838,005
PT Portugal2,279,272390,510
FI Finnland48,5003,800
SE Schweden198,0003,7504
UK Vereinigtes Königreich16,429,88249,000
EU-1564,305,0888,918,623

Erwachsene Schafe

Erwachsene Ziegen
Zypern213,174305,973
Tschechische Republik40,0008,000
Estland20,6002,300
Ungarn854,00055,000
Litauen8,40015,100
Lettland16,8006,200
Malta6,063(7)1,9584
Polen207,961100,542(8)
Slowenien75,89616,744
Slowakei256,96337,712
10 BL1,699,857549,529

Anhang 2

Anforderungen an jährliche Untersuchungen bei Schafen und Ziegen ab 1. Januar 2004

    Gesunde Schlachtschafe

Population des Mitgliedstaats an erwachsenen Schafen

Mindestgröße der Stichprobe an zu untersuchenden gesunden Schlachtschafen
> 750,00010,000
< 750,0000

Im Betrieb verendete Schafe

Population des Mitgliedstaats an erwachsenen Schafen

Mindestgröße der Stichprobe an zu untersuchenden toten Schafen
> 750,00010,000
100,000 750,0001,500
40,000 100,000500
< 40,000100

Im Betrieb verendete Ziegen

Population des Mitgliedstaats an erwachsenen Ziegen

Mindestgröße der Stichprobe an zu untersuchenden toten Ziegen
> 750,0005,000
250,000 750,0001,500
40,000 250,000500
< 40,00050

(1) Verordnung (EG) Nr. 999/2001 des Europäischen Parlaments und des Rates.

(2) Mutterschafe und gedeckte Lämmer (Eurostat Zahlenangabe 2002).

(3) Ziegen, die bereits gezickelt haben, und gedeckte Ziegen (Eurostat Zahlenangabe 2002)/

(4) Zahlenangabe 2000.

(5) Berechnet als 75% der Gesamtzahl der Ziegen 2002.

(6) Info direkt vom Mitgliedstaat.

(7) Berechnet als 75% der Gesamtzahl der Schafe 2002.

(8) Zahlenangabe 2001.


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