Navigation path

Left navigation

Additional tools

Tierseuchenbekämpfung: Byrne begrüßt die Verabschiedung von Kennzeichnungsvorschriften für Schafe und Ziegen durch den Rat

European Commission - IP/03/1761   17/12/2003

Other available languages: EN FR

IP/03/1761

Brüssel, 17. Dezember 2003

Tierseuchenbekämpfung: Byrne begrüßt die Verabschiedung von Kennzeichnungsvorschriften für Schafe und Ziegen durch den Rat

Der Ministerrat hat eine Verordnung zur Kennzeichnung und Registrierung von Schafen und Ziegen verabschiedet, ein Element der Bemühungen zur Verhütung der Ausbreitung von Tierseuchen. Will man Tierseuchen stoppen, ist schnelles Handeln wichtig. Dazu muss es möglich sein, den Herkunftsort eines Tieres und seinen Weg innerhalb der EU festzustellen. Die Verordnung verstärkt bestehende Maßnahmen, insbesondere durch die schrittweise Einführung in allen Mitgliedstaaten eines Systems, bei dem jedes Tier gekennzeichnet wird, so dass sich die Bewegungen von Schafen und Ziegen individuell nachvollziehen lassen.

David Byrne, für Gesundheit und Verbraucherschutz zuständiges Kommissionsmitglied, begrüßte die Verabschiedung der Verordnung durch den Rat: „Der Ausbruch der Maul- und Klauenseuche hat uns gezeigt, wie dringend nötig ein System ist, mit dem wir die Ausbreitung solcher Krankheiten verhindern können. Das mit dieser Verordnung eingeführte Kennzeichnungssystem ermöglicht es, rasch festzustellen, wo Tiere herkommen und wo sie überall gewesen sind, also die Bewegungen infizierter Tiere detailliert nachzuvollziehen. Dabei wurde auch darauf geachtet, dass in der Praxis die Anwendung dieser Vorschriften keine Belastung für den Landwirt darstellt."

Wie ist die aktuelle Situation?

In der Europäischen Union gibt es rund 175 Millionen Schafe und Ziegen, einschließlich etwa 70 Millionen Lämmer, die jährlich geschlachtet werden. Schafe werden derzeit mittels einer einzigen Ohrmarke oder einer Tätowierung gekennzeichnet, die Informationen beziehen sich auf den Betrieb, nicht auf das einzelne Tier. Dadurch ist es sehr schwierig, die Bewegungen einzelner Schafe nachzuvollziehen und beim Ausbruch einer Seuche rasch und wirksam zu reagieren.

Was tut die Verordnung im Einzelnen?

Die Verordnung führt ein Kennzeichnungs- und Registrierungssystem ein, mit dem sichergestellt wird, dass Schafe und Ziegen gekennzeichnet und alle Bewegungen aufgezeichnet werden. Schafe und Ziegen werden mit jeweils zwei Ohrmarken gekennzeichnet, mit einer Kodierung, die im Lauf der Zeit die individuelle Identifizierung und Registrierung aller Schafe und Ziegen erlaubt. Eine der Ohrmarken kann durch eine elektronische Kennzeichnung oder eventuell eine Tätowierung ersetzt werden, jedoch nicht bei Tieren, die für den Handel innerhalb der EU bestimmt sind.

Die Markierung wird ab Mitte 2005 für neugeborene Tiere und Tiere, die für den Handel innerhalb der EU bestimmt sind, eingeführt.

Die Mitgliedstaaten können die Markierung von Lämmern in extensiver oder Freilandhaltung auf einen späteren Zeitpunkt verschieben, solange diese Tiere im Betrieb bleiben. Sobald sie jedoch den Betrieb verlassen, muss die Kennzeichnung erfolgen.

Register der landwirtschaftlichen Betriebe werden auch Informationen darüber enthalten, von welchen Betrieben einzelne Tiere kommen bzw. wohin sie versandt wurden. Bislang beziehen sich die Aufzeichnungen nur auf die Bewegungen ganzer Herden. Mit der Einführung einer elektronischen Kennzeichnung werden in den Registern detailliertere Informationen festgehalten: Geschlecht, Stamm und Genotyp (soweit bekannt), Geburten und Todesfälle von Tieren sowie Bewegungen in den oder aus dem Betrieb.

Ein spezielles Versanddokument wird auch Informationen darüber enthalten, von welchem und zu welchem Betrieb ein Tier befördert wird, außerdem zur Gesamtzahl der beförderten Tiere. Mit der Einführung der elektronischen Kennzeichnung wird das Dokument auch Angaben zur individuellen Identifizierung der Tiere enthalten.

Bis Mitte 2005 wird eine Datenbank mit allen Informationen zu den landwirtschaftlichen Betrieben (Betreiber, Tierarten, Zahl der Tiere) aufgebaut. Informationen über Bewegungen von Gruppen von Tieren werden ebenfalls mit der Einführung der elektronischen Kennzeichnung aufgezeichnet.

Was ist die elektronische Kennzeichnung?

Ab dem 1. Januar 2008 ist die elektronische Kennzeichnung für alle Tiere in Mitgliedstaaten mit einer Schaf- und Ziegenpopulation von über 600 000 Tieren obligatorisch. In Mitgliedstaaten mit einer kleineren Population von Schafen und Ziegen(1) kann sie auf freiwilliger Basis eingeführt werden, außer für Tiere, die für den Handel innerhalb der EU bestimmt sind. In Mitgliedstaaten mit einer Ziegenpopulation unter 160 000(2) ist die elektronische Kennzeichnung für Ziegen optional, es sei denn, die Tiere sind für den Handel innerhalb der EU bestimmt. Das genannte Datum kann aufgrund des Berichts, den die Kommission bis Juni 2006 über die bis dahin gewonnene Erfahrung vorlegt, bestätigt oder abgeändert werden.

Die Kommission hat die elektronische Kennzeichnung von Tieren in einem umfassenden Projekt erprobt, das von 1998 bis 2002 lief. Die elektronische Markierung besteht aus einem Mikrochip, der den individuellen Identifizierungscode des Tiers enthält und nicht verändert werden kann. Dieser Code wird von einem Lesegerät erfasst, das mit einem eigenen System zur direkten Registrierung ausgestattet sein kann. Es kann sich aber auch um ein einfaches Modell handeln, das lediglich den Code anzeigt, wobei die Registrierung manuell erfolgen muss.

Die nächsten Schritte

Die Verordnung wird 18 Monate nach ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt (Anfang 2004) in Kraft treten.

(1) Belgien, Dänemark, Luxemburg, Österreich, Finnland, Schweden sowie alle Beitrittsländer mit Ausnahme von Ungarn.

(2) Belgien, Dänemark, Luxemburg, Österreich, Finnland, Schweden, Deutschland, Irland, das Vereinigte Königreich sowie alle Beitrittsländer.


Side Bar

My account

Manage your searches and email notifications


Help us improve our website