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IP/03/123

Brüssel, 27. Januar 2003

Lachs: Augenschmaus auf Kosten des Augenlichts? EU-Kommission beschließt neue Vorschriften für Farbstoff als Futtermittelzusatz

Canthaxanthin ist ein Pigment, das als Futtermittelzusatz verwendet wird, um Lebensmittel zu färben. Vor allem Lachs, Eidotter und Geflügelerzeugnisse erhalten durch Canthaxanthin eine rötliche Farbe. Im Anschluss an wissenschaftliche Untersuchungen, bei denen eine Verbindung zwischen hoher Canthaxanthin-Aufnahme und Sehstörungen festgestellt wurde, hat die Kommission heute eine Richtlinie erlassen, der zufolge der zulässige Canthaxanthin-Gehalt von Futtermitteln gesenkt werden soll. Dieser Richtlinie stimmten die Mitgliedstaaten kürzlich bei einer Abstimmung im Ständigen Ausschuss für die Lebensmittelkette und Tiergesundheit zu.

Kommissar David Byrne begrüßte diese Entscheidung und sagte, „Wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass eine hohe Canthaxanthin-Aufnahme zu einer Anhäufung von Pigmenten in der Retina führt, die die Sehkraft beeinträchtigen. Dieser Futtermittelzusatz wird aus rein kosmetischen Erwägungen verwendet, um Lebensmittel zu färben. Eine Verringerung des Zusatzstoffes wird weder Geschmack noch Qualität der Lebensmittel verändern. Aus diesem Grund begrüße ich voll und ganz die heutige Entscheidung, den zulässigen Canthaxanthin-Gehalt zu senken."

In freier Natur erhält Lachs seine rosa Farbe durch die Aufnahme von Krabben. Der Verbraucher erwartet von Zuchtlachs die gleiche Farbe, weshalb Futtermittelzusätze wie Canthaxanthin verwendet werden. Bei Geflügel wird Canthaxanthin verwendet, um Haut und Eidotter eine hellere gelbe Farbe zu geben, ebenfalls weil der Verbraucher diese vorzieht. Lässt man diesen Zusatzstoff weg, wird die Qualität der Lebensmittel nicht beeinträchtigt, sondern lediglich die Farbe.

1995 legte der Gemeinsame Sachverständigenausschuss der FAO/WHO für Lebensmittelzusatzstoffe (JECFA) eine zulässige Tagesdosis (ADI) von bis zu 0,03 mg je kg Körpergewicht beim Menschen fest. 1997 erkannte der Wissenschaftliche Lebensmittelausschuss den Zusammenhang zwischen der Canthaxanthin-Aufnahme und Retina-Störungen und kam zum gleichen Schluss bezüglich der zulässigen Tagesdosis.

Im Anschluss an dieses Ergebnis von 1997 beauftragte die Kommission den Wissenschaftlichen Ausschuss für Tierernährung (SCAN), die Höchstgehalte von Canthaxanthin in Futtermitteln für Legehennen und anderes Geflügel sowie für Lachs und Forellen zu überprüfen, um die Verbrauchersicherheit zu gewährleisten. Am 17. April 2002 kam der Ausschuss zu dem Ergebnis, dass die derzeitigen zulässigen Höchstgehalte von bis zu 80 mg Canthaxanthin je kg Futtermittel zu hoch sind. Stattdessen sollten Grenzwerte von 25 mg/kg Futtermittel für Salmoniden und Masthähnchen und von 8 mg/kg für Legehennen festgesetzt werden. Diese Grenzwerte sind nun in dem neuen Gesetz festgelegt.

Die heute erlassene Richtlinie wird am zwanzigsten Tag nach ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften in Kraft treten und muss dann von den Mitgliedstaaten bis zum 1. Dezember 2003 in einzelstaatliches Recht umgesetzt werden.


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