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IP/03/1202

Brüssels, 5. September 2003

LIFE-Natur: Kommission bewilligt 71 Mio. EUR für 77 neue Naturschutzprojekte

Die Europäische Kommission hat im Rahmen des LIFE-Natur-Programms für das Jahr 2003 Zuschüsse für 77 Naturschutzprojekte genehmigt. 63 dieser Projekte werden in den 12 Mitgliedstaaten der Europäischen Union und 14 in sechs Bewerberländern durchgeführt. Die Vorhaben stehen für Investitionen in den Naturschutz in Höhe von insgesamt 133 Millionen Euro, zu denen die Europäische Union 71 Millionen Euro beitragen wird. Die LIFE-Natur-Projekte diesen Jahres unterstützen die Wiederherstellung von Schutzgebieten, den Aufbau nachhaltiger Bewirtschaftungsstrukturen und die Stärkung des Bewusstseins der Öffentlichkeit und leisten damit einen Beitrag zur Vollendung des EU-weiten Natura 2000-Netzes.

In der Auswahlrunde 2003 gingen bei der Kommission 182 Anträge ein, von denen 144 als förderfähig eingestuft wurden. Nach Beurteilung der förderfähigen Projekte und Billigung durch den Habitat-Ausschuss der EU wurden 77 Projekte aus 18 Ländern für eine Finanzierung ausgewählt. 63 sollen in der EU durchgeführt werden (Belgien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Österreich, Portugal, Spanien, Schweden und das Vereinigte Königreich), 14 in Bewerberländern (Estland, Lettland, Rumänien, Ungarn, Slowenien und erstmals die Slowakei). Die ausgewählten Vorhaben erfüllen mindestens eines der drei grundlegenden Kriterien der LIFE-Natur-Projektauswahl, d. h. Schutz und Erhaltung

i) der von den Mitgliedstaaten im Rahmen der Habitat-Richtlinie(1) vorgeschlagenen Gebiete (68 %);

ii) der im Rahmen der Vogelschutz-Richtlinie(2) als besondere Schutzgebiete ausgewiesenen Gebiete 23 %);

iii) von Tier- und Pflanzenarten, die in der EU als wichtig angesehen werden (9 %).

Dank der Ausweitung von LIFE auf die Bewerberländer konnten sechs der zehn Länder, die der Union 2004 beitreten werden, sich auf die praktische Umsetzung der Vogelschutz- und der Habitat-Richtlinie vorbereiten.

Der Trend zu immer größeren Projekten hält an. Der durchschnittliche Umfang der im Jahr 2003 ausgewählten Vorhaben nahm bezogen auf die Gesamtmittel gegenüber 2002 um weitere 7,5 % zu, nachdem er im Vorjahr bereits um 15 % angestiegen war. Die durchschnittliche Kofinanzierung der EU je Projekt ist 2003 um 3 % gestiegen. Seit Beginn von LIFE-Natur sind die Gesamtinvestitionen in Projekte ständig gestiegen, von 60,6 Millionen Euro jährlich im Zeitraum 1992-1995 (LIFE I) auf durchschnittlich 138,6 Millionen Euro jährlich bei LIFE III (2001-2003).

Die EU-Fördermittel in Höhe von 71 Millionen Euro decken im Schnitt 53 % der Projektkosten für 2003. Die verbleibenden 62 Millionen Euro kommen von den Begünstigten, Partnern und Kofinanzierern.

Die Projekte erhalten die finanzielle Unterstützung bei Einhaltung der administrativen und finanziellen Bestimmungen.

Eine Vielfalt von Lebensräumen und eine starke Partnerschaft zwischen den Projektbeteiligten

Mehr als zwei Drittel der diesjährigen Vorhaben (54) sind auf unter die Habitat-Richtlinie fallende Gebiete und die dort lebenden Arten ausgerichtet, weitere 17 Vorhaben betreffen in der Vogelschutz-Richtlinie aufgeführte Vogelarten. Die übrigen sechs Vorhaben betreffen aufgelistete Arten ohne Bezug zu bestimmten Gebieten. Die auf Natura-2000-Gebiete ausgerichteten Vorhaben decken die gesamte Bandbreite von Lebensräumen ab. Flüsse, Feuchtgebiete und Wälder sind besonders gut vertreten. Ein Drittel dieser Vorhaben decken mehr als eine Lebensraumart ab. Die am häufigsten vorgeschlagenen Maßnahmen betreffen Aufstellen und Umsetzung von Managementplänen, die Bewirtschaftung von Wasserläufen, Landkäufe (vor allem in Nordeuropa), die Weidebewirtschaftung, die Eliminierung exotischer Arten und die Wiederherstellung und Verbesserung von Gebieten.

An Naturschutzmaßnahmen sind häufig öffentliche Einrichtungen beteiligt, so dass die Begünstigten von LIFE-Natur erwartungsgemäß vorwiegend (62 %) regionale und lokale Behörden sind. Weitere 35 % sind Nichtregierungsorganisationen (NGO). Fast drei Viertel der Begünstigten arbeiten in Partnerschaften, zumeist zwischen einer staatlichen Stelle und einer im Naturschutz tätigen Nichtregierungsorganisation. Auf diese Weise verbinden sich Fachkenntnisse mit administrativer Planung - das beste Erfolgsrezept für die Sicherung der Lebensfähigkeit von Schutzgebieten. Etwas über die Hälfte der Begünstigten von LIFE-Natur (51 %) im Jahr 2003 sind neu ausgewählt. Dies ist ein klarer Beweis dafür, dass mit dem Programm immer wieder Neuland betreten wird.

Die Nachhaltigkeit der LIFE-Natur-Maßnahmen ist ein wichtiges Kriterium für die Auswahl der Vorhaben. Besondere Aufmerksamkeit wird ferner der Beteiligung der Bürger und der lokalen Gebietskörperschaften gewidmet. Die Begünstigten sind verpflichtet, im Rahmen ihrer Vorhaben die Öffentlichkeit aufzuklären; bevorzugt werden Vorhaben, die eine langfristige Bewirtschaftung der Gebiete gewährleisten.

LIFE-Natur

LIFE ist das Finanzierungsinstrument der Europäischen Union zur Förderung von Umwelt- und Naturschutzprojekten in der gesamten EU, in Bewerberländern und Grenzregionen. Durch die Unterstützung spezifischer Maßnahmen soll ein Beitrag zur Formulierung und praktischen Umsetzung der EU-Umweltpolitik geleistet werden. LIFE hat drei Bestandteile: LIFE-Umwelt, LIFE-Natur und LIFE-Drittländer. Die Mittel für das derzeitige, noch bis 2004 laufende Programm LIFE III betragen 640 Millionen Euro. Knapp die Hälfte des gesamten LIFE-Budgets steht für LIFE-Natur-Vorhaben zur Verfügung(3).

LIFE-Natur wurde erstmals 1992 aufgelegt, um den Aufbau von Natura 2000 zu unterstützen, einem gesamteuropäischen Netz von Schutzgebieten, das im Rahmen der Vogelschutz- und der Habitatrichtlinie geschaffen wurde. Die 15 000 Gebiete des Netzes, die etwa 15 % der EU-Fläche ausmachen, müssen bis Ende 2004 ausgewiesen sein. Die meisten LIFE-Natur-Vorhaben sind auf Natura-2000-Gebiete ausgerichtet; andere haben den Schutz von Arten zum Ziel, die in der Vogelschutz- und der Habitat-Richtlinie aufgeführt sind. Die von den Antragstellern vorgeschlagenen Maßnahmen - von der Wiederherstellung und der Bewirtschaftung bestimmter natürlicher Lebensräume bis zur Verbesserung der Bedingungen für eine bestimmte Art - müssen vollständig mit den EU-Richtlinien konform sein. Bisher betrafen LIFE-Natur-Vorhaben rund 10 % der Schutzgebiete von Natura 2000 und hatten indirekte Auswirkungen auf zahlreiche weitere Standorte.

Der Anhang sind Angaben zuden 77 geförderten Projekten zu entnehmen. Einzelheiten zu jedem neuen Vorhaben sind, nach Ländern geordnet, unter folgender Internet-Adresse zu finden:

http://ec.europa.eu/environment/life/project/index.htm.

Weitere Informationen zum Natura-2000-Netz finden sich unter:

http://ec.europa.eu/environment/nature/home.htm.

Anhang

Überblick über LIFE-Natur-Projekte im Jahr 2003 nach Ländern

Belgien

Zahl der geförderten Projekte - 4

Ein sehr großes Projekt betrifft die Wiederherstellung eines fast 10 000 Hektar großen Truppenübungsplatzes in Flandern. Es handelt sich um ein Kooperationsprojekt der regionalen Naturschutz- und Forstbehörden und des Verteidigungsministeriums. Dabei werden Bewirtschaftungspläne für zwölf Natura-2000-Standorte aufgestellt, damit Naturschutzbelange bei der Planung von Manövern berücksichtigt werden können.

Das zweite Projekt wird von einem Jagdverband in den Ardennen in Kooperation mit den regionalen Behörden durchgeführt. Aus unrentablen Fichtenpflanzungen soll wieder ein Komplex von Feuchtgebieten, Wiesen, Mooren und feuchtem Naturwald - ein Modell für „naturfreundliche“ Forstwirtschaft - werden.

Mit einem dritten Projekt sollen Maßnahmen für Salzwiesen - wichtigen Winterquartieren für Zugvögel - an der flämischen Küste fortgesetzt werden. Es umfasst Maßnahmen zugunsten einer nachhaltigen Landwirtschaft und des Fremdenverkehrs.

Das letzte Projekt wird am Stadtrand von Gent durchgeführt. Mit Beteiligung von Anglern, Landwirten und lokalen Gebietskörperschaften soll ein botanisch artenreicher Komplex von Teichen und Feuchtwiesen wieder hergestellt werden.

Dänemark

Dieses Jahr werden keine Projekte gefördert.

Deutschland

Zahl der geförderten Projekte - 7

Zwei Projekte betreffen prioritäre Lebensraumtypen (kontinentale Salzwiesen, Kalktuffquellen), für die Deutschland eine besondere Verantwortung trägt, da es dort einige der bedeutendsten Beispiele in der gesamten EU gibt. Im Mittelpunkt des Salzwiesenprojekts in Thüringen stehen wasserbauliche Arbeiten, mit denen die Auswirkungen von Umweltverschmutzung und Entwässerung rückgängig gemacht werden sollen. Mit dem Tuffquellen-Projekt in Franken sollen Schatten werfende und Säure bildende Fichten in der Umgebung von Dutzenden von Quellen, störende künstlich angelegte Strukturen und Abflüsse von nahe gelegenen Feldern beseitigt werden. Beide Projekte sind mit umfangreichen Sensibilisierungsmaßnahmen verbunden, um diese wenig bekannten, aber einzigartigen Lebensräume stärker ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken.

Mit drei weiteren Projekten soll der Naturschutz in dicht besiedelten und intensiv genutzten Gebieten verbessert werden.

Östlich von Würzburg entlang des Mains sollen Zugvögeln mehr Rastplätze angeboten werden, indem Ackerland, Silagewiesen und frühere Kiesgruben zu einem für Vögel geeigneten Lebensraum umgestaltet werden. Das Besondere an diesem Projekt ist, dass es in Zusammenarbeit verschiedener kommunaler Behörden durchgeführt wird. In Niedersachsen soll an der Ems ein Projekt durchgeführt werden, mit dem im Anschluss an ein früheres Projekt weiter südlich Uferbefestigungen beseitigt, ehemalige Mäander wieder geöffnet und auch wieder Sandbänke im Flussbett belassen werden sollen. Das Endergebnis soll ein viel natürlicherer Flusslauf sein - eine ökologische Oase in einem durch intensive Landwirtschaft geprägten Gebiet. Schließlich sollen in einem Hochmoor im dicht besiedelten Gebiet um Minden wieder optimale hydrologische Bedingungen hergestellt werden. In das ausgetrocknete Moor eingewachsene Bäume werden gerodet, und die Umstellung auf Schafweiden soll dazu beitragen, die Vegetation unter Kontrolle zu halten. Da es sich um ein beliebtes Naherholungsgebiet handelt, sollen Lehrpfade und Aussichtsplattformen angelegt werden, so dass Erholung und Naturschutz einander ergänzen.

Die letzten beiden Projekte werden in Mittelgebirgen durchgeführt (Rothaargebirge und Eifel). Ziel ist es, die Aufforstung rückgängig zu machen und anschließend die verschiedenen feuchten und submontanen Grasland-Lebensräume nach Anhang I der Richtlinie wieder herzustellen. Außerdem sollen Uferbefestigungen, Umleitungen und Wehre beseitigt werden, mit denen Wasserläufe in unnatürliche Korsetts gezwängt und so die Wanderungen von Fischen und wirbellosen Wassertieren behindert wurden. Schwerpunkt beider Projekte, die im ländlichen Raum stattfinden, ist die Zusammenarbeit mit wichtigen Akteuren aus den Bereichen Land- und Forstwirtschaft, Fischerei sowie der Kommunen.

Estland

Zahl der geförderten Projekte - 2

Ziel eines Projekts ist die Wiederherstellung ausgedehnter Grünlandflächen an den Küsten, vor allem, indem Landwirte und Grundeigentümer dabei unterstützt werden, wieder mehr Weideland und Mähwiesen anzulegen. Mit der Entstrüppung des Gebiets sollen die Landwirte angeregt werden, das Land als Weiden und Wiesen zu nutzen. Agrarumweltprogramme sollen zu langfristigen Bewirtschaftungsmaßnahmen führen.

Das zweite Projekt sieht einen ähnlichen Ansatz für Polder an den Ufern des Peipus-Sees vor. Dort wurden Mähwiesen vor kurzem aufgegeben, was den Naturschutzwert dieser Gebiete gefährdet.

Finnland

Zahl der geförderten Projekte - 4

Ein Großteil der noch bestehenden Naturwälder und Moore der EU befindet sich in Finnland. Drei der diesjährigen Projekte betreffen die Wiederherstellung von 77 derartigen Standorten des Natura-2000-Netzes. Bei jedem Projekt werden in den drei Regionen bewährte Verfahren angewandt.

Durch Vereinbarungen mit Forstwirten und Landbesitzern soll die lokale Unterstützung für die Bewirtschaftung gesichert werden. Auch allgemeine Sensibilisierungsmaßnahmen für die Standorte in Finnland sind vorgesehen.

Das vierte Projekt betrifft zwölf Feuchtgebiete auf einem der wichtigsten Vogelzugwege in der EU und soll 35 in EU-Richtlinien aufgelisteten Vogelarten zugute kommen. Die Maßnahmen umfassen das Mähen verbuschter Flächen, die Wiedereinführung von Weiden und Wiesen sowie die Steuerung von Besucherströmen.

Frankreich

Zahl der geförderten Projekte - 7

Dieses Jahr werden sechs der insgesamt sieben Projekte im Mittelmeerraum durchgeführt. Bei dem siebten handelt es sich um ein internationales Projekt, das den Bartgeier in den österreichischen, französischen und italienischen Alpen betrifft.

Auffallend ist, dass dieses Jahr alle Projekte auf die Erhaltung der Fauna ausgerichtet sind. Vier Projekte haben Vogelarten als Ziel - den Bartgeier, den Schmutzgeier, den Gelbschnabel-Sturmtaucher, die Sturmschwalbe und die Krähenscharbe. Zwei Projekte sind auf Säugetiere ausgerichtet - einen Landsäuger (das korsische Wildschaf (Muffelwild - Ovis gmelini musimon) und einen Meeressäuger (Großer Tümmler). Ein weiteres Projekt betrifft eine Fischart der Familie der Salmonidae (Salmo trutta macrostigma).

Die Projekte bieten die Möglichkeit, Partnerschaften zwischen Frankreich und anderen EU-Organisationen aufzubauen. Für den Gelbschnabel-Sturmtaucher ist bereits ein Projekt auf den Balearen (Spanien) im Gang, in Italien gibt es ein Programm für das Wildschaf Ovis gmelini musimon und den Großen Tümmler, und in Slowenien läuft ein Projekt für die Forellenart Salmo trutta macrostigma.

Alle genannten Projekte werden dazu beitragen, regionale, nationale oder internationale Aktionspläne für die betreffenden Tierarten aufzustellen bzw. auf den neuesten Stand zu bringen.

Griechenland

Zahl der geförderten Projekte - 4

Zwei der Projekte betreffen Waldgebiete; bei dem einen geht es um Braunbären und zwei prioritäre Waldlebensräume im Nationalpark im nördlichen Pindos; Ziel des anderen Projekts ist es, Quercus-frenetto- und Steineichenwälder auf der Halbinsel Athos wieder zu natürlichen Beständen umzugestalten.

Die beiden anderen Projekte sind auf Vogelarten ausgerichtet. Ziel des ersten Projekts ist die Erhaltung der Eleonorenfalken an neun Standorten auf Inseln in der Ägäis, an denen zusammen genommen ein Großteil der weltweiten Population dieser Art lebt. Das zweite Projekt an einem einzigen „Natura-2000-Standort“ betrifft die Wiederherstellung des Agras-Gebiets, eines kleinen halbkünstlichen Sees, an dem vier in der EU als prioritär eingestufte Vogelarten leben.

Mit Ausnahme des Falken-Projekts werden alle Projekte im Norden des Landes durchgeführt.

Irland

Ein Projekt wird gefördert.

Das Projekt betrifft eines der wichtigsten Natura-2000-Gebiete, das sich über rund 15 km entlang der Ostküste erstreckt. Dabei werden zunächst die Kalksümpfe in einem Teil dieses Gebiets aufgekauft und dann wieder hergestellt. Diese Maßnahmen werden sich sowohl im Hinblick auf den Schutz des Lebensraums als auch den Vogelschutz günstig auf den gesamten Standort auswirken.

Italien

Zahl der geförderten Projekte -14

Neun der 14 Projekte betreffen die Bewirtschaftung von Lebensräumen wie Wälder, Grasland und Feuchtgebiete. Die geplanten Maßnahmen werden auch einigen Tierarten mit EU-weiter Bedeutung zugute kommen (Amphibien, Reptilien und Wirbellose). Zwei Projekte haben das Ziel, Erlenwälder wieder herzustellen und zu vergrößern, damit dort wieder mehr Reiher brüten. Fünf Projekte zielen direkt auf bestimmte Tierarten ab. Zwei betreffen stark bedrohte Arten, die in Flüssen und Wasserläufen leben - den Dohlenkrebs in Mittelitalien und den Adriastör im Pobecken, zwei weitere sind auf Delphine ausgerichtet.

Mit einem der letztgenannten Projekte soll der gefährdete Große Tümmler im vor kurzem eingerichteten supranationalen Schutzgebiet für „Cetacea“ (die Säugetier-Ordnung, der Wale und Delphine angehören) im nördlichen Teil des Tyrrhenischen Meers geschützt werden. Das andere betrifft den Schutz von Meeresschildkröten an der Südküste Siziliens.

Mit einem weiteren Projekt soll die Wiederherstellung des Lebensraums der noch erhaltenen Braunbärpopulation in den zentralen Apenninen fortgesetzt werden.

Wichtigste Maßnahme ist bei 64 % aller italienischen Projekte die Tilgung oder Bekämpfung invasiver fremder Arten, eine horizontale Aufgabe, die für Naturschützer zunehmend an Bedeutung gewinnt.

Fünf Projekte werden in gesetzlich geschützten Gebieten durchgeführt: eines in einem Nationalpark, drei in Regionalparks und eines in einem Naturschutzgebiet. Von den übrigen Projekten werden drei von Bezirksverwaltungen und zwei von Stadtverwaltungen durchgeführt. Mit vier der 14 Projekte werden Maßnahmen fortgesetzt, die bereits mit vorangegangenen LIFE-Projekten begonnen wurden.

Lettland

Zahl der geförderten Projekte - 3

Es wurden drei ganz unterschiedliche, aber strategische Projekte ausgewählt. Das erste wird in einem im Norden des Landes gelegenen Flusstal mit hohem ökologischen Wert und einer Mischung aus Taigawäldern, Schwemmwäldern, Mähwiesen und Mooren durchgeführt, in dem viele in der EU als gefährdet eingestufte Tierarten, darunter mehr als 300 Wachtelkönigspaare, leben. Da das Gebiet noch nicht geschützt ist, müssen zunächst eine Bestandsaufnahme und ein Bewirtschaftungsplan erstellt werden.

Das zweite Projekt betrifft ein ausgedehntes Feuchtgebiet in Zentrallettland. Das ursprünglich künstlich angelegte Gebiet umfasst die größte Vielfalt von Feuchtlebensräumen des Landes, wurde jedoch durch uneinheitliche Bewirtschaftung geschädigt. Das Projekt soll diese Probleme durch eine breit angelegte Partnerschaft der Beteiligten und Vereinbarungen über einen neuen Wasserhaushalt und andere Naturschutzmaßnahmen für dieses Gebiet in Angriff nehmen.

Das dritte Projekt betrifft den Pape-See an der Grenze zu Litauen, ein früher gesperrtes Grenzgebiet auf dem Zugweg paläarktischer Vögel. Die geplanten Maßnahmen umfassen die Wiedereinführung der Beweidung und die Regelung des Wasserspiegel des Sees und der umliegenden Moore.

Luxemburg

Dieses Jahr wurden keine Projekte eingereicht.

Niederlande

Dieses Jahr werden keine Projekte gefördert.

Österreich

Zahl der geförderten Projekte - 3

Zwei Vorhaben sind auf Flüsse ausgerichtet. Das erste eine Partnerschaft von Gemeinden, Anglerverbänden und großen Landeigentümern - dient der Wiederherstellung und Verbesserung des Tals der Oberen Mur in der Steiermark. Hindernisse für wandernde Fische werden beseitigt, landschaftsbauliche Maßnahmen sollen die Bildung von Sedimentbänken und Inseln fördern und Schwemmwälder werden regeneriert. Ziel des zweiten Projekts ist der Schutz der am meisten gefährdeten Lebensräume an der Donau im Gebiet der Wachau. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um ein Pilotprojekt zur Wiederherstellung von Schotterbänken mit dem beim Ausbaggern der Fahrrinne anfallenden Material. Wenn das Verfahren erfolgreich ist, wird es von der zuständigen Wasserbehörde übernommen. Trockenes Grasland und Wälder an den Hängen werden ebenfalls wieder hergestellt.

Im Rahmen des dritten Projekts soll aus einem früheren Torfabbaugebiet ein Brutgebiet, Rastplatz und Winterquartier für Vögel werden.

Portugal

Zahl der geförderten Projekte - 3

Die neuen Projekte betreffen drei „Natura-2000-Standorte“. Zwei Projekte haben die Erhaltung von Vogelarten und ihren Lebensräume zum Ziel. Im Mittelpunkt des einen Projekts steht die Gesamtpopulation (etwa 100 Paare) des Azorengimpels auf der Azoreninsel São Miguel. Das zweite Projekt betrifft ein breites Spektrum von Vogelarten, die in den Salzpfannen der Tejomündung Nahrung, Schutz und Nistplätze finden.

Im Rahmen des dritten Projekts sollen geschädigte Lebensräume wieder hergestellt und bestehende Lebensräume durch geeignete Bewirtschaftungsverfahren erhalten werden; alle Lebensräume befinden sich in einem großen Gebiet im südportugiesischen Alentejo.

Rumänien

Zahl der geförderten Projekte - 3

Die drei ausgewählten Projekte werden dazu beitragen, den Erhaltungsstatus von Schutzgebieten zu verbessern, und gleichzeitig potenzielle Besucher in geeigneter Weise auf die Attraktion der Gebiete aufmerksam machen.

Mit einem Projekt sollen die Waldlebensräume von Pinie, Bergkiefer und Fichte im Rodna-Gebirge durch Anpflanzen von Setzlingen aus benachbarten Gebieten wieder hergestellt werden. Das zweite Projekt sieht die Aufstellung und Durchführung eines Bewirtschaftungsplans für das Macin-Gebirge im Südosten des Landes mit seiner äußerst artenreichen Fauna und Flora vor.

Im Rahmen des dritten LIFE-Natur-Projekts werden Erhaltungsmaßnahmen an fünf strategischen Standorten im Nationalpark Karpaten kofinanziert. Sie reichen vom Schutz von Fledermauskolonien in Höhlen bis zu Vorschriften für Kletterer und Wanderer mit dem Ziel, Schäden an wertvollen natürlichen Lebensräumen zu minimieren. Die Maßnahmen sind Teil des Bewirtschaftungsplans des Nationalparks und sollen als Modell für mögliche weitere Standorte in Rumänien dienen.

Schweden

Zahl der geförderten Projekte - 2

Die Ausdehnung der artenreichen Mähwiesen in Nordschweden ist seit der Aufgabe traditioneller landwirtschaftlicher Praktiken so dramatisch zurückgegangen, dass nur noch einige Dutzend weit verstreute Standorte erhalten geblieben sind. In enger Zusammenarbeit mit den Landwirten vor Ort sollen mit dem ersten Projekt 31 Standorte wieder hergestellt werden, damit sie im Rahmen von Regelungen über Agrarumweltmaßnahmen förderfähig sind und ihre langfristige Erhaltung gesichert ist.

Im Mittelpunkt des zweiten Projekts steht die gesamte in der EU noch erhaltene Population des extrem gefährdeten Polarfuchses. Das Projekt baut auf den Erfahrungen aus vorangegangenen LIFE-Projekten auf und soll das Bestandserholungsprogramm so stärken, dass dem Rückgang der Population zumindest Einhalt geboten wird.

Slowakei

Zahl der geförderten Projekte - 3

Mit dem ersten Projekt sollen die Lebensbedingungen des weltweit gefährdeten Kaiseradlers in der Slowakei in enger Zusammenarbeit mit einem ähnlichen Projekt in Ungarn verbessert werden. Die Maßnahmen umfassen die Überwachung der Horste, die Verlegung von Stromleitungen und die Steigerung der Zahl potenzieller Beutetiere. Untersuchungen sollen dazu beitragen, mehr Kenntnisse über die Art zu gewinnen und Schutzgebiete auszuweisen.

Das zweite Projekt ist auf die letzten noch erhaltenen natürlichen Auenwälder der Donau in der Slowakei ausgerichtet, in denen ein Plan für die nachhaltige Waldbewirtschaftung angewandt wird. Es werden beträchtliche Anstrengungen unternommen, um geeignete Bewirtschaftungsverfahren zu demonstrieren.

Das dritte Projekt betrifft Sur Fen, einen der größten Erlensumpfwälder Mitteleuropas am Stadtrand von Bratislava. Diese Gebiete wurden seit den vierziger Jahren des letzten Jahrhunderts kontinuierlich entwässert. Nun sollen die ursprünglichen Bedingungen wieder hergestellt werden, um der weiteren Austrocknung der Wälder Einhalt zu gebieten. Das Projekt erhält wichtige Unterstützung durch die Partnerschaft mit der örtlichen Stadtverwaltung.

Slowenien

Zahl der geförderten Projekte - 2

An drei Standorten in Slowenien gibt es bedeutende Wachtelkönigbestände - einer als gefährdet eingestuften, weltweit bedrohten Art. Doch keine dieser Populationen ist geschützt. Im Rahmen des Projekts sollen ein nationaler Aktionsplan „Wachtelkönig“ und Bewirtschaftungspläne für die drei Standorte aufgestellt werden. Die Leitlinien werden durch eine Reihe konkreter Maßnahmen getestet.

Mit dem anderen Projekt soll die Erhaltung von Lebensräumen und Tierarten - vor allem von in EU-Richtlinien aufgeführten Vögeln in den Salzfeldern von Secovlje an der Dragonjamündung in Südslowenien sichergestellt werden. Wichtigste Maßnahmen sind die Wiederherstellung von Deichen und Uferbefestigungen sowie die Schaffung zusätzlicher Brutgebiete für Seeschwalben.

Spanien

Zahl der geförderten Projekte - 12

Insgesamt sind die Projekte auf 50 Natura-2000-Gebiete ausgerichtet.

Bei drei Projekten geht es um fünf in der EU als prioritär eingestufte Vogelarten. Eines betrifft die Korallenmöwe in Murcia (Südspanien), ein weiteres die Kragentrappe, einen Steppenbewohner der Kanarischen Inseln, und das dritte den Kaiseradler, den Rabengeier und den Schwarzstorch in Mittel- und Westspanien.

Die Erhaltung von wirbellosen Tieren ist dieses Jahr Gegenstand vonzwei spanischen Projekten. Ein Projekt betrifft die Lebensbedingungen von sieben Insektenarten in der Extremadura und ein weiteres die Süßwassermuschel in Kastilien und León. Ein Projekt auf den Kanarischen Inseln ist auf größere Meerestiere ausgerichtet, den Großen Tümmler und die Unechte Karettschildkröte.

Mehrere Projekte, vor allem solche, die auf Lebensräume ausgerichtet sind, wenden eine integrierte Strategie für die Bewirtschaftung der „Natura-2000-Gebiete“ auf regionaler Ebene an. Beispiele hierfür sind die Bewirtschaftung von prioritären Waldlebensräumen in fünf Berggebieten in Valencia und die Bewirtschaftung von zehn Gebieten in der Region Murcia im Rahmen einer Regelung für nachhaltige Entwicklung. Die Ausarbeitung gemeinsamer Strategien für die Bewirtschaftung von Feuchtgebieten und Lebensräumen an der Küste wird durch zwei Projekte in Andalusien unterstützt. Ein weiteres Projekt in der Extremadura ist darauf ausgerichtet, ein saisonales Feuchtgebiet wieder herzustellen und die Folgen der Einwirkung des Menschen zu mildern.

Ein wichtiges Thema der Projekte ist die verstärkte Integration sozioökonomischer Tätigkeiten in den Naturschutz. Ein Projekt in Katalonien dient der Wiederherstellung des zweitgrößten Sees in Spanien und gleichzeitig der Förderung einer nachhaltigen Entwicklung in diesem stark frequentierten Gebiet. Bei dem bereits erwähnten Projekt für drei prioritäre Vogelarten wird die Frage der Brutplätze und der Futterversorgung auf Privatgelände mit direkter Beteiligung der Eigentümer angegangen. Dies ist eine wichtige Voraussetzung für das Erreichen der in der Habitat-Richtlinie festgelegten Ziele.

Ungarn

Ein Projekt wird gefördert.

Im Rahmen dieses Projekts sollen die pannonischen Eichenwälder und das trockene Grasland der Szénás-Hügel in der Nähe von Budapest wieder hergestellt werden. Sie wurden in der Vergangenheit trotz ihrer botanischen Bedeutung durch forstwirtschaftliche Praktiken geschädigt und sind auch durch das Wachstum der Budapester Vororte bedroht. Kiefernbestände werden in natürliche Waldgebiete umgewandelt und der überschüssige Wildbestand wird unter Kontrolle gebracht. Vor Ort werden Sensibilisierungsmaßnahmen durchgeführt.

Vereinigtes Königreich

Zahl der geförderten Projekte - 2

Ein Projekt betrifft den immer seltener auftretenden Goldenen Scheckenfalter im Südwesten Englands, der nur noch in winzigen Natura-2000-Gebieten zu finden ist. Ziel ist die Verbesserung geeigneter Lebensräume für diese Art und der Verbindungskorridore zwischen den Gebieten. Partner des Projekts ist die nationale Straßenbaubehörde, die vor kurzem eine in der Nähe dieser Gebiete verlaufende Hauptverkehrsstraße verlegt hat.

Im Mittelpunkt des zweiten Projekts stehen zwei bedeutende Talwälder eines im Tal der Flusses Wye an der Grenze zwischen England und Wales, das zweite im Nationalpark Peak District in Nordengland. Ziel des Projekts ist die Wiederherstellung und der Schutz der Waldgebiete durch eine nachhaltige integrierte Bewirtschaftung..

(1)Richtlinie 92/43/EWG zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wild lebenden Tiere und Pflanzen.

(2)Richtlinie 79/409/EWG über die Erhaltung der wild lebenden Vogelarten.

(3)Je 47 % der Fördermittel stehen für die Programme LIFE-Natur und LIFE-Umwelt, die restlichen 6 % für das LIFE-Drittländer-Programm zur Verfügung.


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