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IP/03/1138

Brüssel, den 31. Juli 2003

Kampf den armutsbedingten Krankheiten: Kommissionsmitglied Philippe Busquin besucht Afrika und stellt das Programm für klinische Versuche vor

Die Partnerschaft für klinische Versuche zwischen Europa und den Entwicklungsländern (Europe Developing Countries Clinical Trials Partnership - EDCTP) ist eine ehrgeizige Initiative zur Bekämpfung von HIV/AIDS, Malaria und Tuberkulose, die mit €200 Millionen von der Europäischen Union gefördert wird. Das für Forschung zuständige Kommissionsmitglied Philippe Busquin verweist darauf, dass Geld allein nicht ausreicht, weshalb er vom 29. August bis zum 2. September Afrika bereisen wird, um das Programm für klinische Versuche besser bekannt zu machen und um die Länder Afrikas aufzufordern, sich dieser wegweisenden Initiative anzuschließen. Auf dem Besuchsprogramm stehen wichtige Forschungseinrichtungen und Begegnungen mit Ministern in Tansania, Mosambik und Südafrika, wo er auf einer Sitzung der WHO in Johannesburg zu den Gesundheitsministern afrikanischer Staaten sprechen wird.

Busquin erklärte: „Die Erforschung von Behandlungsmethoden von Krankheiten bedeutet nicht nur die Arbeit im Labor, sondern auch die Arbeit mit den Patienten in ihrem eigenen Umfeld. Beim Besuch der am schwersten betroffenen Gebiete Afrikas hoffe ich darstellen zu können, was das Programm für klinische Versuche wirklich bedeutet: Die partnerschaftliche Zusammenarbeit europäischer Länder mit Entwicklungsländern und der pharmazeutischen Industrie in der Bekämpfung von Leid und Armut. Afrikanische und europäische Länder müssen sich in ihren Anstrengungen zusammenschließen, um ihr Wissen auszutauschen und einen echten politischen Konsens herzustellen, um so gemeinsam langfristige Strategien und Programme voranzutreiben, mit denen HIV/AIDS und andere armutsbedingte Krankheiten bekämpft werden können.“

Das Programm für klinische Versuche: Kampf den Krankheiten durch internationale Partnerschaften

Die Europäische Kommission unterstützt eine langfristige Partnerschaft zwischen Europa und den Entwicklungsländern, indem sie €200 Millionen für die Entwicklung neuer Arzneimittel und Impfstoffe für HIV/AIDS, Malaria und Tuberkulose bereitstellt, ein Betrag, den die EU-Mitgliedstaaten um mindestens weitere €400 Millionen aufstocken werden. Die Partnerschaft zwischen Europa und den Entwicklungsländern im Bereich der klinischen Versuche (EDCTP) wurde im April 2002 als Vorreiterinitiative im Zuge des 6. Forschungsrahmenprogramms der Europäischen Kommission ins Leben gerufen.

Unter dem Dach dieser Partnerschaft unternehmen die Mitgliedstaaten der EU und Norwegen, Entwicklungsländer und die pharmazeutische Industrie gemeinsame Anstrengungen zur Bekämpfung dieser drei armutsbedingten Krankheiten und ermöglichen leichtere und schnellere klinische Versuche für Arzneimittel und Impfstoffe. 95 % der auf diese drei Krankheiten zurückzuführenden Todesfälle sind in den Entwicklungsländern zu verzeichnen, wobei diese zu 90 % auf Afrika entfallen. Deshalb konzentriert sich das Programm für klinische Versuche zunächst vorrangig auf diesen Kontinent.

Da Forschungsgelder allein zur Bekämpfung dieser Krankheiten nicht ausreichen, hat die Europäische Kommission ein ehrgeiziges Programm gestartet, das sich in bisher nicht gekanntem Ausmaß auf die Zusammenarbeit zwischen europäischen Ländern, Entwicklungsländern, Nord und Süd und der pharmazeutischen Industrie stützt. Mit Hilfe des Programms sollen neue, an die afrikanische Bevölkerung angepasste Behandlungsmöglichkeiten entwickelt werden und hierzu klinische Forschung in Afrika unter wesentlicher Mitwirkung afrikanischer Wissenschaftler betrieben werden. Durch die Öffnung des Europäischen Forschungsraums für die Welt, haben Wissenschaftler aus Entwicklungsländern Zugang zu allen Projekten. Ferner ist es notwendig, Entwicklungshilfe auf die Bekämpfung von Armut zu richten und hierfür massiv in Forschung und Ausbildung zu investieren, wobei Wissen, Infrastrukturen und Ergebnisse gemeinsam genutzt werden können.

Forschung in Aktion

Kommissionsmitglied Philippe Busquin wird mit afrikanischen Staatschefs zusammentreffen, sich ein Bild über die Zusammenarbeit europäischer und afrikanischer Wissenschaftler und Kliniker verschaffen, aber auch Patienten und ihr Umfeld besuchen.

Am 29. und 30. August wird Busquin in Tansania mit leitenden Beamten zusammentreffen und eine Forschungseinrichtung mit dem Schwerpunkt HIV/AIDS in Mbeya besuchen. 17,9 % der jungen Frauen (Alter 18-24) in städtischen Gebieten sind HIV-positiv, bei den in ländlichen Gebieten lebenden Frauen beträgt der Anteil 8,6 %.

Am 31. August wird Busquin in Mosambik Premierminister P. Mocumbi treffen und nahe Maputo eine Einrichtung besuchen, die sich mit allen drei Krankheiten, vor allem aber mit Malaria, befasst. In Mosambik sterben immer noch 56 % der Kinder unter 5 Jahren an Malaria.

Am 1. September wird Busquin in Südafrika auf Minister Ngubane treffen und an der WHO-Regionalsitzung in Johannesburg teilnehmen, wo er afrikanischen Gesundheitsministern die EDCTP-Initiative vorstellen wird.

Weitere Informationen für die Presse sind abrufbar unter der Internetseite:

http://ec.europa.eu/research/edctp.html


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