Navigation path

Left navigation

Additional tools

Forschungsinfrastrukturen: Kommission lanciert ein europäisches Strategieforum

European Commission - IP/02/621   25/04/2002

Other available languages: EN FR NL

IP/02/621

Brüssel, 25. April 2002

Forschungsinfrastrukturen: Kommission lanciert ein europäisches Strategieforum

Synchrotrone, ultrastarke Laser oder Teilchenbeschleuniger: die Infrastrukturen spielen in der europäischen Forschung eine grundlegende Rolle. Das neue "Europäische Strategieforum über die Forschungsinfrastrukturen", das von der Mitgliedstaaten der Union auf Initiative der Kommission eingesetzt wurde, soll eine allen Ländern der EU offen stehende multidisziplinäre Plattform zur fortlaufenden Analyse der von der Wissenschaftsgemeinschaft geäußerten Bedürfnisse bieten. Die Eröffnungssitzung findet heute in Brüssel statt. Zu den Infrastrukturen gehören Großanlagen ebenso wie Hochleistungsrechner für die Bioinformatik, Strukturen des Typs GRID(1) für die wissenschaftliche Zusammenarbeit, Datenbanken für Sozialwissenschaften, virtuelle Bibliotheken oder Netze von Naturschutzgebieten für die biologische Vielfalt. Aufgabe des Forums wird es sein, europäische oder multinationale Projekte im Hinblick auf die Schaffung neuer Forschungsinfrastrukturen in Europa anzuregen und zu fördern. Es setzt sich zusammen aus Vertretern der 15 Mitgliedstaaten, die von den unmittelbar für die Wissenschaftspolitik in ihrem Land verantwortlichen Forschungsministern benannt werden.

Der für Forschung zuständige Kommissar Philippe Busquin erklärte zu der Einsetzung des Strategieforums: "Die Schaffung dieses Forums leitet eine neue Etappe bei der Errichtung des Europäischen Forschungsraums ein. Die Forschungsinfrastrukturen sind grundlegende Werkzeuge im Dienste der Wissenschaftsgemeinschaft und bilden den Kern der wissenschaftlichen und technologischen Entwicklungen von morgen. Diese Infrastrukturen sind ein Treffpunkt der Forscher der einzelnen europäischen Länder, sowohl aus dem akademischen Bereich als auch aus der Industrie, ein Zentrum zur Förderung von Zusammenarbeit und Austausch. In diesem Sinne bilden sie ein wichtiges Gestaltungs- und Integrationselement der europäischen Wissenschaftsgemeinschaft im Geiste des Europäischen Forschungsraums."

Europa konnte in der Vergangenheit aufgrund eines gemeinsamen Vorgehens zur Untersuchung, Schaffung und Nutzung großer Forschungsinfrastrukturen glänzende Erfolge aufweisen. Multinationale Einrichtungen wie die CERN (Europäische Organisation für wissenschaftliche Kernforschung)(2), die EWO (Europäische Weltraumorganisation)(3), die ESO (Europäische Organisation für astronomische Forschung in der südlichen Hemisphäre)(4), das EMBL (Europäisches Laboratorium für Molekularbiologie)(5) haben weitgehend bewiesen, dass sie in der Lage sind, die europäischen Länder in diesem Bereich zu assoziieren.

So sind nicht zuletzt die ESRF (Europäische Synchrotron-Strahlungsanlage)(6) in Grenoble, das VLT (Very Large Telescope)(7) der ESO in Chile oder der LHC (großer Hadron-Speicherring)(8) der CERN in Genf weltweit führende Einrichtungen, die zur Exzellenz und Ausstrahlung der europäischen Wissenschaft beitragen.

Die Vielfalt der Disziplinen und der erforderlichen Infrastrukturarten, die zunehmende Zahl potenzieller Partner (Privatsektor, Bewerberländer) haben es jedoch immer schwieriger gemacht, dieses Problem auf europäischer Ebene in den Griff zu bekommen. Die Entscheidung, ob Forschungsinfrastrukturen beibehalten oder geschlossen, verbessert oder neu geschaffen werden sollen, erweist sich als immer schwieriger. In den letzten Jahren haben sich die Entscheidungsfindungsprozesse verlangsamt. Daher ist es notwendig, auf dem Gebiet der Forschungsinfrastrukturen eine kohärente europäische Wissenschaftspolitik zu fördern. Das Forum wird versuchen, dieser Aufgabe gerecht zu werden.

Weitere Informationen unter:

http://www.cordis.lu/rtd2002/era-developments/infrastructures.htm

http://www.cordis.lu/improving/infrastructure/events.htm

(1) GRID : Das Internet von morgen mit Breitbandnetzen und Hochleistungsrechnern mit hoher Speicherkapazität,das von den Wissenschaftlern als verteiltes System verwaltet wird.

(2)http://welcome.cern.ch/welcome/gateway.html

(3) http://www.esa.int/export/esaCP/index.html

(4) http://www.eso.org/

(5) http://www.embl-heidelberg.de/

(6) http://www.esrf.fr/

(7) http://www.eso.org/paranal/

(8) http://lhc-new-homepage.web.cern.ch/lhc-new-homepage/


Side Bar

My account

Manage your searches and email notifications


Help us improve our website