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IP/02/554

Brüssel, 12.April 2002

Die Kommission stellt 36 Mio. EUR für humanitäre Hilfe an Serbien bereit

Die Europäische Kommission hat einen Globalplan über 35,9 Mio. € zugunsten der Republik Serbien genehmigt und wird mit diesen Mitteln ihre Hilfe für Flüchtlinge, Vertriebene und andere benachteiligte Bevölkerungsgruppen fortsetzen. Damit soll die humanitäre Hilfe für den Zeitraum 2002 bis Anfang 2003 gedeckt werden; die Hilfe wird vom Amt für humanitäre Hilfe (ECHO), das direkt Kommissar Poul Nielson unterstellt ist, verwaltet. Finanziert werden sollen insbesondere Lieferungen von Nahrungsmitteln und anderen Gütern (z. B. Gesundheitsartikel und Verteilung von Kohle). Die Maßnahmen betreffen die Bereiche Gesundheit, Unterkunft und Rückführung sowie die soziale Integration der Betroffenen; gedeckt werden dringende Bedürfnisse von ungefähr 500 000 Menschen. Bei der Annahme des Beschlusses erklärte Kommissar Nielson: "In humanitärer Hinsicht ist das Schlimmste nun vorüber, was mich sehr erleichtert. Doch besteht in Serbien weiterhin großer Bedarf an Hilfe. Die zur Verfügung gestellten Mittel zeigen, dass die Kommission die 500 000 Flüchtlinge und Vertriebenen, die sich wachsender Armut und Unsicherheit ausgesetzt sehen, nicht vergessen hat und sie weiter unterstützen wird.

Fast die Hälfte des zugewiesenen Betrags ist für Grundbedürfnisse der Flüchtlinge, Vertriebenen und benachteiligten Bevölkerungsgruppen bestimmt, die durch Lieferung von Nahrungsmitteln, Gesundheitsartikeln sowie Holz und Heizöl für den nächsten Winter gedeckt werden sollen. Im Gesundheitsbereich wird ECHO den leichteren Zugang der gesamten Bevölkerung zu einer Grundversorgung, den Wiederaufbau der Gesundheitszentren sowie die Bereitstellung von Grundausrüstungsgegenständen fördern. Besondere Aufmerksamkeit gilt den am meisten benachteiligten Gruppen (Behinderte und Roma). Im Rahmen der geplanten Projekte zur sozialen Integration und psycho-sozialen Unterstützung soll die Eingliederung der Flüchtlinge, Vertriebenen und der Roma in die Gesellschaft verbessert werden.

Was Unterkunft bzw. Rückführung anbelangt, werden den Flüchtlingen, die sich entschlossen haben, in Serbien zu bleiben bzw. nach Bosnien oder Kroatien zurückzukehren, dauerhafte Lösungen angeboten. Um für bessere Unterbringung zu sorgen, sollen außerdem Flüchtlinge, die mit dem Bau einer Unterkunft in Serbien begonnen haben, unterstützt und Einrichtungen, die Flüchtlinge höheren Alters aufnehmen können, wieder aufgebaut werden. Flüchtlinge, die noch nicht entschieden haben, ob sie in Serbien bleiben oder nach Bosnien bzw. Kroatien zurückkehren wollen, erhalten eine materielle Hilfsleistung für die Rückkehr. Über die NROs und das Flüchtlingshilfswerk der UN (UNHCR) erhalten sie aber auch Informationen und Beistand in Rechtsfragen.

Seit Beginn der Balkankrise hat die Europäische Kommission Hilfsmittel im Wert von über 2,33 Mrd. € zur Verfügung gestellt. Nach Ende des Kosovokriegs sind die Bedürfnisse an humanitärer Hilfe schrittweise gedeckt worden, so dass ECHO die Gelder für diese Region reduzieren und gleichzeitig den Weg für langfristige Hilfe bereiten konnte, an der sich auch andere Geber und Dienststellen der Kommission sowie die Europäische Agentur für Wiederaufbau aktiv beteiligen.


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