Navigation path

Left navigation

Additional tools

Other available languages: EN FR

IP/02/435

Brüssel, 19. März 2002

Lebensmittelsicherheit Mitgliedstaaten unter-stützen die Aussetzung der Vermarktung von Gelee-Süßwaren in Minibechern („jelly mini-cups") mit dem Lebensmittelzusatzstoff „Konjac" (E425)

Der Ständige Ausschuss für die Lebensmittelkette und Tiergesundheit befürwortete heute einen Kommissionsvorschlag über Dringlichkeitsmaßnahmen zur Aussetzung der Vermarktung innerhalb der EU von Gelee-Süßwaren in Minibechern („jelly mini-cups"), die den Lebensmittelzusatzstoff Konjac (E 425) enthalten. Die Aussetzung wird von der Europäischen Kommission in den nächsten Tagen formell erlassen und sofort wirksam werden. Die Europäische Kommission hat die Aussetzung vorgeschlagen, um die Gesundheit der Verbraucher und insbesondere von Kindern zu schützen; Auslöser war der Tod mehrerer Kinder in den Vereinigten Staaten und in Kanada durch Ersticken nach dem Verschlucken des Inhalts solcher „jelly mini-cups" mit Konjac. Gelee-Süßwaren, die diesen Stoff enthalten, werden als Gesundheitsrisiko angesehen aufgrund ihrer Form und der chemischen und physikalischen Eigenschaften von Konjac. Eine EU-weite Maßnahme wird als notwendig erachtet, um ein einheitlich hohes Verbraucherschutzniveau in allen EU-Mitgliedstaaten zu gewährleisten.

„Der Schutz der Gesundheit unserer Kinder hat absolute Priorität für mich", erklärte der für Gesundheit und Verbraucherschutz zuständige Kommissar David Byrne heute. „Ich freue mich daher, dass die Mitgliedstaaten unseren Vorschlag unterstützen. Dies ist ein gutes Beispiel dafür, wie das neue EU-Lebensmittelrecht in der Praxis funktionieren kann, mit gezielten und entschlossenen Maßnahmen zum Schutz aller EU-Bürger und vor allem der Kinder."

Gelee-Süßwaren in Minibechern werden in der EU von verschiedenen Herstellern als Einzelportionen, vorgepackte Süßwaren oder Konfekt, hauptsächlich für Kinder, in Verkehr gebracht. Einige Hersteller bringen bereits einen Warnhinweis auf der Lebensmittelverpackung an, der das Risiko für Kinder und ältere Menschen hervorhebt. Die Mitgliedstaaten stimmten heute einem Vorschlag für eine Entscheidung der Kommission über die Aussetzung des Inverkehrbringens des Produkts zu, da derartige Warnhinweise zum Schutz von Kindern nicht ausreichen. Die Entscheidung untersagt auch die Verwendung dieses Zusatzstoffes in ähnlichen Produkten. Damit müssen Hersteller und Importeure alle Gelee-Süßwaren in Minibechern und anderes Gelee-Konfekt mit Konjac aus den Verkaufsstellen zurückrufen.

Diese Dringlichkeitsmaßnahme stützt sich auf die neuen Befugnisse, die der Europäischen Kommission durch die im Februar in Kraft getretene Verordnung (EG) Nr. 178/2002 zur Festlegung der allgemeinen Grundsätze und Anforderungen des Lebensmittelrechts, zur Errichtung der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit und zur Festlegung von Verfahren zur Lebensmittelsicherheit übertragen werden.

Artikel 53 dieser Verordnung ermächtigt die Kommission, das Inverkehrbringen eines Lebensmittels auszusetzen, das wahrscheinlich ein ernstes Risiko für die Gesundheit des Menschen darstellt, wenn diesem Risiko nicht durch Maßnahmen der Mitgliedstaaten auf zufrieden stellende Weise begegnet werden kann. Angesichts der Tatsache, dass die Mitgliedstaaten sehr unterschiedliche und einige überhaupt keine Maßnahmen getroffen haben, hielt die Kommission EU-weite Maßnahmen für notwendig, um ein angemessenes Gesundheitsschutzniveau für alle EU-Bürger zu gewährleisten.

Konjac wird als Gelier- und Verdickungsmittel in Lebensmitteln eingesetzt. Es wird auch unter den Bezeichnungen Konjacgummi, Konjac-Glucomannan, Conjac, Konnyaku, Yam flour oder Glucomannan geführt. Bei den Gelee-Süßwaren in Minibechern handelt es sich um mundgroße Einzelportionen, die ein kleines Stück Obstkonserve u. a. Apfel, Mango, Litschi enthalten. Der Kunststoffbecher hat in etwa die Größe einer Kaffeesahne-Portionspackung. Verkauft werden die Süßwaren in verschiedenen Packungsgrößen (in Beuteln oder Kunststoffbehältern) oder einzeln. Einige Packungen können Warnhinweise enthalten.

Der Ständige Ausschuss für die Lebensmittelkette und Tiergesundheit ist der neue Regelungsausschuss gemäß Verordnung (EG) Nr. 178/2002.

Siehe auch IP/02/289 vom 21. Februar 2002.


Side Bar

My account

Manage your searches and email notifications


Help us improve our website