IP/02/255
Brüssel, 14 Februar 2002
Ausweitung der TSE-Tests bei Schafen und Ziegen
Die Kommission hat eine Änderung der TSE-Verordnung (transmissible spongiforme Enzephalopathien) angenommen, mit der die Zahl der TSE-Tests bei Schafen und Ziegen in den Mitgliedstaaten erhöht werden soll. Die Gesamtzahl der Tests pro Jahr in der Europäischen Union wird von 164 000 auf 560 000 gesteigert. Die Ausnahmeregelungen für Finnland und Österreich in Bezug auf bestimmte BSE-Auflagen wurden ebenfalls überprüft.
Ab dem 1. April 2002 erhöht sich die Zahl der Schafe und Ziegen, die in den Mitgliedstaaten, die eine große Zahl erwachsener Schafe schlachten, auf transmissible spongiforme Enzephalopathien (TSE) getestet werden müssen, von derzeit rund 18 000 Tieren pro Jahr auf dann 66 000. Die neue Zahl setzt sich zusammen aus 60 000 gesunden Schlachttieren und 6 000 im Betrieb verendeten Tieren im Alter von über 18 Monaten. Mitgliedstaaten, die eine geringere Zahl von Tieren schlachten, müssen ebenfalls ihre Tests ausweiten, wobei eine erreichbare Zahl anzustreben ist. Insgesamt wird sich der Mindestumfang der Tests pro Jahr für die gesamte EU von derzeit 164 000 auf 560 000 erhöhen.
Die Kommission schlug die neuen Maßnahmen als Reaktion auf eine Stellungnahme vor, die der Wissenschaftliche Lenkungsausschuss (WLA) am 18./19. Oktober vorgelegt hatte und in der dieser dringlich eine Erhebung über das Auftreten transmissibler spongiformer Enzephalopathien (TSE) bei Schafen und Ziegen in der EU forderte.
Derzeit ist Scrapie, eine Krankheit, bei der bislang keine Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit angenommen werden, die einzige TSE, von der bekannt ist, dass sie natürlicherweise bei diesen Tierarten auftritt. Seit einigen Jahren gibt es jedoch die Sorge, dass die bovine spongiforme Enzephalopathie (BSE) in geringem Umfang auch die Schaf- und Ziegenbestände erfasst haben könnte. Bislang gibt es noch keinen Nachweis für das Auftreten von BSE in Kleinwiederkäuern unter natürlichen Bedingungen. Wissenschaftler schließen jedoch nicht aus, dass Schafe in der Vergangenheit mit potenziell infiziertem Tiermehl gefüttert wurden, und sind daher der Ansicht, dass das Risiko von BSE bei Schafen nicht völlig ausgeschlossen werden kann.
Die Kommission hat bereits Mittel für Tests bei Schafen und Ziegen für das Jahr 2002 in Höhe von 2,9 Mio. € bereitgestellt. Sie wird in Kürze vorschlagen, diesen Betrag um über 4 Mio. € zu erhöhen, um zusätzliche Testausrüstungen in diesem Jahr anschaffen zu können.
Finnland und Österreich bestätigten am 7. bzw. 13. Dezember 2001 ihre ersten Fälle der spongiformen bovinen Enzephalopathie (BSE). Daher ist es nicht mehr angebracht, diese Mitgliedstaaten von der Überwachung gesunder Schlachtrinder und der Verpflichtung zur Entfernung der Wirbelsäule auszunehmen. Die TSE-Verordnung wurde entsprechend abgeändert.
Anhang: Tests an gesunden und verendeten Tieren pro Mitgliedstaat
ANHANG
Tests an für den menschlichen Verzehr geschlachteten Tieren (gesunden Tieren)
|
Mitgliedstaat | Mindeststichprobenumfang pro Jahr |
| Belgien | 3750 |
| Dänemark | 3000 |
| Deutschland | 60000 |
| Griechenland | 60000 |
| Spanien | 60000 |
| Frankreich | 60000 |
| Irland | 60000 |
| Italien | 60000 |
| Luxemburg | 250 |
| Niederlande | 39000 |
| Österreich | 8200 |
| Portugal | 22500 |
| Finnland | 1900 |
| Schweden | 5250 |
| Vereinigtes Königreich | 60000 |
Tests an nicht für den menschlichen Verzehr geschlachteten Tieren (verendeten Tieren)
|
Mitgliedstaat | Mindeststichprobenumfang pro Jahr |
| Belgien | 450 |
| Dänemark | 400 |
| Deutschland | 6000 |
| Griechenland | 6000 |
| Spanien | 6000 |
| Frankreich | 6000 |
| Irland | 6000 |
| Italien | 6000 |
| Luxemburg | 30 |
| Niederlande | 5000 |
| Österreich | 1100 |
| Portugal | 6000 |
| Finnland | 250 |
| Schweden | 800 |
| Vereinigtes Königreich | 6000 |