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Bekämpfung übertragbarer Krankheiten: Kommission schlägt Ohrmarken für Schafe und Ziegen vor

Commission Européenne - IP/02/1915   18/12/2002

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IP/02/1915

Brüssel, 18. Dezember 2002

Bekämpfung übertragbarer Krankheiten: Kommission schlägt Ohrmarken für Schafe und Ziegen vor

Am vergangenen Freitag nahm die Europäische Kommission im Rahmen ihrer kontinuierlichen Bemühungen um die Eindämmung von Tierseuchen einen Vorschlag für eine Verordnung über die Kennzeichnung und Registrierung von Schafen und Ziegen an. Will man Tierseuchen zum Stillstand bringen, so ist rasches Handeln gefordert. Zu diesem Zweck muss es möglich sein, den Herkunftsort von Tieren sowie ihre Verbringungen innerhalb der EU problemlos festzustellen. Mit der vorgeschlagenen Verordnung sollen die laufenden Maßnahmen verstärkt werden, insbesondere dadurch, dass alle Mitgliedstaaten schrittweise ein System zur Kennzeichnung jedes Tieres einführen, so dass die einzelnen Verbringungen von Schafen und Ziegen verfolgt werden können.

Der Kommissar für Gesundheit und Verbraucherschutz, David Byrne, zu dem Vorschlag: "Die Maul- und Klauenseuche hat gezeigt, wie dringend ein System zur Eindämmung übertragbarer Krankheiten gebraucht wird. Das in dieser Verordnung vorgeschlagene Kennzeichnungssystem wird es ermöglichen, rasch festzustellen, woher Tiere kommen und welchen Weg sie zurückgelegt haben, so dass die Verbringungen infizierter Tiere verfolgt werden können. Um Krankheitsausbrüche zu beherrschen, ist es unumgänglich, dass in allen Mitgliedstaaten die gleichen Vorschriften gelten."

Mit ihrem Verordnungsvorschlag beabsichtigt die Kommission, ein Kennzeichnungs- und Registrierungssystem einzuführen, mit dem sichergestellt wird, dass Schafe und Ziegen Ohrmarken tragen und sämtliche Verbringungen erfasst werden. Neugeborene Schafe und Ziegen sollen mit 2 Ohrmarken mit Codes gekennzeichnet werden, die eine individuelle Identifizierung ermöglichen, so dass sämtliche Schafe und Ziegen im Laufe der Zeit allmählich registriert werden. Allerdings können Mitgliedstaaten davon absehen, Lämmer unter sechs Monaten einzeln zu kennzeichnen, die unter extensiven oder Freilandbedingungen aufgezogen werden, sofern sie auf dem Bauernhof verbleiben. Sobald sie diesen verlassen, müssen sie gekennzeichnet werden. Allerdings brauchen grenzüberschreitend verkaufte Schafe und Ziegen diese individuelle Kennzeichnung spätestens zum 1. Juli 2003.

Die Aufzeichnungen der Betriebe sollen genaue Informationen über Identität, Geschlecht, Rasse und, falls bekannt, Genotyp der Tiere sowie über deren Geburt und Tod und die Verbringung zum bzw. vom Betrieb enthalten. Bislang werden nur die Verbringungen ganzer Bestände erfasst.

Die zentralen Behörden sollen eine Datenbank aufbauen, die zunächst Angaben über die Betriebe (Halter, Art und Anzahl der Tiere) und später auch über jede Verbringung enthält. Genauere Daten sollen die Verkehrsscheine enthalten, damit die Tiere, ihre Herkunft und ihr Bestimmungsort identifiziert werden können.

Ein besseres System bedeutet zusätzliche Arbeit für Behörden und Halter, aber es besteht Einvernehmen darüber, dass das derzeitige System verbessert werden muss. Kurzfristig müssen die zusätzlichen Kosten von den Schaf- und Ziegenhaltern getragen werden, denen jedoch auf die Dauer die verbesserte Gesundheit der Tiere zugute kommen wird.

Elektronische Kennzeichnung steht vor der Einführung

Von 1998 bis 2002 testete die Kommission die elektronische Kennzeichnung von Nutztieren im Großversuch (IDEA). Die Technik steht bereit, und es geht nun um die Entwicklung von Systemen, damit die elektronische Kennzeichnung auf EU-Ebene in der Praxis angewandt werden kann. Ziel ist es, den Übergang zu einem elektronischen System bis zum 1. Juli 2006 zu vollziehen.

Die elektronischen Kennzeichen enthalten einen Mikrochip mit dem individuellen Identifizierungscode des jeweiligen Tieres, der nicht verändert werden kann. Dieser Code wird von einem elektronischen Lesegerät gelesen, welches seinerseits an einen Computer angeschlossen werden kann, der das Tier direkt registriert; andernfalls liest das Gerät den Code nur, und die anschließende Registrierung erfolgt dann manuell.

Die nächsten Schritte

Es wird davon ausgegangen, dass der griechische Vorsitz den Vorschlag im ersten Halbjahr 2003 weiterbehandeln möchte. Das Europäische Parlament wird gemäß Artikel 37 konsultiert. Eine Mitentscheidung sieht Artikel 37 nicht vor.


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