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IP/02/1462

Brüssel, 11. Oktober 2002

Kommission verabschiedet ersten Bericht über die Bestrahlung von Lebensmitteln in der EU

Die Europäische Kommission verabschiedete einen Bericht über die Bestrahlung von Lebensmitteln in der EU, der unter anderem auch Auskunft darüber gibt, wieweit Lebensmittel auf dem EU-Markt ordnungsgemäß gekennzeichnet sind. Der Bericht ist der erste seiner Art und stützt sich auf Kontrollen der nationalen Behörden in den Mitgliedstaaten. Generell konstatiert der Bericht ein hohes Maß der Befolgung der Vorschriften der EU-Richtlinie über die Bestrahlung von Lebensmitteln. Die Behörden im Vereinigten Königreich stellten allerdings bei 42 % bestimmter Nahrungsergänzungen eine Bestrahlung fest. Da die meisten dieser Nahrungsergänzungen in der EU nicht bestrahlt werden dürfen, forderte die Kommission die anderen Mitgliedstaaten auf, in diesem besonderen Bereich verstärkt zu kontrollieren.

David Byrne, EU-Kommissar für Gesundheit und Verbraucherpolitik, sagt: „Der Bericht hilft uns festzustellen, wo wir uns künftig verstärkt um die Frage der Bestrahlung von Lebensmitteln kümmern müssen, um sicherzustellen, dass die Regeln eingehalten und die Verbraucher richtig informiert werden."

Bestrahlte Lebensmittel in der EU

Die Bestrahlung getrockneter aromatischer Kräuter oder Gewürze ist in der gesamten EU erlaubt. Fünf Mitgliedstaaten (Belgien, Frankreich, Italien, Niederlande, VK) erlauben darüber hinaus auf ihrem eigenen Gebiet die Vermarktung bestimmter bestrahlter Lebensmittel etwa Frisch- und Trockenobst und gemüse, Geflügel, Garnelen, Fisch oder Froschschenkel. Gemäß der Richtlinie 1999/2/EG müssen alle bestrahlten Lebensmittel mit dem Hinweis „bestrahlt" oder „mit ionisierenden Strahlen behandelt" gekennzeichnet werden, um dem Verbraucher eine sachkundige Entscheidung zu ermöglichen. Diese Kennzeichnungspflicht gilt auch für bestrahlte Lebensmittelbestandteile, die in geringfügigen Anteilen in zusammengesetzten Lebensmitteln enthalten sind. Es gibt Analyseverfahren, mit denen sich die Bestrahlung eines Lebensmittels nachweisen lässt. Die Richtlinie besagt weiter, dass die Bestrahlung nur in von den zuständigen Behörden der Mitgliedstaaten zugelassenen Bestrahlungsanlagen durchgeführt werden darf, und dass diese Anlagen Informationen über die Menge der behandelten Lebensmittel vorlegen müssen. Die Mitgliedstaaten müssen der Kommission jährlich einen Bericht vorlegen.

Feststellungen des Kommissionsberichts

Der Bericht fasst die Ergebnisse der Kontrollen im Zeitraum September 2000 bis Dezember 2001 zusammen. In diesem Zeitraum hatten nur sechs Mitgliedstaaten auf ihrem Hoheitsgebiet niedergelassenen Anlagen die Zulassung erteilt, Lebensmittel zu bestrahlen (Belgien, Deutschland, Dänemark, Frankreich, Niederlande, VK). Die einzelnen Berichte der Mitgliedstaaten weisen darauf hin, dass die Anlagen die Anforderungen der Richtlinie größtenteils erfüllten.

Acht Mitgliedstaaten (Österreich, Deutschland, Finnland, Griechenland, Irland, Niederlande, Schweden, VK) führten Kontrollen von im Handel befindlichen Lebensmitteln durch. Es stellte sich heraus, dass nur wenige bestrahlte Erzeugnisse auf dem Markt sind, die nicht korrekt gekennzeichnet sind. Es handelt sich dabei um Kräuter, Gewürze oder Lebensmittel, die Kräuter oder Gewürze enthalten, Froschschenkel, Garnelen und Gemüse.

Im Vereinigten Königreich jedoch, so stellten die Behörden fest, sind 42 % bestimmter Nahrungsergänzungen (Aloe Vera, Luzerne, Cat's Claw, Teufelskralle, Knoblauch, Ingwer, Ginkgo Biloba, Ginseng, Guarana, Kawa-Kawa, Sägepalmen-Extrakt, Silymarin, Kurkuma) bestrahlt. Da die Behandlung dieser Erzeugnisse mit ionisierenden Strahlen mit Ausnahme von Knoblauch und Ingwer in der EU nicht zulässig ist, wurden die übrigen Mitgliedstaaten von der Kommission aufgefordert, als Ergänzung zu den Maßnahmen des VK besonders diesen Bereich zu kontrollieren, damit gewährleistet ist, dass die Anforderungen der Richtlinie erfüllt werden.

Insgesamt wurden über 6500 Lebensmittelproben untersucht, 1,5 % erwiesen sich als bestrahlt, aber nicht entsprechend gekennzeichnet.

Hintergrund

Bestrahlung ist eine physikalische Behandlung von Lebensmitteln mit energiereicher, ionisierender Strahlung. Sie kann eingesetzt werden, um die Haltbarkeit von Lebensmitteln zu verlängern und/oder Gesundheitsgefahren zu verringern, die bei bestimmten Lebensmitteln durch das Vorhandensein von Krankheitserregern gegeben sind.

Die Liste der Produkte, für die eine Bestrahlung in der EU zugelassen ist, umfasst nur eine Kategorie von Lebensmitteln: „getrocknete aromatische Kräuter und Gewürze".

Das Inverkehrbringen von Produkten, die nicht der Richtlinie entsprechen, ist mit Wirkung ab dem 20. März 2001 untersagt.

Die Rahmenrichtlinie 1999/2/EG besagt:

    a) Die Behandlung eines Lebensmittels mit ionisierender Strahlung darf nur zugelassen werden, wenn dies:

  • technologisch sinnvoll und notwendig ist;

  • gesundheitlich unbedenklich ist;

  • für den Verbraucher nützlich ist;

  • nicht als Ersatz für Hygiene- und Gesundheitsmaßnahmen verwendet wird.

    b) Jedes Lebensmittel, das bestrahlt wurde oder bestrahlte Bestandteile enthält, ist zu kennzeichnen.

    c) Für das Inverkehrbringen eines bestimmten Lebensmittels, das sich auf der EU-Liste der Produkte befindet, für die eine Bestrahlung zugelassen ist, ist eine befürwortende Stellungnahme des Wissenschaftlichen Lebensmittelausschusses erforderlich.

    d) Nationale Zulassungen, die die Bestrahlung bestimmter Lebensmittel innerhalb der Mitgliedstaaten erlauben, können beibehalten werden, bis die vollständige EU-Liste der Produkte, für die eine Bestrahlung zugelassen ist, in Kraft tritt.

    e) Die Mitgliedstaaten können außerdem bis zum Inkrafttreten der gemeinschaftlichen Liste für Lebensmittel, die mit ionisierenden Strahlen behandelt werden dürfen, bestehende Einschränkungen oder Verbote für bestrahlte Lebensmittel unter Beachtung der Vorschriften des Vertrags weiterhin anwenden.

Der Bericht in allen Sprachen ist im Internet unter folgender Adresse zu finden:

http://europa.eu.int/comm/food/fs/sfp/fi_index_en.html

(Rubrik „Jährliche Berichte")


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