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IP/02/136

Brüssel, 24. Januar 2002

Lebensmittelkontrolle: E. coli Kontrollen unterscheiden sich in den Mitgliedstaaten

Kommissar David Byrne begrüßte heute die Ergebnisse eines Berichts des europäischen Lebensmittel- und Veterinäramts, der eine Bestandsaufnahme der nationalen Maßnahmen zur Verringerung des Risikos der Lebensmittelkontaminierung durch E.-coli-Bakterien abgibt. Der Bericht zeigt interessante Beispiele vorbildlicher Verfahren auf, die sich bei der Bekämpfung von E. coli als nützlich erweisen könnten. Der heute veröffentlichte Bericht des Lebensmittel- und Veterinäramts gibt einen Überblick über die Ergebnisse der Kontrollbesuche der letzten Jahren in sechs EU-Ländern bezüglich der Durchführung von Kontrollen auf verozytotoxinbildende Escherichia coli (VTEC). Der Bericht kommt zu dem Schluss, dass in allen Ländern die öffentlichen und privaten Akteure für die Gefährdung durch VTEC-Kontaminierung sensibilisiert sind. Die Inspektoren trafen auf eine große Bandbreite verschiedener öffentlicher und privater Initiativen und Kontrollmaßnahmen zur Ermittlung und Vorbeugung von VTEC-Kontaminierung. Die Inspektionen konzentrierten sich auf Einrichtungen, in denen mit rotem Fleisch, Fleischprodukten, Milch und Milchprodukten umgegangen wird.

Ich nehme erfreut zur Kenntnis, dass den nationalen Stellen die Risiken, denen die Verbraucher durch dieses gefährliche Bakterium ausgesetzt sind, voll bewusst sind", sagte David Byrne, Kommissar für Gesundheit und Verbraucherschutz. „Wir dürfen nicht vergessen, dass VTEC und andere Krankheitserreger in Lebensmitteln eine große Gefahr für die Gesundheit darstellen. Alle an der Herstellung und Zubereitung von Lebensmitteln Beteiligten müssen ihren Teil dazu beitragen, dieses Bakterium und die Schäden, die es anrichten kann, unter Kontrolle zu halten. Wenn angemessene Hygienestandards vom Erzeuger zum Verbraucher eingehalten werden, lässt sich das Risiko, an einer solchen Lebensmittelvergiftung zu erkranken, stark senken. Der Bericht zeigt interessante Beispiele für vorbildliche Verfahren auf und liefert sinnvolle Vorschläge für weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Kontrollen auf europäischer Ebene. Die neuen Rechtsvorschriften, die wir im Bereich Lebensmittelhygiene und Zoonosen vorgeschlagen haben, schaffen den richtigen Rahmen für die praktische Durchführung vieler dieser Verbesserungen. Bis dahin sind die nationalen Stellen natürlich gut beraten, sich die ermittelten vorbildlichen Verfahren genau anzusehen und sie dann selbst im Rahmen der Möglichkeiten anzuwenden."

Durch VTEC ausgelöste Infektionen haben in den letzten 20 Jahren zu Fällen schwerer Lebensmittelvergiftung geführt, darunter sogar einige mit Todesfolge. Die betroffenen Lebensmittel waren von unterschiedlichster Art - Produkte tierischen Ursprungs, Obst, rohe Salate und geschältes Gemüse. Der Bericht kommt zu dem Schluss, dass die nationalen Stellen in den besuchten Ländern beträchtliche Anstrengungen zur Bekämpfung von VTEC-Kontaminierungen unternommen haben.

Die Konzepte zur Überwachung und Eindämmung von Ausbrüchen sowohl bei Tieren als auch bei Menschen weichen jedoch von Land zu Land stark voneinander ab. Wie auch bei anderen Krankheitserregern in Lebensmitteln wird die tatsächliche Prävalenz von VTEC beim Menschen offenbar allgemein unterschätzt.

Im Rahmen des Inspektionsprogramms 2001 führte das Lebensmittel- und Veterinäramt Kontrollbesuche in Belgien, Dänemark, Frankreich, Deutschland, Portugal und Schweden durch, um die Epidemiologie von VTEC-Infektionen und die Beobachtungs- und Kontrollsysteme im Rindfleisch- und Milchsektor zu überprüfen. Die genannten Länder wurden ausgewählt, damit ein Überblick über verschiedene Kontrollsysteme und Lebensmittelherstellungsverfahren in der EU entstehen konnte. Das Ziel bestand hauptsächlich darin, die vorbildlichen Verfahren für VTEC-Kontrollen zu ermitteln und Informationen über das Auftreten von VTEC-Infektionen in der Bevölkerung zusammen zu tragen als Grundlage für Verbraucheraufklärung und weitere gesetzgeberische und sonstige Maßnahmen auf EU-Ebene.

Der Bericht des Lebensmittel- und Veterinäramts dringt auf eine breitere Anwendung von vorbildlichen Verfahren, die von einigen Mitgliedstaaten praktiziert werden, sowie von Verfahren, die im letztjährigen Bericht des zuständigen wissenschaftlichen Ausschusses für lebensmittelbedingte Zoonosen geschildert werden. Das Lebensmittel- und Veterinäramt verweist insbesondere auf die Notwendigkeit einer koordinierten Forschungstätigkeit im Bereich der Prävalenz von VTEC an unterschiedlichen Stellen der Lebensmittelherstellungskette. Das Amt empfiehlt ein gemeinsames Vorgehen der Europäischen Kommission und der Mitgliedstaaten zur Entwicklung von Leitlinien für ein konsistentes Konzept für Nachweis, Meldung, Prävention, Kontrolle und Untersuchung von VTEC-Fällen bei Tieren und Menschen.

Eine bessere Kommunikation zwischen allen an der Lebensmittelherstellungskette Beteiligten wird als wichtig für die Schaffung besserer Kontrollen auf Krankheitserreger in Lebensmitteln eingeordnet. Vorrangig ist auch eine verbesserte Zusammenarbeit zwischen human- und veterinärmedizinischen Einrichtungen auf nationaler Ebene, eventuell durch die Schaffung einer zentralen staatlichen Stelle zur Durchführung epidemiologischer Studien und zur Einleitung geeigneter Maßnahmen bei Zoonose-Ausbrüchen, darunter VTEC. Der Bericht empfiehlt weiter, dass die staatlichen Stellen die Verbraucher über die Gefährdung durch VTEC und entsprechende Vorsorgemaßnahmen informieren sollten. Schließlich wäre die Entwicklung rascher und präziser Analysemethoden zum Nachweis von VTEC hilfreich für die Überwachung und die Entfernung aus der Nahrungskette.

Inspektoren des Lebensmittel- und Veterinäramts verbrachten je eine Woche in den einzelnen Ländern, kamen mit den zuständigen nationalen Stellen zusammen, besuchten Laboratorien der VTEC-Forschung und nahmen Kontrollbesuche vor Ort in landwirtschaftlichen Betrieben und in Produktionsstätten im Fleisch- und Milchsektor vor.

Zurzeit gibt es keine spezifischen EU-Rechtsvorschriften, die die Art der Kontrollen staatlicher Stellen auf E. coli in der Lebensmittelherstellungskette vorgeben. Die bestehenden Rechtsvorschriften sehen jedoch Hygienebestimmungen für die Milch- und Fleischerzeugung vor, die bei ordnungsgemäßer Anwendung angemessenen Schutz gegen die Kontaminierung von Lebensmitteln bieten. Wie im Weißbuch zur Lebensmittelsicherheit angekündigt, arbeitet die Europäische Kommission an der Verbesserung der derzeitigen Rechtsvorschriften zur Erhöhung der Verbrauchersicherheit.

Ein Vorschlag für eine neue Rahmenrichtlinie über Zoonosen, der im August 2001 vorgelegt wurde, wird zurzeit im Europäischen Parlament und im Ministerrat erörtert. Diese Rahmenvorschrift sieht die Möglichkeit vor, auf EU-Ebene harmonisierte Ziele zur Verringerung des Risikos von Kontaminierungen durch E. coli zu setzen. Das Europäische Parlament und der Rat diskutieren ebenfalls über Vorschläge zur Überprüfung der bestehenden Hygienebestimmungen, die die Kommission im Juli 2000 vorgelegt hat. Diese Vorschläge sehen umfassende Hygienebestimmungen für Lebensmittel in allen Sektoren vor, vom Erzeuger zum Verbraucher, die das derzeitige Flickwerk von Regeln für einzelne Sektoren und Produkttypen ersetzen sollen. Sie übertragen die Hauptverantwortung für Hygiene und Lebensmittelsicherheit den Lebensmittelherstellern, auch Landwirten, die sich auf die Programme zur Eigenkontrolle und auf moderne Risikokontrolltechniken stützen können. Die neuen Rechtsvorschriften tragen auch zu einer besseren Kontrolle von VTEC bei.

Der vollständige Bericht ist erhältlich unter:

http://ec.europa.eu/food/fs/inspections/special_reports/sr_rep_4320-2001_en.pdf


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