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IP/02/1364

Brüssel, den 25. September 2002

Kommission stellt Mittel für 16 Umweltprojekte in Drittländern bereit

Die Europäische Kommission hat 16 Umweltprojekte genehmigt, für die Mittel des Programms LIFE-Drittländer für 2002 bereitgestellt werden. Insgesamt stehen für diese neuen Projekte, die aus 74 Vorschlägen ausgewählt wurden, 5 773 355 € zur Verfügung. Fünfzehn der Projekte werden im Mittelmeerraum durchgeführt, eines im Ostseeraum, und zwar in den folgenden 10 Ländern/Territorien: Bosnien und Herzegowina, Kroatien, Zypern, Gazastreifen und Westjordanland, Jordanien, Libanon, Marokko, Russland, Tunesien und Türkei. Durch die Kofinanzierung dieser Projekte wird die Kommission zu Verbesserungen im Umweltbereich durch den Aufbau von Kapazitäten und die Einrichtung von Verwaltungsstrukturen sowie durch die Entwicklung von Umweltpolitiken und Aktionsprogrammen in diesen Ländern beitragen.

Die ausgewählten Projekte sind vorrangig ausgerichtet auf den Aufbau von Kapazitäten (Aufbau von Institutionen, Entwicklung von Politiken, Überwachungsinstrumente, Schulungsmöglichkeiten, Netze, Datenbanken) und umfassen eine breite Themenpalette, von der Wasserwirtschaft über die Bewirtschaftung fester Abfälle bis zu Naturschutz und Schutz der Artenvielfalt (Feuchtgebiete, marine Umwelt, wildlebende Tiere). Durch einige Projekte wird die Angleichung an das Umweltrecht der EU und die Zusammenarbeit auf regionaler oder grenzübergreifender Ebene gefördert. Die Gesamtkosten der Projekte belaufen sich auf 9 324 582 €.

LIFE-Drittländer ist Teil des LIFE-Programms, dem Finanzierungsinstrument der Europäischen Union für Umwelt- und Naturschutzprojekte in der gesamten EU, in den Bewerberländern und in den angrenzenden Regionen(1). Das übergeordnete Ziel von LIFE ist es, durch die Finanzierung spezifischer Aktionen die Entwicklung und Anwendung der Umweltpolitik der EU zu fördern. LIFE besteht aus drei Teilen: LIFE-Umwelt, LIFE-Natur und LIFE-Drittländer. Die Gesamtmittelausstattung für das Programm LIFE III, das den Zeitraum 2000-2004 umfasst, beläuft sich auf 640 Mio. €.

Eine Zusammenfassung der 16 ausgewählten Projekte in Drittländern findet sich im Anhang.

ANHANG

LIFE-DRITTLÄNDER 2002 : AUSGEWÄHLTE PROJEKTE

BOSNIEN UND HERZEGOWINA

Gründung und Ausbau eines Verbandes der Wasserwerke (Bosnia and Herzegovina Water Works Association, BHWWA)

Institut für Wasserwirtschaft

LIFE-Beitrag: 273 737 € (69,2 % der förderfähigen Kosten)

Wichtigstes Ziel des Projekts ist eine höhere Nachhaltigkeit bei der Nutzung der Wasserressourcen durch Sektorpartnerschaften, die durch einen Ausbau des Verbandes der Wasserwerke geschaffen werden. Das Projekt umfasst Maßnahmen zur Sensibilisierung, die Einrichtung eines Verbandes der Wasserwerke, die Entwicklung eines Aktionsplans einschließlich Finanzplanung (Plan für die finanzielle Nachhaltigkeit), Demonstration der Auswirkungen, Einrichtung eines Schulungszentrums, Organisation von Workshops sowie Ausarbeitung eines Handbuchs usw.

Einrichtung einer operationellen Einheit im Rahmen des Lenkungsausschusses Umwelt

Lenkungsausschuss Umwelt

LIFE-Beitrag: 464 330 € (66,5 % der förderfähigen Kosten)

Das Projekt wird zur Entwicklung einer integrierten und kohärenten Umweltpolitik und Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen den beiden Stellen in Bosnien und Herzegowina beitragen. Dies soll erreicht werden durch Festlegung und Organisation des Gesamtrahmens, Einrichtung eines nationalen Umwelt-Informationssystems, Effizienzsteigerung beim Ressourcenmanagement, Schulung des Personals durch Workshops und Besuche vor Ort sowie Verbreitung von Informationen.

KROATIEN

Aufbau eines nationalen Umwelt-Netzes als Teil des pan-europäischen Umwelt-Netzes und des Natura-2000-Netzes

Ministerium für Umweltschutz und Raumplanung

LIFE-Beitrag: 375 095 € (70,0 % der förderfähigen Kosten)

Das Projekt zielt ab auf den Ausbau der Kapazität der nationalen Naturschutzbehörde, die Ausweisung von Natura-2000-Gebieten, den Aufbau des nationalen Umwelt-Netzes und den Aufbau eines Netzes von Personen und Organisationen, die an der Datensammlung beteiligt sind. Es werden Workshops mit den Interessengruppen über die Anforderungen von Natura 2000 stattfinden. Das Projekt wird ferner zur Sammlung der vorhandenen Daten über Natura 2000, der Ausarbeitung einer Karte des Umweltnetzes, der Einrichtung eines Netzes der Datensammler für ein Artenvielfalt-Inventar (Strategie, Beteiligung der Öffentlichkeit), sowie zur Verbreitung der Projektergebnisse und zu Folgemaßnahmen beitragen.

Erhaltung und Management der Wölfe in Kroatien

Ministerium für Umweltschutz und Raumplanung

LIFE-Beitrag: 418 200 € (66,0 % der förderfähigen Kosten)

Die wichtigsten Ziele des Projekts sind der Kapazitätsausbau in der für die Erhaltung und das Management der Wölfe zuständigen Verwaltungsstelle auf nationaler und lokaler Ebene und die Einrichtung eines Systems für langfristige Maßnahmen für die Erhaltung von Wölfen in Kroatien in harmonischer Koexistenz mit dem Menschen.

Corine Land Cover Datenbank für Kroatien

Ministerium für Umweltschutz und Raumplanung

LIFE-Beitrag: 499 479 € (69,0 % der förderfähigen Kosten)

Das Projekt soll ein systematisches Inventar der Landnutzung für Kroatien vervollständigen (Umweltmanagement, Raumplanung), Änderungen in der Landnutzung (als Folge des Krieges oder von Umwelteinflüssen) bewerten und erklären, und die kroatische Datenbank für Landnutzung in die entsprechende europäische Datenbank integrieren.

ZYPERN

Vorbereitung der zuständigen zypriotischen Behörden auf die Ausarbeitung und Durchführung einer Lärmschutzpolitik in Zypern

Ministerium für Landwirtschaft, natürliche Ressourcen und Umwelt

LIFE-Beitrag: 297 338 € (70,0 % der förderfähigen Kosten)

Das Projekt zielt auf die Schaffung der Kapazitäten und der Infrastruktur innerhalb der zuständigen zypriotischen Behörden ab, die für die Ausarbeitung und Durchführung einer Lärmschutzpolitik entsprechend den Spezifikationen der EU erforderlich sind. In seinem Rahmen werden Vorkehrungen für die Lärmüberwachung und -messung getroffen und systematisch Daten zur derzeitigen Umgebungslärmbelastung gesammelt.

Entwicklung und Umsetzung eines integrierten Systems für die Kontrolle und Überwachung der Behandlung von kommunalem Abwasser in Zypern

Dienststelle für Wasserwirtschaft

LIFE-Beitrag: 400 742 € (68,9 % der förderfähigen Kosten)

Im Rahmen des Projekts wird ein Integriertes Managementsystem für Behandlungsanlagen für kommunales Abwasser in Zypern entwickelt.

Das Projekt umfasst: Beschreibung der derzeitigen Lage, Ausarbeitung von Richtlinien, Probennahmen, Messungen und Analysen, Datenerfassung, Entwicklung und Anwendung eines Softwaresystems, Verbreitung von Wissen und Management.

GAZASTREIFEN UND WESTJORDANLAND

Stärkung des palästinensischen Umweltaktionsprogramms

Palästinensische Umweltbehörde

LIFE-Beitrag: 319 095 € (70,0 % der förderfähigen Kosten)

Das Projekt wird technische Hilfe für die Umweltbehörde bereitstellen, die Fachkenntnisse des Personals im Bereich der Überwachung erhöhen und einen neuen Planungszyklus vorbereiten.

Darüber hinaus wird es einen Beitrag leisten zum Umsetzungsplan für die Projekte, die im Nationalen Umweltaktionsprogramm festgelegt wurden, den Umweltkontrollsystemen, der Bewertung der wichtigsten Quellen der Verschmutzung durch die Industrie und durch gefährliche Stoffe und der Auswirkungen dieser Umweltbelastung, sowie zur Entwicklung eines Umweltevaluierungssystems.

JORDANIEN

Gefährliche Stoffe in Jordanien, Umwelt- und Rechtsaspekte

Nationales Beobachtungszentrum

LIFE-Beitrag: 327 425 € (70,0 % der förderfähigen Kosten)

Das wichtigste Ziel des Projekts ist es, Normen für die Bewirtschaftung (Beförderung, Abfallbeseitigung) gefährlicher Stoffe (einschließlich biologischer, chemischer und radioaktiver Stoffe) festzulegen und entsprechende Verfahren zu entwickeln. Im Rahmen des Projekts findet eine Reihe von 6 Seminaren statt, wird eine nationale Strategie entwickelt, wird ein nationaler "Think Tank" (NETWORK) aufgebaut, werden Maßnahmen im Bereich der angewandten Forschung und Überwachung ergriffen; in einige dieser Maßnahmen werden Vertreter der Palästinensischen Autonomiebehörde einbezogen.

LIBANON

Stärkung des Systems für die Ausarbeitung und Anwendung des Umweltrechts im Libanon

UNESCO, Cousteau Ecotechnie Chair, Universität Balamand

LIFE-Beitrag: 450 500 € (68,0% der förderfähigen Kosten)

Das übergeordnete Ziel des Projekts ist die Verbesserung der Lage der Umwelt im Libanon durch Ausarbeitung und ordnungsgemäße Anwendung der erforderlichen Rechtsvorschriften. Im Einzelnen sollen die Kapazitäten der für die Ausarbeitung und Anwendung der Umweltvorschriften zuständigen Institutionen gestärkt werden.

Technische Hilfe zur Verstärkung der Verwaltung bei ihren Aufgaben im Umweltbereich

UNDP Lebanon, Internationale Organisation

LIFE-Beitrag: 425 704 € (70,0 % der förderfähigen Kosten)

Das Projekt zielt darauf ab, die operationellen Möglichkeiten des Umweltministeriums zu verbessern. Es wird das Ministerium strukturell verstärken, den Einsatz von Humanressourcen durch gezielte Schulung zur Steigerung der Management-Fachkenntnisse und -fähigkeiten verbessern, die Infrastruktur des Ministeriums ausbauen und dem Personal, den NRO und den Beratern alle Fähigkeiten vermitteln, die für die effiziente Mobilisierung von Ressourcen und Mittelbeschaffung erforderlich sind, damit das Ministerium seine Aufgabe erfüllen kann.

MAROKKO

Schutz der Artenvielfalt und der Wasserressourcen im Moulouya-Becken

ENDA Maghreb

LIFE-Beitrag: 169 423 € (48,3 % der förderfähigen Kosten)

Ziele des Projekts sind die nachhaltige Entwicklung des Moulouya-Beckens, der Schutz dieses Flussgebiets vor Verschmutzung durch Haushalte und Bergbautätigkeiten und die Stärkung der Institutionen im Hinblick auf Management und Überwachung auf regionaler Ebene. Im Rahmen des Projekts sind verschiedene Maßnahmen vorgesehen: eine Studie über die Artenvielfalt und umweltbelastende Tätigkeiten im Moulouya-Becken, Ausbau der Kapazitäten des Missour-Zentrums für die Behandlung lokaler Abfälle, Gründung einer regionalen Umwelt-Beobachtungsstelle, Forschungsmaßnahmen, Umweltverträglichkeitsstudien sowie Workshops.

Marokkanisches Zentrum für Feuchtgebiete

SEO/BirdLife Sociedad española de ornitología, Internationale Organisation

LIFE-Beitrag: 353 294 € (67,0 % der förderfähigen Kosten)

Ziel dieses Projekts ist die Gründung einer Koordinierungs- und Managementstelle für die Feuchtgebiete in Marokko, des "Marokkanischen Zentrums für Feuchtgebiete", das seinen Sitz in Rabat hat und zum Ministerium für Wasser und Forsten, Direktion Walderhalt, Jagd, Fischzucht und Artenvielfalt gehört.

RUSSLAND

Entwicklung des Umweltaktionsplans für die Bewirtschaftung fester kommunaler Abfälle in St. Petersburg

Ausschuss für Verbrauch, Umweltschutz und Sicherheit, Stadt St. Petersburg

LIFE-Beitrag: 379 290 € (69,0 % der förderfähigen Kosten)

Das übergeordnete Projektziel ist die Entwicklung langfristiger Maßnahmen für die Abfallbewirtschaftung in St. Petersburg. Das Projekt umfasst eine Durchführbarkeitsstudie, eine Prüfung der sanitären, epidemiologischen und umweltrelevanten Aspekte des Plans sowie seine Demonstration und Präsentation.

TUNESIEN

Programm zur institutionellen Unterstützung des tunesischen Ministeriums für Umwelt und Bodennutzung im Bereich der Umwelterziehung

Ministerium für Umwelt und Bodennutzung

LIFE-Beitrag: 394 731 € (50,4 % der förderfähigen Kosten)

Ziel des Projekts ist die Erstellung einer nationalen Strategie für die Umwelterziehung und die Ausarbeitung eines Aktionsplans zur Umsetzung dieser Strategie. Es umfasst Pilotaktionen im Bereich der Umwelterziehung, einschließlich Anpassung der bestehenden Lehrmethoden und -programme, stärkere Einbeziehung der NRO und spezialisierter Verbände in die Durchführung der Strategie und Einrichtung der Mechanismen für Monitoring, Evaluierung und Aktualisierung der Strategie.

TÜRKEI

Erhaltung der marinen Umwelt in der Lagune Oludeniz

Türkische Stiftung für Meeresforschung

LIFE-Beitrag: 224 972 € (69,0 % der förderfähigen Kosten)

Das Projekt wird die Erhaltung der marinen Umwelt der Lagune Oludeniz ermöglichen, die über eine besonders reiche Artenvielfalt verfügt. Das wichtigste Ziel ist die sofortige Einleitung von Maßnahmen, bevor nicht wieder gutzumachender Schaden entsteht. Es sind Maßnahmen vorgesehen, um die Erstellung von Strategien für die nachhaltige Entwicklung der Küstengebiete zu fördern und stark partizipatorische Workshops durchzuführen. Vorgesehen sind die Entwicklung eines Umweltbeobachtungssystems, Probenahmen und statistische Bewertungen, um ein Warnsystem für die lokalen Verwaltungen einzurichten. Außerdem werden Handbücher und Leitfäden ausgearbeitet und ein Sensibilisierungs- und Erziehungsprogramm durchgeführt.

(1)Für eine Förderung aus Mitteln des Programms LIFE-Drittländer kommen in Betracht : Albanien, Algerien, Bosnien und Herzegowina, Kroatien, Zypern, Ägypten, Israel, Jordanien, Libanon, Malta, Marokko, Syrien, Tunesien, Türkei, Westjordanland und Gazastreifen sowie das Ostseegebiet Russlands (Regionen Königsberg und St. Petersburg).


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