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IP/02/1094

Brüssel, 18. Juli 2002

Lebensmittel: Kommission will EU-weite Sicherheitsbewertung und Zulassung von Raucharomen

Die Europäische Kommission hat Maßnahmen zum Schutz der öffentlichen Gesundheit getroffen, indem sie neue Verfahren für die Sicherheitsbewertung und die Zulassung von Raucharomen vorschlägt. Vielen Erzeugnissen vom Räucherschinken bis zum Räucherlachs wird ein Räuchergeschmack zugesetzt. Oft werden anstelle von frischem Rauch Raucharomen verwendet, um Lebensmitteln wie Fleisch, Fisch oder Snacks einen Räuchergeschmack zu verleihen. Die chemische Zusammensetzung von Rauch ist komplex, und geräucherte Lebensmittel geben generell Anlass zu Bedenken in gesundheitlicher Hinsicht. Raucharomen werden durch das Kondensieren von frischem Rauch in Wasser erzeugt. Das Rauchkondensat wird jedoch während der Herstellung der Raucharomen fraktioniert und gereinigt. Aufgrund dieses Reinigungsprozesses wird die Verwendung von Raucharomen allgemein als weniger gesundheitsbedenklich angesehen als konventionelle Räucherverfahren.

Aus Rauchkondensat werden eine ganze Reihe verschiedener Raucharomen hergestellt. Der Wissenschaftliche Lebensmittelausschuss, ein unabhängiger Ausschuss, der die Kommission in Fragen der Verbrauchergesundheit und der Lebensmittelsicherheit berät, ist zu dem Schluss gekommen, dass die vorhandene Vielzahl von Raucharomen nur auf einer begrenzten Zahl im Handel erhältlicher Rauchkondensate beruht. Deshalb sollte sich die toxikologische Bewertung auf diese Rauchkondensate konzentrieren statt auf die Vielzahl der daraus hergestellten Raucharomen.

Aufgrund dieser Stellungnahme hat die Kommission vorgeschlagen, ein Verfahren für die Sicherheitsbewertung und die Zulassung von Rauchkondensaten festzulegen. Einem Antrag auf Zulassung eines Rauchkondensats muss der Antragsteller künftig detaillierte Angaben über Produktionsmethoden sowie über die weiteren Schritte bei der Herstellung der Raucharomaextrakte, über die vorgesehene Verwendung in oder auf spezifischen Lebensmitteln oder Lebensmittelkategorien, über chemische Spezifikationen, toxikologische Untersuchungen und validierte Probenahme- und Nachweismethoden beifügen. Die Bewertung nimmt die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit innerhalb eines festgelegten Zeitrahmens und nach einem transparenten Verfahren vor. Je nach Ergebnis der Bewertung wird die Kommission über jede einzelne Anwendung entscheiden.

Die Kommission schlägt vor, die Zulassungen auf zehn Jahre zu befristen, nach deren Ablauf eine Verlängerung beantragt werden muss. Diese Vorschrift würde sicherstellen, dass die Produkte regelmäßig nach dem neuesten Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse neu bewertet werden.

Der Kommissionsvorschlag für eine Verordnung über Raucharomen zur Verwendung in oder auf Lebensmitteln wird dem Europäischen Parlament und dem Rat zur Annahme im Rahmen des Mitentscheidungsverfahrens vorgelegt.

Weitere Informationen sind von folgender Website über Aromastoffe der Generaldirektion Gesundheit und Verbraucherschutz der Europäischen Kommission abrufbar:

http://europa.eu.int/comm/food/fs/sfp/addit_flavor/flavourings/index_en.html


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