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IP/02/1004

Brüssel, 4. Juli 2002

320 Pestizide werden im Juli 2003 vom Markt genommen

320 Wirkstoffe, die in Pflanzenschutzmitteln Insektiziden, Fungiziden und Herbiziden Verwendung finden, werden im Jahr 2003 vom Markt genommen. Dies geschieht im Rahmen des neuen Konzepts der Europäischen Union zur Unbedenklichkeitsprüfung von Wirkstoffen in Pflanzenschutzmitteln. Zweck dieser Maßnahme ist es, die Schutzvorkehrungen zu verbessern, um sicherzustellen, dass alle diese Produkte ohne Gefahr für Umwelt und Gesundheit eingesetzt werden können. Anwender sowie Groß- und Einzelhändler von Pflanzenschutzmitteln müssen wissen, ob die Produkte, die sie anwenden oder vertreiben, voraussichtlich vom Markt genommen werden, damit sie keine Lagerbestände unbrauchbarer Produkte zurückbehalten. Die Betroffenen sollten sich bei ihren nationalen Behörden erkundigen, ob die jeweiligen Produkte noch zugelassen sind oder nicht.

Nach dem gegenwärtigen Konzept müssen Hersteller von Pflanzenschutzmitteln nachweisen, dass ihre Produkte die vorgeschriebenen Sicherheitsstandards erreichen. Die meisten dieser Produkte werden vom Markt genommen, weil die Hersteller es aus wirtschaftlichen Gründen ablehnen, einen solchen Nachweis nach den 2000-2001 von der Kommission festgelegten Notifizierungsverfahren zu erbringen. Soll dieser Nachweis erbracht werden, müssen die Hersteller den benannten Behörden in den Mitgliedstaaten sowie der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit bis Mai 2003 vollständige Unterlagen vorlegen. Bis über die Unbedenklichkeit entschieden ist, dürfen die betreffenden Pflanzenschutzmittel, für die Nachweise vorgelegt werden, ihre Zulassung behalten.

Für einige so genannte „wesentliche Verwendungszwecke" werden in manchen Mitgliedstaaten einige befristete Ausnahmeregelungen gelten. Dies betrifft Produkte, für deren Unbedenklichkeit die Hersteller keine Nachweise vorlegen, zu denen es aber keine unmittelbaren Alternativen gibt und gegen deren begrenzte und befristete Verwendung auch keine Bedenken bestehen.

Die Rücknahme dieser 320 Stoffe ist noch nicht alles. Im Juli 2003 könnten bis zu 150 weitere Stoffe vom Markt genommen werden, wenn die Kommission in Kürze wie erwartet eine zweite Notifizierung für weitere 200 Stoffe annimmt. Es wird erwartet, dass die Industrie beschließt, für bis zu 150 dieser Stoffe keine Nachweise vorzulegen. Die Kommission wird dann Anfang 2003 über das weitere Schicksal dieser Stoffe entscheiden.

Angesichts der 20 bereits früher und der 320 jetzt vom Markt genommenen Stoffe sowie der 150 Stoffe, die möglicherweise folgen, verschwinden somit über 60 % aller Pflanzenschutzmittel, die 1993 auf dem Markt waren. Die Kommission beabsichtigt, bis Ende des Jahres 2008 über alle Stoffe, für die Nachweise vorgelegt werden, zu entscheiden und die Harmonisierung der für Pestizide zugelassenen Wirkstoffe in der EU abzuschließen.

Anmerkung für Redakteure:

Die Richtlinie 91/414/EWG über die Zulassung, den Einsatz und die Kontrolle von Pflanzenschutzmitteln, also Insektiziden, Fungiziden, Herbiziden usw., wurde 1991 erlassen. Sie schafft ein EU-weit harmonisiertes Zulassungssystem für Wirkstoffe, die in Pflanzenschutzmitteln eingesetzt werden. Die Mitgliedstaaten können dann auf ihrem Hoheitsgebiet die Produkte genehmigen, welche die von der EU zugelassenen Stoffe enthalten. Durch die Vorschriften von 1991 wird die Zulassung von Wirkstoffen davon abhängig gemacht, dass die Prüfung ihrer Unbedenklichkeit welche die Erzeuger durch Daten belegen müssen positiv ausfällt.

Als die Richtlinie 414/91/EWG des Rates 1991 angenommen wurde, durften in den Mitgliedstaaten mehr als 800 solcher Stoffe verwendet werden.

Schließlich möchte die Kommission darauf hinweisen, dass es bereits Maßnahmen gibt, welche die Kontrolle der derzeit eingesetzten Wirkstoffe auf Überschreitung der Rückstandshöchstwerte (MRL) sicherstellen. Dies gibt den Mitgliedstaaten die Möglichkeit einzuschreiten, um die gesundheitliche Unbedenklichkeit der Verwendung der betreffenden Pflanzenschutzmittel zu gewährleisten und mögliche Gefahren für die Gesundheit zu vermeiden.


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