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ip/01/1670

Brüssel, den 27. November 2001

Dioxin in Futtermitteln Byrne begrüßt die Festsetzung von Dioxingrenzwerten für Futtermittel durch den Rat

Der für Gesundheit und Verbraucherschutz zuständige Kommissar David Byrne begrüßte heute die Annahme einer Richtlinie des Rates zur Festsetzung rechtsverbindlicher Grenzwerte für Dioxin und andere Kontaminanten in Futtermitteln. Alle Futtermittel und deren Ausgangserzeugnisse, die diese strengen Grenzwerte überschreiten, sind von der Verwendung in der Futter- bzw. Lebensmittelkette ausgeschlossen. Die Maßnahmen im Bereich der Futtermittel sind wesentlicher Bestandteil einer umfassenden Strategie, welche die Kommission vorgelegt hat, um als Reaktion auf die Dioxinkontaminationen der Vergangenheit die Sicherheit von Lebens- und Futtermitteln zu verbessern. Kommissar Byrne dankte der belgischen Präsidentschaft dafür, dass sie eine rasche Einigung über den von der Kommission im Juli dieses Jahres vorgelegten Vorschlag erleichtert hat. In den nächsten Tagen wird der Rat einen entsprechenden Vorschlag zur Festsetzung von Grenzwerten in Lebensmitteln annehmen.

„Ich freue mich, dass die Minister ebenfalls ein strenges und kompromissloses Vorgehen gegen Schadstoffe in Futtermitteln für notwendig halten. Mit der Festsetzung rechtsverbindicher Grenzwerte in dieser neuen Rechtsvorschrift haben wir eine neue Etappe in der EU-Strategie für Lebens- und Futtermittelsicherheit erreicht," kommentierte Byrne das Ergebnis der heutigen Ratstagung. Er fügte hinzu, „Bisher haben nur sehr wenige Länder rechtsverbindliche Grenzwerte für den Dioxingehalt von Futtermitteln festgesetzt. Diese Maßnahmen werden als Teil einer umfassenden Strategie zweifellos den Dioxingehalt von Futter- und Lebensmitteln senken. Unsere Strategie zielt darauf ab, einem komplizierten Kontaminationszyklus entgegenzuwirken und gleichzeitig Maßnahmen zur Senkung der Belastung von Futtermitteln, Lebensmitteln und der Umwelt mit Dioxinen, Furanen und PCB zu treffen. Während diese Maßnahmen es ermöglichen, die Verbrauchergesundheit zu schützen, muss unser Ziel letztlich darin bestehen, die Dioxinfreisetzung an der Quelle weiter zu reduzieren und dafür zu sorgen, dass Dioxin gar nicht erst in die Umwelt gelangt."

Die heute angenommene Richtlinie des Rates ist Teil einer umfassenden Strategie zur Senkung der Belastung von Umwelt, Futter- und Lebensmitteln mit Dioxinen und PCB. Maßnahmen zur Begrenzung oder Unterbindung der Dioxinfreisetzung in die Umwelt, die an der Quelle ansetzen, sind von wesentlicher Bedeutung für die Senkung der allgemeinen Dioxinkontamination.

Sie werden dargestellt in einer Mitteilung der Kommission an den Rat, das Europäische Parlament und den Wirtschafts- und Sozialausschuss über eine Strategie der Gemeinschaft für Dioxine, Furane und polychlorierte Biphenyle. Diese Mitteilung hat die Kommission am 24. Oktober 2001 angenommen (siehe IP/01/1492 vom 25. Oktober 2001).

Mit der angenommenen Richtlinie wird die Richtlinie 1999/29/EG des Rates über unerwünschte Stoffe und Erzeugnisse in der Tierernährung abgeändert. Sie legt strenge, aber einhaltbare Höchstwerte für den Dioxingehalt von Futtermitteln fest.

Die mit dieser Richtlinie festgesetzten Höchstwerte für den Dioxin- und Furangehalt von Futtermitteln und deren Ausgangserzeugnissen bilden den ersten Schritt der Maßnahmen im Bereich der Futtermittel. In einer künftigen Empfehlung des Rates sollen Auslösewerte und mittelfristig zu erreichende Zielwerte für Futtermittel und deren Ausgangserzeugnisse festgelegt werden, die niedriger sind als die heute angenommenen Höchstwerte. Die Auslösewerte sollen als Instrument für „Frühwarnungen" dienen und ein proaktives Vorgehen der zuständigen Behörden und der Unternehmen auslösen, um die Kontaminationsquellen und -wege zu ermitteln und Maßnahmen zu deren Beseitigung zu ergreifen. Zu erreichen sind letztlich die Zielwerte, an denen sich die Maßnahmen orientieren, die zur weiteren Senkung der Umweltemissionen nötig sind.

In einer gesonderten Erklärung, die der Richtlinie beigefügt ist, hat die Kommission betont, wie wichtig einzelstaatliche Überwachungsmaßnahmen in den Mitgliedstaaten sind, um zu überprüfen, ob die festgesetzten Grenzwerte auch eingehalten werden. Darin werden auch Initiativen der Kommission zur Festlegung konkreter Leitlinien für die Überwachung, insbesondere für die Zahl der jeder Kategorie von Futtermitteln und Futtermittel-Ausgangserzeugnissen zu entnehmenden Proben angekündigt. Die bei diesen und anderen Überwachungstätigkeiten gewonnenen Daten werden die Grundlage für eine künftige Überprüfung der heute angenommenen Grenzwerte bilden.

Die Richtlinie wird am 1. Juli 2002 in Kraft treten.

Vgl. auch: IP/01/1045 vom 20. Juli 2001 (Kommission schlägt Strategie zur Reduzierung des Dioxinanteils in Lebens- und Futtermitteln vor) unter  http://ec.europa.eu/dgs/health_consumer/library/press/press169_en.pdf

sowie MEMO/01/270 vom 20. Juli 2001 (Dioxin in Futtermitteln und Lebensmitteln die Fakten) unter:   http://ec.europa.eu/dgs/health_consumer/library/press/press170_en.pdf

ANHANG: Höchstwerte für Dioxin in Futtermitteln

Futtermittel

Höchstgehalt bezogen auf ein Futtermittel mit einem Feuchtigkeitsgehalt von 12 %

Sämtliche Futtermittel-Ausgangserzeugnisse pflanzlichen Ursprungs einschließlich pflanzliche Öle und Nebenerzeugnisse

0,75 ng WHO-PCDD/F-TEQ//kg (1,2)

Mineralien

1,0 ng WHO-PCDD/F-TEQ//kg (1,2)
Tierisches Fett, einschließlich Milchfett und Eifett 2,0 ng WHO-PCDD/F-TEQ//kg (1,2)

Sonstige Erzeugnisse von Landtieren einschließlich Milch und Milcherzeugnisse sowie Eier und Eiererzeugnisse

0,75 ng WHO-PCDD/F-TEQ//kg (1,2)
Fischöl6 ng WHO-PCDD/F-TEQ//kg (1,2)
Fisch, sonstige Wassertiere, ihre Erzeugnisse und Nebenerzeugnisse, ausgenommen Fischöl3) 1,25 ng WHO-PCDD/F-TEQ//kg (1,2)

Mischfuttermittel, ausgenommen Futtermittel für Pelztiere, Futtermittel für Fische und Futtermittel für Heimtiere

0,75 ng WHO-PCDD/F-TEQ//kg (1,2)

Futtermittel für Fische Futtermittel für Heimtiere

2,25ng WHO-PCDD/F-TEQ//kg (1,2)

    (1) Konzentrations-Obergrenzen; bei der Berechnung der Konzentrations-Obergrenzen wird davon ausgegangen, dass sämtliche Werte der einzelnen Congenere, die unter der Bestimmungsgrenze liegen, gleich der Bestimmungsgrenze sind.

    (2) Diese Höchstwerte werden vor dem 31. Dezember 2004 anhand neuer Daten über das Vorhandensein von Dioxinen und dioxinähnlichen PCB erstmals überprüft, insbesondere im Hinblick auf die Einbeziehung der dioxinähnlichen PCB in die festzusetzenden Werte; sie werden vor dem 31. Dezember 2006 erneut überprüft mit dem Ziel, die Höchstwerte deutlich zu senken.

    (3) Für Frischfisch, der direkt angeliefert und ohne Zwischenverarbeitung zur Erzeugung von Futtermitteln für Pelztiere verwendet wird, gilt der Höchstwert nicht. Die Erzeugnisse, verarbeitete tierische Proteine, die aus diesen Pelztieren gewonnen werden, können nicht in die Lebensmittelkette gelangen, und ihre Verfütterung an Nutztiere, die zur Nahrungsmittelproduktion gehalten, gemästet oder gezüchtet werden, ist verboten."


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