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Dieses Jahr sollen 30 Länder, 1 800 Hochschulen und 120 000 Studierende am Erasmus-Programm teilnehmen

European Commission - IP/01/1588   15/11/2001

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IP/01/1588

Brüssel, 15. November 2001

Dieses Jahr sollen 30 Länder, 1 800 Hochschulen und 120 000 Studierende am Erasmus-Programm teilnehmen

Zu Beginn des neuen akademischen Jahres gab die Europäische Kommission die Zahlen über die Aktivitäten bekannt, die im Zeitraum 2001/2002 im Rahmen des Erasmus-Programms in ganz Europa realisiert werden sollen. Voraussichtlich werden etwa 120 000 Hochschulstudenten einen anrechenbaren Studienaufenthalt in einem anderen europäischen Land absolvieren und mehr als 10 000 Hochschulprofessoren kurzfristig einen Lehrauftrag an einer anderen Universität wahrnehmen. Erasmus ist die Aktion für Hochschulbildung innerhalb von SOKRATES, dem europäischen Aktionsprogramm im Bereich der allgemeinen Bildung, das seit 1997 auch den assoziierten Ländern offen steht.

„Ich bin sehr stolz auf den großen Erfolg von Erasmus. Ein Erasmus-Studienaufenthalt fördert nicht nur die akademischen und kulturellen Kompetenzen der Europäer, sondern auch ihre Beschäftigungsfähigkeit über die Ländergrenzen hinweg. Viele frühere Erasmus-Studierende können Arbeitsplätze finden, an denen sie die während des Studienaufenthalts im Ausland erworbenen oder intensivierten Kompetenzen wie Sprachkenntnisse, das Gastland betreffende Fachkenntnisse oder konkrete Kenntnisse des kulturellen und gesellschaftlichen Lebens des Gastlandes nutzen können. Tatsächlich hat etwa ein Drittel der Erasmus-Studierenden Stellenangebote aus dem Ausland erhalten und etwa ein Fünftel der Studierenden eine Stelle im Ausland angenommen", erklärte Bildungskommissarin Viviane Reding.

Die Finanzmittel für die Erasmus-Tätigkeiten werden sich für 2001/2002 auf etwa 150 Millionen Euro belaufen, von denen 80 % für Mobilitätsstipendien bestimmt sind. Das Gesamtbudget für die zweite Phase des SOKRATES-Programms beträgt 1 850 Millionen Euro für den Zeitraum 2000-2006, wovon 51 % auf die Erasmus-Aktion verwendet werden. Das 1987 mit einigen wenigen Universitäten eingeleitete Erasmus-Programm hat es bisher etwa 850 000 Studierenden ermöglicht, einen Studienaufenthalt im Ausland zu absolvieren, und damit zur Entwicklung einer europäischen Staatsbürgerschaft beigetragen. Im kommenden Jahr wird der millionste Erasmus-Studierende gefeiert werden.

120 000 beteiligte Studenten

Im akademischen Jahr 2001/2002 nehmen 1 826 Universitäten/Hochschuleinrichtungen am Programm teil. Etwa 120 000 Studierende werden 6 bis 12 Monate im Ausland verbringen, wobei ein Stipendium einen Teil der „Mobilitätskosten" wie Reisekosten, höhere Lebenshaltungskosten usw. abdecken soll. Absolut gesehen sind die aktivsten Länder Frankreich, Deutschland, Spanien, das UK und Italien (siehe Tabelle 1), relativ gesehen (d. h. Anteil der Erasmus-Studierenden im Verhältnis zur nationalen Studentenpopulation) haben einige der „kleineren" Länder Belgien, Schweden, Finnland, Portugal eine bemerkenswerte Dynamik erkennen lassen.

Die Fachbereiche mit dem umfangreichsten Studentenaustausch sind Betriebswirtschaft (18 %), Sprachen und Philologie (14 %), Ingenieurwissenschaften und Technologie (12 %) sowie Sozialwissenschaften (10 %).

Um die Anerkennung des Erasmus-Auslandsaufenthalts zu gewährleisten, haben mehr als 1 000 Hochschuleinrichtungen das Europäische System zur Anrechnung von Studienleistungen (European Credit Transfer System ECTS) übernommen. Es besteht aus einer gemeinsamen „Skala", die die Arbeitsbelastung der Studierenden bestimmt (Vorlesungsstunden, persönliches Studium, Laborarbeit usw., insgesamt 60 Anrechnungspunkte pro Jahr). Das für die Zwecke von Erasmus konzipierte und gestartete Anrechnungssystem wird inzwischen bzw. demnächst in mehreren europäischen Ländern (seit kurzem in Italien und Deutschland) als nationales System für die Organisation von Studiengängen genutzt.

Auch ist vorgesehen, dass 10 000 Hochschulprofessoren kurzfristig (generell eine Woche lang) Vorlesungen halten sollen, die voll in das Studienprogramm der Gasteinrichtung integriert sind. Die aktivsten „entsendenden" Länder sind Deutschland, Spanien und Frankreich, als Fachbereiche am stärksten vertreten sind Ingenieurwissenschaften/Technologie (14 %), Sprachen (13 %), Sozialwissenschaften (10 %) und Betriebswirtschaft (10 %).

332 innovative europäische Projekte

Allerdings ist Erasmus nicht nur ein „Austausch"-Programm: jedes Jahr können europäische Universitäten (wie auch Kunstakademien, Fachhochschulen usw.) in jedem Fachbereich gemeinsam Studienprogramme konzipieren, z. B. europäische Module, Lehrpläne, Magister-Studiengänge, Intensivprogramme. Im akademischen Jahr 2001/2002 wird es 120 neue Studienprogramme und 220 Intensivprogramme geben. Die 332 neuen europäischen Projekte wurden aufgrund ihres innovativen Ansatzes, der Nutzung der neuen Technologien und der Verbindung zu Wirtschaft und Gesellschaft ausgewählt. Zu ihnen gehören ein von der LUISS-Universität (Rom) mit vier Partnern koordinierter „Magister in Kulturpolitik und -management"; ein von der Technischen Hochschule von Pirkanmaan (Finnland) organisierter Sommerkurs im Bereich „Management des elektronischen Geschäftsverkehrs"; ein von der Universität von Bilbao mit 7 anderen Universitäten koordiniertes „europäisches Doktorat in Friedensforschung".

Zusätzlich wird Erasmus die Aktivitäten von 26 „thematischen Netzen" unterstützen, die zwischen Fakultäten und Fachbereichen der Hochschulen, Berufsverbänden und Forschungszentren bestehen und breit gefächerte „Foren" für Überlegungen zu bestimmten Themenbereichen oder Themen bilden. Neben den 18 bereits bestehenden Netzen, die bestätigt wurden, werden dieses Jahr in verschiedenen Fachbereichen (von Geschichte über Architektur bis Informatik) 8 neue thematische Netze gestartet.

Auf dem Weg zu einem europäischen Hochschulraum

Für die assoziierten Länder, die sich im Kontext der Heranführungsstrategien am Programm beteiligen, gibt es ermutigende Statistiken: 2001/2002 werden 313 Einrichtungen Nutzen aus SOKRATES/Erasmus ziehen. Ihre Tätigkeiten werden den Austausch von etwa 10 000 Hochschulstudenten und 1 000 Hochschullehrern umfassen; die Organisation von 25 Intensivprogrammen; die Beteiligung an 135 gemeinsamen Studienprogrammen wie auch die Übernahme des ECTS durch 177 Hochschuleinrichtungen.

Erasmus-Studierende scheinen die Population der Universitätsstudenten im Allgemeinen zu repräsentieren und nicht zu den oberen sozioökonomischen Klassen zu gehören (53 % der befragten Erasmus-Studenten bezeichneten das Einkommen ihrer Eltern als durchschnittlich oder unter dem Durchschnitt liegend). Darüber hinaus hängt die Entscheidung für ein Auslandsstudium in vielen Fällen nicht von wirtschaftlichen Überlegungen ab, sondern eher von Faktoren wie Motivation, Zugang zur Information sowie Anerkennung und Förderung eines entsprechenden Vorhabens innerhalb der Familie des Studierenden.

Die Aktion Erasmus trägt zur Entwicklung des „europäischen Hochschulraums" bei, der großen Initiative, die 1999 mit der „Erklärung von Bologna" von 31 Bildungsministern und -ministerinnen eingeleitet und dieses Jahr in Prag bekräftigt wurde. Ihr Ziel besteht darin, bis 2010 einen gesamteuropäischen Raum zu schaffen, der sich stützt auf eine gemeinsame Architektur für Studiengänge, die zu akademischen Graden führen (zweistufige Studienprogramme und Anrechnungssysteme in allen Ländern); auf gemeinsame Rahmenbedingungen für Transparenz und Vergleichbarkeit der Titel; auf Qualität und eine europäische Dimension in der Hochschulbildung; auf die Mobilität von Hochschulstudenten und Hochschullehrern.

Weitere Informationen:

über Erasmus: http://ec.europa.eu/education/erasmus.html

über die Hochschulbildung in Europa und über den „europäischen Hochschulraum": http://ec.europa.eu/education/higher.html

ANHANG: TABELLE ZUR STUDENTENMOBILITÄT 2001/02 - Studierende nach Heimat- und Gastland

Gastland

HeimatlandBEDKDEGRESFRIEITLUNLATPTFISEUKISLINOBGCZEECYLVLTHUMTPLROSISKInsgesamtHeimatland
BE21176016514371391212734181019129539926279425121198314141630100291438724208387BE
DK181585724644828423102859950124113649301113635162734387753011363860DK
DE91977769546586474106531421317266607241437175149256426059851082311201225465199624612612332688DE
GR3201268185108125563012051671962611654421262728197611769211910911235371GR
ES1708694457945564325265369113786221730741846388145274231772126164316519351239385130450ES
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NB: Die Zahl der Studierenden, die jedes Jahr Nutzen aus dem Programm ziehen, entspricht nicht der Zahl der „verfügbaren Plätze" (sondern generell +-55 % dieser Plätze).

Dies ist vor allem darauf zurückzuführen, dass viele Universitäten lieber weniger Studierende mit einem höheren Stipendium entsenden.


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