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Urban II: Europäische Union steuert 9,9 Mio. EURO zur Stadterneuerung im Kieler "Ostufer-Stadtgebiet" bei

European Commission - IP/01/1451   18/10/2001

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IP/01/1451

Brüssel, den 18 Oktober 2001

Urban II: Europäische Union steuert 9,9 Mio. EURO zur Stadterneuerung im Kieler "Ostufer-Stadtgebiet" bei

Die Europäische Kommission hat ein Programm zur Stadterneuerung im Kieler "Ostufer-Stadtgebiet" genehmigt. Dieses Programm im Rahmen der Gemeinschaftsinitiative URBAN(1) wird von der Europäischen Union im Zeitraum 2001-2006 mit 9,9 Mio. (2) unterstützt. Mit diesen europäischen Fördermitteln wurden rund 8,4 Mio. € aus dem öffentlichen Sektor sowie 1,6 Mio. € aus der Privatwirtschaft für weitere Investitionen mobilisiert, so dass insgesamt Mittel in Höhe von 19,8 Mio. € zur Verfügung stehen. Programmschwerpunkte sind die Entwicklung der lokalen Wirtschaft, die Humanressourcen, die soziale Eingliederung sowie die Verbesserung des Images dieses Stadtteils.

Bei der Bekanntgabe dieser Entscheidung erklärte der für Regionalpolitik zuständige EU-Kommissar Michel Barnier: "Die Gemeinschaftsinitiative URBAN bietet eine kreative und innovative Lösung für die Probleme der Stadterneuerung. Die Programme sind bürgernah ausgerichtet und beziehen die Bürger auf allen Stufen des Entscheidungsprozesses mit ein. Das Programm für das Kieler "Ostufer-Stadtgebiet" bildet hierbei keine Ausnahme. Es mobilisiert eine starke lokale Partnerschaft und umfasst Schwerpunkte für die lokale Entwicklung, die ich voll und ganz unterstütze. Ich bin überzeugt, dass dieses Programm einen wesentlichen Beitrag zur Stadterneuerung in diesem Teil von Kiel leisten wird."

Das Programmgebiet umfast Teile der Bezirke Südfriedhof, Gaarden-Ost, Ellerbek, Wellingdorf und Neumühlen-Dietrichsdorf nahe dem Ostufer der Kieler Förde. Die Einwohnerzahl beläuft sich auf 32 500 und ist rückläufig. Die Arbeitslosenquote liegt ebenso wie die Zahl der Sozialhilfeempfänger (vor allem in Bezug auf alleinstehende Mütter) erheblich über dem Kieler Durchschnitt. Das Gebiet befindet sich weiterhin in einer wirtschaftlichen Umstrukturierung. Viele der örtlichen kleinen und mittleren Unternehmen sind durch den wirtschaftlichen Wandel in Bedrängnis geraten. Das Bildungsniveau liegt besonders bei den Frauen unter dem Kieler Durchschnitt.

Das Programm umfasst mehrere Teilstrategien, die in integrierter Weise auf der lokalen Ebene umgesetzt werden, um ein neuartiges Konzept der Problemlösung zu unterstützen. Das Programm konzentriert sich auf drei Schwerpunkte:

  • Wirtschaftliche Entwicklung. Die Projekte im Rahmen dieses Schwerpunkts können die Erschließung von Industriebrachen, die Verbesserung der Straßenverbindungen, die Nutzung des Forschungs- und Entwicklungspotenzials, die Förderung der Informations- und Kommunikationstechnologien sowie die Erhaltung und Erweiterung der vorhandenen breiten Palette an lokalen Unternehmen betreffen (Gemeinschaftsbeteiligung: 4,2 Mio. €).

  • Humanressourcen. Hier stehen Finanzmittel für die Organisation eines "lokalen Beschäftigungspaktes" und für die Schaffung von Beratungsstellen für kleine und mittlere Unternehmen sowie von lokalen Einrichtungen für allgemeine und berufliche Bildung zur Verfügung (Gemeinschaftsbeteiligung: 3,8 Mio. €).

  • Soziale Eingliederung und Verbesserung des Images des Stadtteils. Unter diesem Schwerpunkt können das Stadtteilmanagement und -marketing, der Ausbau der sozialen und multikulturellen Infrastruktur, die Verbesserung des Lebensumfelds sowie die Anlage öffentlicher Grünflächen gefördert werden (Gemeinschaftsbeteiligung: 1,4 Mio. €).

Weitere Gemeinschaftsmittel in Höhe von 0,5 Mio. € sind für technische Hilfe bestimmt.

Die Gemeinschaftsinitiative URBAN II

Ziel der Gemeinschaftsinitiative URBAN ist die "wirtschaftliche und soziale Wiederbelebung der krisenbetroffenen Städte und Stadtviertel zur Förderung einer dauerhaften Städteentwicklung". Die zweite Auflage von URBAN (URBAN II) gilt für den Zeitraum 2001-2006. Im Rahmen dieser Initiative werden 70 benachteiligte städtische Gebiete in der gesamten EU gefördert. Allein die EU stellt insgesamt Fördermittel in Höhe von 743,6 Mio. €(3) bereit, wodurch Mittel des öffentlichen Sektors und der Privatwirtschaft in zumindest gleicher Höhe mobilisiert werden.

Die Fördermittel von URBAN II für Deutschland belaufen sich auf insgesamt 148,7 Mio. €(4). Es wurden Programme für Berlin, Bremerhaven, Dessau, Dortmund, Gera, Kassel, Kiel, Leipzig, Luckenwalde, Mannheim/Ludwigshafen, Neubrandenburg und Saarbrücken eingereicht.

Ein besonderes Merkmal von URBAN II ist die Entwicklung innovativer Modelle für die Stadterneuerung. Ein weiteres Kennzeichen ist die große Bedeutung, die der Partnerschaft und der Mitwirkung der lokalen Akteure beigemessen wird. Außerdem findet ein EU-weiter Austausch von Informationen und Erfahrungen im Bereich der nachhaltigen Stadtentwicklung statt.

URBAN II wird aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) unter der Zuständigkeit von Kommissar Barnier finanziert. Gefördert werden Initiativen wie die Renovierung von Gebäuden und die Sanierung öffentlicher Anlagen, örtliche Beschäftigungsinitiativen, die Verbesserung des allgemeinen und beruflichen Bildungssystems zur Integration der benachteiligten Gruppen, die Entwicklung umweltfreundlicher öffentlicher Verkehrsmittel, die Förderung eines effizienteren Energiemanagements, der Einsatz erneuerbarer Energien und die Erschließung des Potenzials der Informationsgesellschaft.

Auf Vorschlag einer Partnerschaft, der die verschiedenen lokalen Akteure angehören, genehmigt die Kommission die Programme. Die Programmlaufzeit erstreckt sich über den gesamten Zeitraum 20012006, wobei die lokalen Akteure auf allen Stufen dieses Prozesses einbezogen werden.

Verwaltungsbehörde

Ministerium für Wirtschaft, Technologie und Verkehr des Landes Schleswig-Holstein

Düsternbrooker Weg 94

D-24105 Kiel

Tel.: +49 431-988-4526

Fax: +49 431-988-4812

E-Mail: ruediger.balduhn@wimi.landsh.de

Weitere Informationen

Ergänzende Informationen zu URBAN II finden Sie in dem Dokument MEMO/01/301 vom 25. September 2001 und auf folgender Website der Europäischen Kommission:

http://www.inforegio.ec.europa.eu/urban/

(1) Eine Beschreibung von URBAN II findet sich weiter unten.

(2) Zu Preisen aus der Zeit der Programmplanung

(3) Neues Profil zu Preisen von 2003

(4) Neues Profil zu Preisen von 2003


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