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Brüssel, den 11. September 2001

Mehr Umweltfreundlichkeit bei der Europäischen Kommission: Beschluß zur Anwendung des Systems für das Umweltmanagement und die Umweltbetriebsprüfung (EMAS)

Die Europäische Kommission hat heute einen weiteren Schritt für eine "grünere" Verwaltung im eigenen Hause getan und einen Beschluß zur Anwendung des Gemeinschaftssystems für das Umweltmanagement und die Umweltbetriebsprüfung (EMAS) verabschiedet. Das System wird es der Kommission gestatten, ein genaues Bild von ihren Umweltauswirkungen zu gewinnen, ihre Umweltleistung zu verbessern sowie auf organisatorischer und finanzieller Ebene Nutzeffekte zu erzielen. Dazu Umweltkommissarin Margot Wallström: "Die Europäische Kommission geht mit gutem Beispiel voran. Durch die Einführung von EMAS wollen wir anderen öffentlichen Behörden und Unternehmen ein Vorbild geben; unser endgültiges Ziel ist die EMAS-Eintragung der Europäischen Kommission". Vizepräsident Neil Kinnock äußerte sich wie folgt: "Die Kommission hat ihr Bewußtsein für die Notwendigkeit konkreter Maßnahmen unter Beweis gestellt, als sie 1997 ihren Aktionsplan "Grüne" Verwaltung(1) ins Leben rief. Durch die Anwendung von EMAS wird unser Engagement für eine umweltfreundliche Verwaltung weiter gefestigt."

EMAS ist ein europäisches System, das Organisationen bei der Verbesserung ihrer Umweltleistung unterstützen soll. Es bietet eine klare Struktur für das Umweltmanagement, die an verschiedene Arten von Organisationen angepaßt werden kann. Organisationen sollen mit seiner Hilfe ein genaues Bild ihrer Umweltauswirkungen gewinnen und die bedeutendsten Auswirkungen gezielter in Angriff nehmen.

Durch die neue EMAS-Verordnung(2) wurde das System auch auf öffentliche Behörden ausgeweitet. Dank dieser Erweiterung des Geltungsbereichs kann sich jetzt auch die Europäische Kommission an dem System beteiligen.

Verbesserungen auf organisatorischer und finanzieller Ebene

Durch Einführung von EMAS kann die Kommission die Praktiken im eigenen Hause untersuchen - z.B. können sich das Gebäudemanagement, die Wahl der Verkehrsmittel für den Weg zum Arbeitsplatz und die Entwicklung politischer Strategien auf die Umwelt auswirken.

Dieses Streben nach Umwelteffizienz steht auch im breiteren Kontext des von der neuen Kommission angestoßenen Reformprozesses.

Das integrierte und systematische Konzept von EMAS für das Management von Umweltbelangen wird der Kommission außerdem Kosteneinsparungen ermöglichen, z.B. durch geringeren Energieverbrauch. Es bestehen also Möglichkeiten für Nutzeffekte auf organisatorischer als auch finanzieller Ebene, wie gängige Praktiken in der Industrie zeigen.

Pilotphase in drei Generaldirektionen

Das Generalsekretariat sowie die Generaldirektionen Umwelt und Verwaltung werden an einer Pilotphase teilnehmen. Der erste Schritt wird die Bewertung aller Umweltaspekte ihrer Tätigkeiten sein. Material aus der Aktion "Grüne Verwaltung" der Kommission wird dabei einbezogen.

Im Rahmen dieser Aktion werden Tätigkeiten mit bedeutenden Umweltauswirkungen eindeutig identifiziert. Dann werden für einen Zeitraum von zwei Jahren Umweltziele definiert. Am Ende dieses Zeitraums werden die Ergebnisse bewertet, um die Anwendung von EMAS auf alle Dienststellen auszuweiten. Endgültiges Ziel ist die EMAS-Eintragung der Europäischen Kommission.

Ökologische Fortschritte in den Mitgliedstaaten

Die Mitgliedstaaten haben demonstriert, dass Systeme für Umweltmanagement in öffentlichen Verwaltungen eingeführt werden können. Im Januar 1997 startete Schweden ein Pilotprojekt zur Einführung von Umweltmanagementsystemen in 25 Regierungsbehörden. Im Juli 2001 wurde die erste öffentliche Behörde in Belgien im Rahmen von EMAS eingetragen.

Bis heute haben 138 öffentliche Organe Umweltmanagementsysteme eingerichtet. Zu den bisherigen Ergebnissen zählen geringerer Strom- und Papierverbrauch, die Umstellung auf umweltfreundlichere Produkte und Abfalltrennung an der Quelle. All diese Maßnahmen wirken sich unmittelbar und positiv auf die Umweltleistung aus.

Zwischen Januar und Juli 2001 erhielten 356 Unternehmen in Europa die EMAS-Eintragung.

Prüfung

Die neue EMAS-Verordnung enthält alle einschlägigen Komponenten der Norm EN ISO 14001:1996. Somit muß die Einrichtung eines Umweltmanagementsystems nicht doppelt erfolgen, um internationale und europäische Auflagen zu erfüllen. Im Hinblick auf Glaubwürdigkeit und Transparenz übertrifft EMAS die internationalen Normen sogar.

Gutes Umweltmanagement ist zwar ein Anfang, aber die Organisationen müssen sich auch mit Besorgnissen der Öffentlichkeit auseinandersetzen und durch unabhängige Sachverständige kontrolliert werden. Vom Standpunkt der Effizienz wird es immer wichtiger, dass Organisationen ein systematisches Konzept für die Behandlung von Umweltbelangen entwickeln, das extern geprüft werden kann. Statt auf Umweltprobleme nur zu reagieren, können Organisationen zunehmend proaktives Verhalten zeigen.

Das EMAS-System führt zu einer klaren Umwelterklärung. Es gibt Organisationen die Möglichkeit, zu sagen, was sie für die Umwelt tun, warum und wie. Damit ist es ein nützliches Instrument für Organisationen, die ihre Anstrengungen und Erfolge ins rechte Licht setzen wollen. Externe Kontrollen verleihen nicht nur der Umwelterklärung Glaubwürdigkeit, sondern auch der sie abgebenden Organisation. Durch das EMAS-Logo können Organisationen auch öffentlich demonstrieren, dass sie über ein solides Umweltmanagementsystem verfügen und dass ihre Umweltinformationen zuverlässig sind.

EMAS ermöglicht ein wirksames Umweltmanagement. Es ist transparent für jedermann außerhalb der Kommission, gibt Aufschluß über die Anstrengungen der Kommission und ist eine zuverlässige Quelle für Umweltinformationen.

Weitere Informationen über EMAS sind erhältlich unter dieser Adresse:

http://ec.europa.eu/environment/emas/index.htm

(1)Von 1997 bis Juli 2000 führte die Kommission den Aktionsplan Einbeziehung von Umweltaspekten in den Haushaltsplan der Kommission durch, bekannt als Grüne Verwaltung. In diesen drei Jahren fanden 27 Einzelmaßnahmen in drei Bereichen statt (Gebäude, Mobilität und Büros). In Einklang mit dem fünften und derzeitigen sechsten Umweltaktionsprogramm, in denen der Schwerpunkt auf der Einbeziehung von Umweltbelangen in alle Politikbereiche liegt, möchte die Kommission jetzt ein integrierteres Konzept für die Einbeziehung von Umweltbelangen in ihre eigene Verwaltung verwirklichen. Die noch laufenden Aktionen im Rahmen der Grünen Verwaltung werden daher künftig in EMAS einbezogen.

(2)Verordnung (EG) Nr. 761/2001 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 19. März 2001 über die freiwillige Beteiligung von Organisationen an einem Gemeinschaftssystem für das Umweltmanagement und die Umweltbetriebsprüfung (EMAS).


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