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Kommission befragt Öffentlichkeit zum Thema PVC und Umwelt

Commission Européenne - IP/00/838   26/07/2000

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IP/00/838

Brüssel, 26 Juli 2000

Kommission befragt Öffentlichkeit zum Thema PVC und Umwelt

Die Europäische Kommission hat zum ersten Mal ein Grünbuch zur Umweltproblematik von PVC vorgelegt. Es wurde auf wissenschaftlicher Grundlage verfaßt und beleuchtet auch die mit dem Thema verbundenen Gesundheitsaspekte. In ihm wird beschrieben, auf welche Weise die von PVC verursachten Umweltprobleme so bewältigt werden können, daß eine nachhaltige Entwicklung erreicht wird. Die beiden Hauptprobleme sind die Verwendung von Additiven wie Blei, Cadmium und Phthalaten und die Entsorgung von PVC-Abfällen. Um bis Anfang 2001 eine umfassende Strategie der Gemeinschaft erarbeiten zu können, wendet sich die Kommission jetzt mit diesem Grünbuch an die europäische Öffentlichkeit. Alle interessierten Kreise sind aufgefordert, über das Grünbuch zu diskutieren und bis Ende November zu ihm Stellung zu nehmen. Eine öffentliche Anhörung soll im Oktober stattfinden. Alle zum Thema notwendigen Informationen befinden sich auf dem Internet unter folgender Adresse http://ec.europa.eu/environment/pvc/index.htm.

Die Kommissarin für Umwelt, Margot Wallström, und der Kommissar für Unternehmen, Erkki Liikanen, begrüßen das von der Kommission vorglegte Grünbuch zur Umweltproblemaqtik von PVC.

Frau Wallström: „Die Menge der PVC-Abfälle wird bis 2020 voraussichtlich um 80% zunehmen. Das ist ein Problem, mit dem wir uns bereits heute befassen müssen. Das Grünbuch ist ein wesentlicher Schritt in diese Richtung. Mit ihm wird zum ersten Mal die europäische Öffentlichkeit über PVC befragt, einen der meistverwendeten Kunststoffe. Wir erwarten Stellungnahmen von der Industrie, von nichtstaatlichen Organisationen, vom Europäischen Parlament und von den Mitgliedstaaten."

Und Herr Liikanen fügt hinzu: „Wir müssen uns auch mit den durch PVC-Additive verursachten Umweltproblemen beschäftigen. Es ist in diesem Stadium wichtig, den verschiedenen im Grünbuch genannten Optionen gegenüber aufgeschlossen zu sein. Zur Umsetzung einer Gemeinschaftsstrategie für PVC steht eine Reihe von Maßnahmen zur Verfügung, die im Konsultationsprozeß alle geprüft werden müssen."

Hintergrund

PVC ist einer der meistverwendeten Kunststoffe. 1998 wurden in Europa 5,5 Millionen Tonnen davon erzeugt. Hauptanwendungsbereich von PVC ist der Bausektor, auf den 57% des Gesamtverbrauchs entfallen. Weitere große Anwendungsbereiche sind Verpackungen, Haushaltsartikel und Kraftfahrzeugteile.

Die Darstellung der wesentlichen von PVC verursachten Umweltprobleme im Grünbuch ist das Ergebnis eines dreijährigen Programms von Studien (5 von der Kommission in Auftrag gegebene Studien(1)) zu den technischen, wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Aspekten des PVC-Lebenszyklus (als „Querschnittsbetrachtung" des PVC-Problems bezeichnet). Damit kommt die Kommission einer Verpflichtung nach, die sie in ihrem Vorschlag für eine Richtlinie über Altfahrzeuge(2) (Juli 1997) eingegangen ist.

Verschiedene Aspekte der Umweltbelastung durch PVC werden im Grünbuch ausführlich behandelt: die PVC-Industrie und ihre Produkte, PVC-Additive und die Behandlung von PVC-Abfällen (insbesondere Recycling, Verbrennung und Deponierung).

Ferner werden politische Optionen zur Diskussion gestellt, und es werden Fragen zu allen erkannten spezifischen Problemen behandelt. Eine erste Reihe von Fragen betrifft die Verwendung bestimmter PVC-Additive, speziell Blei- und Cadmiumverbindungen und Phthalate. Blei- und Cadmiumverbindungen werden als Stabilisatoren verwendet, sie sollen einer Verschlechterung der Materialeigenschaften durch den Einfluß von Wärme und Licht vorbeugen. Es geht um mögliche Maßnahmen zur Minderung der von diesen Additiven ausgehenden Umwelt- und Gesundheitsrisiken und den Zeitplan für ihre Durchführung.

Eine zweite Reihe von Fragen betrifft die Behandlung von PVC-Abfällen. Rund 3,6 Millionen Tonnen Alt-PVC fallen jährlich in Europa an. Für die nächsten 20 Jahre wird eine Zunahme dieser Menge um etwa 80% erwartet. Grund dafür ist die lange Lebensdauer bestimmter PVC-Produkte, die in den 70er und 80er Jahren hohe Marktanteile erlangten. Angesprochen werden mögliche Maßnahmen und ihr Potential, im Einklang mit der Gesamtstrategie der Gemeinschaft die Behandlung von PVC-Abfällen in den verschiedenen Abfallströmen zu verbessern.

Außerdem werden im Grünbuch mögliche Maßnahmen beschrieben, die im Rahmen einer Gemeinschaftsstrategie für PVC obligatorisch oder auf freiwilliger Basis durchgeführt werden könnten. Die europäische PVC-Industrie hat sich bereits freiwillig auf den Grundsatz der nachhaltigen Entwicklung verpflichtet. In dieser Verpflichtung geht es u. a. um die Reduzierung der Verwendung bestimmter Schwermetalle als Stabilisatoren, das mechanische Recycling bestimmter Siedlungsabfälle und die Entwicklung neuer Recyclingtechniken. Umgesetzt werden soll diese Verpflichtung ab 2001.

Am Ende des Konsultationsprozesses kann die Kommission auch Rechtsakte vorschlagen, wie etwa eine PVC-Richtlinie, oder eine Kombination rechtlicher und politischer Instrumente wie die Anpassung bestehender Richtlinien, Empfehlungen an die Mitgliedstaaten und weitergehende freiwillige Verpflichtungen.

(1)Themen der Studien waren mechanisches Recycling, chemisches Recycling, Deponierung, Verbrennung und die wirtschaftlichen Auswirkungen der verstärkten Nutzung anderer Entsorgungstechniken als der Verbrennung. Die Studien finden sich im Internet unter der Adresse http://ec.europa.eu/environment/waste/facts_en.htm

(2) KOM(97) 358 endg.


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