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IP/00/522

Brüssel, den 24. Mai 2000

Verabschiedung der Initiative "eLearning„ durch die Europäische Kommission Anpassung der Bildungs- und Ausbildungssysteme an den wissensbasierten Wirtschaftsraum und die digitale Kultur

Auf der Tagung des Europäischen Rates von Lissabon am 23. und 24. März 2000 haben sich die Staats- und Regierungschefs das Ziel gesetzt, die Europäische Union "zum wettbewerbsfähigsten und dynamischsten wissensbasierten Wirtschaftsraum der Welt zu machen„. In Europa das doch über eines der weltweit höchsten Bildungsniveaus und auch über die erforderlichen Investitionskapazitäten verfügt stellt man erhebliche Rückstände fest, was die Nutzung der neuen Informations- und Kommunikationstechnologien anbelangt. Mit der Initiative eLearning soll diesem Mangel durch verstärkte Anstrengungen abgeholfen werden. Sie sorgt für die Umsetzung und Ausweitung zum einen des Aktionsplans eEurope im Bereich Bildung und Ausbildung und zum anderen der beschäftigungspolitischen Leitlinien.

Die Initiative eLearning ist im März von Viviane Reding, der für Bildung und Kultur zuständigen Kommissarin, angekündigt worden (vgl. IP/00/934). Heute wurde sie auf ihren Vorschlag hin im Einvernehmen mit Erkki Liikanen und Anna Diamantopoulou von der Kommission verabschiedet. Mit ihr will man die Bildungs- und Kulturträger sowie die europäischen Wirtschafts- und Sozialakteure mobilisieren. Durch die Initiative wird bei den laufenden bzw. in Vorbereitung befindlichen Maßnahmen auf lokaler, regionaler und nationaler Ebene ein europaweiter zusätzlicher Nutzeffekt erreicht. Die entsprechende Mitteilung der Kommission wird beim nächsten Rat der Bildungsminister am 8. Juni 2000 im Mittelpunkt der Diskussionen stehen. eLearning will mehrere verschiedenartige Ziele im Interesse der Bürger Europas verwirklichen:

Infrastrukturelle Zielsetzungen

  • Sämtliche Schulen in der Europäischen Union sollen bis Ende 2001 mit einem Internetzugang ausgestattet werden. Danach soll bis 2002 der rasche Zugang zum Internet und zu Multimedia-Ressourcen für alle Schüler in den Unterrichtsräumen ausgeweitet werden. In Schulen sollen bis zum Jahre 2004 fünf bis fünfzehn Benutzer auf einen Multimedia-PC kommen.

  • Die Einrichtung eines transeuropäischen Wissenschaftsnetzes bis Ende 2001, das Forschungsinstitute, Universitäten, wissenschaftliche Bibliotheken und nach und nach auch Schulen untereinander verbindet, soll gefördert werden.

  • Den Berufsbildungsorganisationen, Lehrausbildungsstätten und Unternehmen sollen hochwertige Infrastrukturen (mit hohem Kommunikationsaufkommen) für den Zugang zum Internet angeboten werden. Und auch die anderen Stätten des Wissenserwerbs (Bibliotheken, Kulturzentren, Museen usw.) müssen angesichts der Tatsache, daß das lebenslange Lernen zentrale Bedeutung gewinnt, entsprechend ausgestattet werden.

Bildungsbemühungen für die Bevölkerung auf allen Ebenen

  • Abgesehen von dem Ziel, die Investitionen in Humanressourcen je Einwohner zu steigern, ist dafür zu sorgen, daß Schulen und Berufsbildungseinrichtungen zu Orten des Wissenserwerbs werden, die allen Bevölkerungsgruppen zugänglich sind. Außerdem sollten vor Ende 2002 die Berufsberatungsdienste ausgeweitet werden. Somit kann jedermann leicht an sachdienliche Informationen gelangen, die sich auf Möglichkeiten einer Erst- und Weiterbildung beziehen sowie auf die auf dem Arbeitsmarkt verlangten Kompetenzen und Qualifikationen. Mit Hilfe dieser Dienste sollten alle in die Lage versetzt werden, ihre Ausbildungs- und Berufslaufbahn erstmalig oder erneut zu planen.

  • Bis Ende 2002 sollten die Lehrkräfte mit der Nutzung des Internet und der multimedialen Ressourcen vertraut gemacht werden.

  • Europäische Rahmenbedingungen sollten geschaffen werden für neue Fachkenntnisse in den Bereichen Informatik, Fremdsprachen und Technik, die durch ein europäisches Diplom über Grundkompetenzen im Bereich der Informationstechnologien bescheinigt werden.

Ziele in bezug auf Bildungsinhalte und Vernetzung von Schulen

  • Hochwertige multimediale Dienstleistungen und Lerninhalte sollen entwickelt werden. Zu diesem Zweck müssen die Beziehungen zwischen der europäischen Industrie der multimedialen Lerninhalte und den Ausbildungssystemen enger werden. Qualitätskriterien und Evaluierungsmodalitäten für diese Inhalte werden erforderlich.

  • Die Verbindung von Schulen und Hochschulen (virtuelle Universitäten) soll beschleunigt werden. Die Kommission will insbesondere die Initiative „European Schoolnet" zwischen den Bildungsministerien ausweiten und die Schaffung europäischer Portale fördern. Darüber hinaus will sie ein Netz von Ausbildern einrichten, die über Fachwissen im Bereich Nutzung der Technologien für Bildungs- und Berufsbildungszwecke verfügen.

Durch die Initiative eLearning, der ein detaillierter Zeitplan mit rasch aufeinanderfolgenden Fälligkeitsdaten beigegeben ist, werden die Mitgliedstaaten, der Rat und die Kommission darauf verpflichtet, die in ihre Zuständigkeit fallenden Maßnahmen zu ergreifen. Die Kommission wird einen Rahmen für Folgemaßnahmen zu den durchgeführten Aktionen ausarbeiten (insbesondere Zwischenberichte), der dem Rat „Bildung" vorgelegt werden soll. Sie wird den Mitgliedstaaten bei ihren Anstrengungen zur Seite stehen; dazu wird sie zur Unterstützung der auf lokaler Ebene durchgeführten Aktionen die gemeinschaftlichen Instrumente und Programme mobilisieren, um die gemeinsam getragenen Vorstellungen zu verwirklichen. Dabei will man in drei Richtungen vorgehen:

  • Die Mitgliedstaaten werden ermutigt, ihre Mittel aus den Strukturfonds einzusetzen, insbesondere für die Ausstattung mit Gerät und die Ausbildung von Lehrkräften und Ausbildern sowie die Einrichtung von polyvalenten lokalen Zentren des Wissenserwerbs.

  • Die Gemeinschaftsprogramme sollen einen Beitrag leisten, und zwar in den Bereichen Bildung, Kultur und Berufsbildung (SOKRATES, LEONARDO DA VINCI, Kultur 2000, MEDIA Plus), auf dem Gebiet der technologischen Forschung (Programme IST und TEN-Telekom) und sozioökonomischen Forschung (GPSF-Programm) und im Hinblick auf die internationale Zusammenarbeit im Rahmen von Programmen für die Beitrittskandidaten (MEDA-Programm) usw.

  • Es soll eine enge Zusammenarbeit mit der Europäischen Investitionsbank (EIB) angestrebt werden, um die europäische Industrie der multimedialen Lerninhalte in den Bereichen Bildung und Ausbildung zu fördern.

Derzeit wird an der Umgestaltung der bestehenden Programme gearbeitet, um zum Erfolg der Initiative eLearning beizutragen. Im Oktober 2000 wird ein Arbeitsdokument der zuständigen Kommissionsdienststellen sämtliche Aktionen auf Gemeinschaftsebene präsentieren, die vorgesehen sind, um die Umsetzung der Initiative zu unterstützen. eLearning dürfte ebenfalls seinen Platz im Rahmen der Europäischen Sozialagenda finden, die vom Europäischen Rat in Nizza im Dezember 2000 verabschiedet werden soll. Die Kommission plant die Einrichtung einer eLearning-Website, um den offenen Erfahrungsaustausch anzuregen und einen benutzerfreundlichen Zugang zu sämtlichen Verfahren zu bieten, die mit den neuen Lernumgebungen zusammenhängen, die kontinuierlich entwickelt und verbessert werden.


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