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Die Kommission lanciert die Initiative "eLearning" : die allgemeine und berufliche Bildung in Europa muß sich schneller anpassen an das digitale Zeitalter

European Commission - IP/00/234   09/03/2000

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IP/00/234

Brüssel, 9. März 2000

Die Kommission lanciert die Initiative "eLearning" : die allgemeine und berufliche Bildung in Europa muß sich schneller anpassen an das digitale Zeitalter

Die für Erziehung und Kultur zuständige Kommissarin Viviane Reding hat heute die Initiative eLearning angekündigt, die der praktischen Umsetzung und Ergänzung der Initiative eEuropa im Bereich allgemeine und berufliche Bildung dient. Diese Ankündigung erfolgt im Vorfeld der Sondertagung des Europäischen Rates am 23. und 24. März in Lissabon, die unter dem Thema "Ein Europa der Innovation und des Wissens" steht, sowie im Kontext der Ministerkonferenz zur Einleitung der Programme SOKRATES - LEONARDO DA VINCI - JUGEND, die am 17. und 18. März ebenfalls in Lissabon stattfindet. Veranstaltet wird diese Konferenz von der portugiesischen Präsidentschaft in enger Zusammenarbeit mit der Kommission.

In ihrer Ankündigung führt Frau Reding folgendes aus: "Die Weltwirtschaft wandelt sich und mit ihr die Gesellschaft. Es entwickelt sich eine Gesellschaft der Innovation und des Wissens. Diese Entwicklung birgt ein gewaltiges Wachstums-, Integrations- und Beschäftigungspotential. Wir müssen jedoch leider feststellen, daß Europa dieses Potential nicht in vollem Umfang nutzt. Hauptursachen hierfür sind das Qualifikationsdefizit in den Informations- und Kommunikationstechnologien - eine jüngst veröffentlichte Studie prognostiziert, daß im Jahre 2002 1,6 Millionen entsprechend qualifizierte Arbeitskräfte fehlen werden - und die Tatsache, daß Europa die Umstellung auf das digitale Zeitalter nicht rasch genug bewältigt. Dies zeigt auch die zu langsame Einführung des Internet in den meisten Mitgliedstaaten. Um den Herausforderungen der "Neuen Wirtschaft" zu begegnen, hat die Kommission zwei Aktionsschwerpunkte gesetzt:

Erster Schwerpunkt sind das lebenlange Lernen und die Nutzung der neuen Technologien im Rahmen der neuen Generation (2000 bis 2006) der EU-Programme im Bereich allgemeine und berufliche Bildung und Mobilität: SOKRATES - LEONARDI DA VINCI - JUGEND. Für den Siebenjahreszeitraum sind diese Programme mit insgesamt 3,52 Mrd. Euro ausgestattet, eine Erhöhung um 30 % gegenüber dem vorausgegangenen Programmabschnitt. Die Programme werden ungefähr zwei Millionen Bürgern überwiegend Jugendlichen ermöglichen, neue Kompetenzen zu erwerben und Fremdsprachen zu erlernen, was ihre Beschäftigungsperspektiven nur verbessern kann. Auf dieser Konferenz kommen die für allgemeine und berufliche Bildung, Jugend zuständigen Minister von 31 Ländern zusammen, denen die Programme offenstehen. Anwesend sein werden auch der Präsident der portugiesischen Republik, Jorge Sampaio, der Premierminister Antonio Guterres und Frau Reding.

Zweiter Schwerpunkt: Europa muß den Eintritt seiner Schulen und anderen Ausbildungsstätten in das Informatikzeitalter beschleunigen. Die Initiative des Präsidenten Prodi „eEuropa" hat insbesondere zum Ziel, IT-Kenntnisse zu einem Teil des Basiswissens jedes jungen Europäers zu machen. Gegenstand von eLearning ist die praktische Umsetzung der Komponente "allgemeine und berufliche Bildung" von eEuropa. eLearning beinhaltet vier Elemente: Ausstattung der Schulen mit Multimedia-PCs, IT-Ausbildung der europäischen Lehrer, Entwicklung von europäischen Bildungsdienstleistungen und -softwares sowie der beschleunigte Netzanschluß der Schulen und der Ausbilder. Zum Großteil wird dies aus nationalen Mitteln zu finanzieren sein, ergänzt jedoch durch Strukturfondsmittel für die Fördergebiete, durch eine digitale Mobilisierung der Gemeinschaftsprogramme und durch die Entwicklung von Partnerschaften zwischen der öffentlichen Hand und der Industrie.

Was die ersten beiden Vorhaben angeht, so setzt sich eLearning im Rahmen von eEuropa folgende konkreten Ziele: Bis Ende 2001 sollten alle Schulen über das Internet Zugang zu multimedialen Ressourcen haben, und Unterstützungsdienste, einschließlich der Informationsquellen und Unterrichtshilfsmittel im Web, sollten allen Lehrern und Schülern zugänglich sein. Alle Jugendlichen sollten Zugang zum Internet und zu multimedialen Ressourcen in öffentlichen Zentren haben, auch in benachteiligten Gebieten. Bis Ende 2002 sollten alle Lehrer persönlich für die Nutzung der Internet und multimedialer Ressourcen ausgerüstet und ausgebildet sein, und alle Schüler sollten in den Klassenzimmern einen Hochgeschwindigkeitszugang zum Internet und damit zu den multimedialen Ressourcen haben. Bis Ende 2003 sollten alle Schüler über umfassende IT-Kenntnisse verfügen, wenn sie die Schule abgeschlossen haben. "Diese Zielvorgaben der Kommission", so Frau Reding, "sind besonders ehrgeizig und verlangen von den meisten Mitgliedstaaten zusätzliche Anstrengungen. Werden die gesteckten Ziele erreicht, so können die Europäer einen großen Teil ihres Rückstands gegenüber den Vereinigten Staaten aufholen".

Für den Bereich digitale Dienste und Erziehungssoftware hat die Kommission vor kurzem auf Betreiben von Frau Reding einen Bericht(1) angenommen. Darin geht es um die europäischen Defizite in diesem Bereich und um die Förderung der Marktdynamik, um die europäische Dimension in den Online-Inhalten und -Diensten zu verstärken. "Die Informationsgesellschaft in Europa muß europäische Inhalte verkörpern", unterstreicht Frau Reding. Insbesondere in diesem Bereich ist eine Partnerschaft mit der Industrie unerläßlich. Frau Reding schlägt vor, eine Konferenz über dieses Thema so schnell wie möglich zu organisieren.

Was den Netzzugang der Schulen angeht, so schlägt die Kommission vor, das Projekt „European Schoolnet" (EUN = europäisches Schulnetz) auszubauen. Es handelt sich hierbei um eine gemeinsame Initiative von Kommission und 20 Bildungsministerien der Europäischen Union, der EFTA-Länder und einiger Beitrittsländer. In den letzten Jahren hat das EUN bereits den Schulen die Möglichkeit eröffnet, im Rahmen europäischer Projekte zusammenzuarbeiten und ihnen Zugang verschafft zu einer Fülle von Informationen in den europäischen Bildungsnetzen. Auch wurde im Rahmen von EUN ein Netz von mehr als 500 Schulen eingerichtet (European Network of Innovative Schools = Europäisches Netz innovativer Schulen), das es ermöglicht, Erfahrungen auszutauschen im Umgang mit den neuen Technologien und damit die Qualität des Unterrichts und des Lernens zu verbessern.

Frau Reding wird den Rat der Bildungsminister am 8. Juni über die Einzelheiten der Initiative eLearning informieren. Ergänzt werden könnte diese Initiative durch gezielte Aktionen der Kommunikations- und Medienerziehung, um Jugendlichen den Unterschied zwischen „Information" und „Werbung", zwischen „Fiktion" und „Wirklichkeit" sowie zwischen „Virtuellem" und „Wirklichem" klarzumachen.

(1) KOM(2000)23 endg.


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