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Prüfer fordern mehr Transparenz bei der humanitären Hilfe

Court of Auditors - ECA/13/34   24/10/2013

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EUROPÄISCHER RECHNUNGSHOF

PRESSEMTTEILUNG

ECA/13/34

Luxemburg, den 24. Oktober 2013

Prüfer fordern mehr Transparenz bei der humanitären Hilfe

Internationale Prüfer haben eine Initiative für mehr Transparenz, Rechenschaftspflicht und Wirksamkeit im Bereich der humanitären Hilfe in die Wege geleitet. Die Internationale Organisation der Obersten Rechnungskontrollbehörden INTOSAI hat entsprechende Vorschläge vorgelegt, nachdem sich gezeigt hatte, dass die Rechenschaftspflicht nach humanitären Katastrophen schwer fassbar war. Nach dem Tsunami von 2004 erhielten Länder in Südostasien Gebermittel in Höhe von rund 14 Milliarden US-Dollar. Allerdings stellten Prüfer fest, dass die Rechnungslegung für einen großen Teil dieser Mittel schwierig war. Die INTOSAI schlägt vor, dass die Geber und Empfänger die im Rahmen der humanitären Hilfe bereitgestellten Mittel als offene Daten veröffentlichen, die unabhängig geprüft werden und im Internet verfügbar sind.

Der Integrierte Rahmen für die Rechenschaftspflicht (IFAF) der INTOSAI wird es leichter machen, die Wirksamkeit der Hilfe zu beurteilen. Außerdem wird er den Organisationen, die Hilfe auszahlen, einen Bürokratieabbau ermöglichen. Die Weltbank begrüßte den Rahmen als wichtiges Instrument zur Stärkung von Transparenz und Rechenschaftspflicht. Die Europäische Kommission als einer der führenden Geber humanitärer Hilfe hat zugesagt, den IFAF zusammen mit den anderen INTOSAI-Normen anzuwenden und zu verbreiten.

"Die Opfer von Katastrophen wollen, dass die Hilfe transparent und wirksam ist, und das wollen auch die Steuerzahler in den Geberländern. Durch diese Initiative erhalten sie die Möglichkeit, die Hilfsmittelflüsse zurückzuverfolgen", so Gijs de Vries, Mitglied des Europäischen Rechnungshofs und Vorsitzender der für die Ausarbeitung der Initiative zuständigen INTOSAI-Arbeitsgruppe.

Mehr als 160 Regierungen und Organisationen veröffentlichen bereits Informationen zur Entwicklungshilfe über die International Aid Transparency Initiative (IATI). Der Integrierte Rahmen für die Rechenschaftspflicht (IFAF) der INTOSAI wurde so konzipiert, dass er als Modul innerhalb von IATI verwendet werden kann.

Hinweise für die Herausgeber:

Schätzungen der Vereinten Nationen zufolge starben zwischen 1992 und 2011 1,3 Millionen Menschen bei Katastrophen, während 4,4 Milliarden Menschen von Katastrophen betroffen waren und sich die damit verbundenen wirtschaftlichen Verluste auf 2 Billionen US-Dollar beliefen. Als Reaktion auf Katastrophen stellen die Regierungen Opfern Hilfe zur Verfügung. Im Jahr 2012 belief sich die als Reaktion auf Katastrophen bereitgestellte Hilfe auf insgesamt 17,9 Milliarden US-Dollar, von denen 12,9 Milliarden US-Dollar von Regierungen stammten.

Der INTOSAI-Vorschlag zielt darauf ab, denjenigen, die Hilfe bereitstellen (Geber und an der Weiterleitung der Hilfe beteiligte multilaterale Organisationen), sowie denjenigen, die humanitäre Hilfe empfangen, dabei zu helfen, die Hilfsmittelflüsse zu ermitteln, zu klären und zu vereinfachen. Alle Stellen, die humanitäre Hilfe bereitstellen oder empfangen (die "Stakeholder") sind aufgefordert, eine Tabelle mit leicht verfügbaren Daten zu erstellen, die zeigen, woher die Mittel stammen und an wen und wofür sie ausgezahlt werden. Diese Tabellen des Integrierten Rahmens für die Rechenschaftspflicht (IFAF-Tabellen) sollen zusammen mit den anderen Finanzberichten geprüft werden. Wenn sie von allen Stakeholdern verwendet werden, können die Salden zwischen den Stakeholdern abgeglichen werden, sodass es möglich ist, ein Gesamtbild der Hilfsmittelströme zwischen Gebern und Empfängern zu erhalten. Nachdem die IFAF-Tabellen geprüft wurden, stellen die Stakeholder diese zusammen mit den Erklärungen der Prüfer im Internet als offene Daten zur Verfügung. Mit Unterstützung der International Aid Transparency Initiative (IATI), der international führenden Initiative für die Transparenz der Hilfe, können die IFAF-Tabellen in ein maschinenlesbares Format gebracht und bei der IATI eingetragen werden. Die geprüften Informationen werden es erleichtern, die Wirksamkeit der Hilfe zu beurteilen. Außerdem werden sie einen Bürokratieabbau ermöglichen, da die Empfänger der Hilfe nicht mehr länger gesonderte Berichte für jeden Bereitsteller von Hilfe erstellen müssen. Der Rahmen wurde von mehreren UN-Organisationen, der Europäischen Kommission, einer nationalen Regierung und Nichtregierungsorganisationen getestet.

Der IFAF-Vorschlag wird beim Weltkongress der INTOSAI in Peking (21.-26. Oktober) zur Annahme vorgelegt.

Die anzunehmenden Regelungen und Leitlinien sind abrufbar unter: http://eca.europa.eu/portal/page/portal/intosai-aada/home


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