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Die Maßnahmen der EU-Kommission zur Weiterentwicklung ihres Personals müssen genauer auf die Ziele der Organisation ausgerichtet werden - so die Prüfer des Europäischen Rechnungshofs (EuRH)

Court of Auditors - ECA/12/31   25/07/2012

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EUROPÄISCHER RECHNUNGSHOF PRESSEMITTEILUNG

ECA/12/31

Luxemburg, den 25. Juli 2012

Die Maßnahmen der EU-Kommission zur Weiterentwicklung ihres Personals müssen genauer auf die Ziele der Organisation ausgerichtet werden - so die Prüfer des Europäischen Rechnungshofs (EuRH)

Die Kommission bietet ihren Bediensteten vielfältige Weiterentwicklungsmöglichkeiten durch Fortbildung, informelles Lernen und Stellenwechsel. Im Jahr 2010 beteiligten sich die Kommissionsbediensteten durchschnittlich 6,9 Tage an Fortbildungsmaßnahmen, doch waren diese Maßnahmen nicht genau genug auf die Ziele der Organisation ausgerichtet. Der Rechnungshof empfiehlt der Kommission, ein ausgeprägteres Lernumfeld zu schaffen, das aus dem Lernangebot Nutzen zieht.

Damit die Kommission die EU-Politik umsetzen kann, ist sie auf ihre 33 000 Mitarbeiter angewiesen. Diese müssen ihre Kenntnisse durch Fortbildung, informelles Lernen und Stellenwechsel auf dem neuesten Stand halten, um ihre Aufgaben wirksam wahrnehmen zu können. Im Fall der Kommission ist dies besonders wichtig, da beim ständigen Personal der Kommission die Laufbahndauer lang ist und nur wenig Fluktuation stattfindet. In seinem heute veröffentlichten Sonderbericht stellt der EuRH fest, dass der Kommission nicht genügend Informationen über die vorhandenen sowie über die künftig erforderlichen Kenntnisse ihrer Bediensteten zur Verfügung stehen. Die Kommission bietet ihren Bediensteten vielfältige Weiterentwicklungsmöglichkeiten, doch werden die Teilnehmerquoten, der Erwerb von Kenntnissen und die Nützlichkeit der Weiterentwicklungsmaßnahmen für die Tätigkeit am Arbeitsplatz nicht in ausreichendem Maße überwacht.

Herr Louis Galea, für diesen Bericht zuständiges EuRH-Mitglied, hob hervor, dass die Kommission, indem sie ein vielfältiges Angebot an Weiterentwicklungsmaßnahmen für ihr Personal bereitstellt und auf eine nachfragegesteuerte Beteiligung an diesen Maßnahmen setzt, keine hinlängliche Ausrichtung dieser Maßnahmen auf die politischen und operativen Ziele der EU gewährleiste. Die Empfehlungen des Hofes zielten darauf ab, der Kommission eine wirksamere Gestaltung ihrer Personalverwaltung und ihrer Strategie zur Weiterentwicklung des Personals zu erlauben und zudem eine bessere Evaluierung der mit den Investitionen im Bereich Lernen und Entwicklung erzielten Ergebnisse sowie eine Verbesserung ihrer Strategie im Zeitverlauf zu ermöglichen.

Hinweise für die Herausgeber:

Die Sonderberichte des EuRH, welche die Ergebnisse ausgewählter Prüfungen zu spezifischen Haushaltsbereichen oder Managementthemen der EU enthalten, werden über das gesamte Jahr hinweg veröffentlicht.

Der Sonderbericht Nr. 10/2012 ("Wirksamkeit der Maßnahmen zur Weiterentwicklung des Personals bei der Europäischen Kommission") basiert auf einer Wirtschaftlichkeitsprüfung, bei der festgestellt wurde, dass die Weiterentwicklung des Personals sowohl auf der Ebene der Organisation als auch auf der Ebene des einzelnen Bediensteten nicht genau genug auf die Ziele der Organisation ausgerichtet ist.

Die Kommission hat kein ausreichend ausgeprägtes Lernumfeld geschaffen, das aus dem Lernangebot Nutzen zieht. Die Bediensteten besuchten nur 35 % der in ihren Weiterbildungsplänen vorgesehenen Kurse, wobei 30 % von ihnen weniger als zwei Tage an Fortbildungsmaßnahmen teilnahmen. Bei den Sprachkursen sind hohe Fehlzeiten und Abbrecherquoten zu verzeichnen, und ältere Bedienstete in höheren Dienstgraden nehmen Fortbildungsmaßnahmen in geringerem Maße in Anspruch. Die Bediensteten und Führungskräfte der Kommission erteilen selbst eine Reihe von Kursen, aber nicht in hinreichendem Maße, um deutlich zu machen, dass die Organisation der Weiterentwicklung ihrer Bediensteten einen hohen Wert beimisst. Die Anwendung neu erworbener Kenntnisse am Arbeitsplatz wird von der Kommission nur bedingt unterstützt, und im Rahmen des Beurteilungs- und Beförderungssystems werden die Bediensteten, die neue Kenntnisse erwerben und anwenden, nicht genügend anerkannt.

Die Kommission erhebt die Zufriedenheit der Bediensteten mit den Weiterentwicklungsmaßnahmen. Zudem gibt es Versuche, die Nützlichkeit der Weiterentwicklungsmaßnahmen für die Tätigkeit am Arbeitsplatz zu messen. Dabei werden aber nur selten die Führungskräfte zu ihrer Einschätzung hinsichtlich der Wirksamkeit der von ihren Bediensteten besuchten Fortbildungen befragt, und es werden nur wenige objektive Indikatoren angewendet. Die Kommission bewertet nicht, wie sich die Weiterentwicklungsmaßnahmen auf die Ergebnisse der Organisation auswirken. Daher verfügt sie nicht über die Informationen, die sie benötigt, um nachweisen zu können, wie die Weiterentwicklungsmaßnahmen zum Erreichen der Ziele der Organisation beitragen.

Auf der Grundlage der vorstehenden Bemerkungen empfehlen die Prüfer des EuRH der Kommission insbesondere Folgendes:

Sie sollte sicherstellen, dass ihr genügend konsolidierte Informationen über die vorhandenen sowie über die zur Bewältigung künftiger Herausforderungen erforderlichen Kenntnisse ihrer Bediensteten vorliegen und eine Strategie ausarbeiten, die überzeugend aufzeigt, in welcher Weise die Fortbildung und Weiterentwicklung der Bediensteten dazu beitragen, dass die Organisation ihre Ziele erreicht.

  • Dieser Prozess sollte durch Verbesserungen bei den Systemen für die Planung von Fortbildungsmaßnahmen und von Stellenwechseln ergänzt werden.

  • Die Systeme zur Überwachung der Teilnahme an Weiterentwicklungsmaßnahmen sollten verbessert werden.

  • Die Frage unzureichender Leistungen sollte angegangen werden, und die Bediensteten sollten ermutigt werden, die vielfältigen Weiterentwicklungsmöglichkeiten stärker zu nutzen. Außerdem sollten die Bediensteten, die ihre eigenen Kenntnisse verbessern und dazu beitragen, dass andere ihre Kenntnisse verbessern, anerkannt werden.

  • Der Erwerb neuer Kenntnisse sollte - sofern durchführbar - überprüft und bescheinigt und die Anwendung dieser Kenntnisse am Arbeitsplatz durch Folgemaßnahmen gefördert werden.

  • Es sollte bewertet werden, wie wirksam die Weiterentwicklungsmaßnahmen dazu beitragen, den Bediensteten neue Kenntnisse zu vermitteln, die sie am Arbeitsplatz anwenden können.

Kontakt:

Aidas Palubinskas

Pressereferent

Europäischer Rechnungshof

Büro: (+352) 4398-45410 Mobiltelefon: (+352) 621 55 22 24

press@eca.europa.eu www.eca.europa.eu Twitter: @EUAuditorsECA


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