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Pressemitteilung

Versammlung der Regional- und Kommunalvertreter der EU

COR/13/49

Brüssel, den 31. Mai 2013

Regionen und Städte: Reform der Berufsausbildung für junge Menschen und Bereitstellung ausreichender Mittel für die Jungendbeschäftigungsinitiative

Das inakzeptable Ausmaß der Jugendarbeitslosigkeit anzugehen, gehört zu den obersten Prioritäten der europäischen Regionen und Städte. In der Stellungnahme zum Jugendbeschäftigungspaket von Enrico Rossi (IT/SPE), Präsident der Region Toskana, die in der Mai-Plenartagung einstimmig verabschiedet wurde, begrüßt der Ausschuss der Regionen das Engagement der Europäischen Kommission für eine Vereinheitlichung und Verbesserung der Bestimmungen für Praktika, Berufsausbildung und Arbeitsvermittlung. Der AdR macht die Mitgliedstaaten auf die unzureichende Mittelausstattung aufmerksam. Die Jugendbeschäftigungsinitiative wurde vom Europäischen Rat am 7./8. Februar ins Leben gerufen und mit 6 Mrd. EUR aus dem EU-Haushalt ausgestattet. Die Regionen und Städte fordern, die Initiative zu stärken und ihren Start bereits auf das Jahr 2013 vorzuverlegen.

"Die Schlüsselfrage, auf die wir eine Antwort finden müssen, ist, wie wir jungen Europäerinnen und Europäern dabei helfen können, in der Arbeitswelt Fuß zu fassen", erklärt Enrico Rossi und fügt hinzu: "Die Lösung umfasst angemessene Praktika und Berufsausbildungsmöglichkeiten, die sich entsprechend dem Vorschlag von EU-Kommissar Andor insbesondere an Jugendliche richten, die sich weder in Arbeit noch in Ausbildung befinden." Da die Regionen und Städte die Anforderungen und Herausforderungen vor Ort sehr gut kennen, müssen sie bei der Umsetzung der neuen Initiative eine Schlüsselrolle spielen. Die Initiative umfasst in erster Linie die Jugendgarantie, die dafür sorgen soll, dass junge Menschen binnen vier Monaten nach ihrem Schulabgang ein gutes Angebot für einen Arbeitsplatz, eine Weiterbildung, eine Ausbildungsstelle oder einen Arbeitsvertrag erhalten. "Diese Garantie sollte als ein Recht aller junger EU-Bürgerinnen und Bürger gesehen werden", so Rossi. Es gebe bereits spürbare Fortschritte, da inzwischen mehrere Regionen Pilotprojekte durchführten: "In der Toskana ist die Jugendgarantie ein großer Erfolg: 40% der Jugendlichen wurde unmittelbar nach ihrem Praktikum eine Arbeitsstelle angeboten." Der AdR betont, dass die Jugendgarantie auf junge Menschen (auch Hochschulabsolventen) bis zum Alter von 30 (und nicht 25) Jahren ausgeweitet werden sollte. Gleichzeitig räumt der AdR ein, dass die Annahme dieser Initiative in mehreren Mitgliedstaaten aufgrund der hohen Kosten nicht durchführbar sei, es sei denn, sie würden mit entsprechenden EU-Mitteln unterstützt.

Enrico Rossi unterstreicht die Rolle der Kohäsionspolitik für die Jahre 2014-2020 und betont, dass stärkere Synergien zwischen allen EU-Initiativen erforderlich sind, insbesondere zwischen der Agenda für neue Kompetenzen und Beschäftigungsmöglichkeiten, Jugend in Bewegung, Innovationsunion und der digitalen Agenda für Europa. Der AdR stellt fest, dass die besten Ergebnisse im Bereich der Jugendbeschäftigung in jenen Ländern gezeitigt werden, in denen die Jugendlichen die Möglichkeit haben, hochwertige Betriebspraktika zu absolvieren, und die über solide Berufsausbildungsmaßnahmen als festem Bestandteil des Bildungs- und des Arbeitsvermittlungssystems verfügen. Er ruft alle Regierungs- und Verwaltungsebenen dazu auf, für bessere Berufsberatung und Arbeitsvermittlungsagenturen zu sorgen. Zudem fordert er die Kommission auf, europäische Mindestqualitätsstandards für die berufliche Ausbildung festzulegen, damit die erworbenen Kompetenzen überall in Europa anerkannt werden können. Da Praktika in zahlreichen Mitgliedstaaten zweckentfremdet und dazu missbraucht werden, billige oder gar kostenlose Arbeitskräfte anzuheuern, fordert der AdR entsprechende Kontrollen, um die jungen Menschen zu schützen und die Qualität der Ausbildungsprogramme zu sichern.

In Bezug auf die Mobilität spricht sich der AdR für eine Modernisierung des EURES-Netzes aus und fordert, dass die Regionen die Möglichkeit haben müssen, entweder im Rahmen des Europäischen Sozialfonds oder im Rahmen nationaler und/oder regionaler Fonds Mittel bereitzustellen, die in die Förderung von Mobilitätsregelungen für alle jungen Europäerinnen und Europäer im Sinne der Chancengleichheit und unabhängig von ihrem Wohnort fließen würden. Diese Regelungen sollten zusätzlich zu den bereits laufenden EU-Bildungsprogrammen auf den Weg gebracht werden.

Das Unternehmertum spielt bei der von den Regionen und Städten vorgeschlagenen Strategie zur Förderung der Jugendbeschäftigung eine zentrale Rolle. Vor diesem Hintergrund betont der AdR, dass die Finanzinstrumente des neuen mehrjährigen Finanzrahmens dazu beitragen können, den Zugang zu Finanzmitteln für junge Unternehmer und innovative Unternehmensgründungen zu erleichtern.

Der Ausschuss der Regionen

Der Ausschuss der Regionen ist die Versammlung der Regional- und Kommunalvertreter der EU. Seine 344 Mitglieder aus allen 27 EU-Mitgliedstaaten haben den Auftrag, die regionalen und lokalen Gebietskörperschaften und die durch sie vertretene Bevölkerung in den Beschlussfassungsprozess der EU einzubinden und sie über die EU-Politik zu informieren. Die Europäische Kommission, das Europäische Parlament und der Rat sind verpflichtet, den AdR in den für die Städte und Regionen relevanten Politikbereichen anzuhören. Der AdR kann den Europäischen Gerichtshof anrufen, wenn seine Rechte verletzt wurden oder wenn er der Auffassung ist, dass eine EU-Rechtsvorschrift gegen das Subsidiaritätsprinzip verstößt bzw. dass regionale oder lokale Kompetenzen missachtet werden.

Der AdR im Internet: www.cor.europa.eu

Twitter: @EU_CoR

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:

Pierluigi Boda

Tel.: +32 (0)2 282 2461

Mobil.: +32 (0)473 85 17 43

pierluigi.boda@cor.europa.eu

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