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Konferenz "Jugend in Bewegung": Was Städte und Regionen gegen Jugendarbeitslosigkeit tun können

Committee of the Regions - COR/12/93   13/12/2012

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Pressemitteilung

Versammlung der Regional- und Kommunalvertreter der Europäischen Union

COR/12/93

Brüssel, den 13. Dezember 2012

Konferenz "Jugend in Bewegung": Was Städte und Regionen gegen Jugendarbeitslosigkeit tun können

Der Präsident des Ausschusses der Regionen (AdR), Ramón Luis Valcárcel Siso, unterstrich auf der vom AdR veranstalteten Konferenz "Jugend in Bewegung", dass "die Unterstützung und Sachkenntnis der lokalen und regionalen Gebietskörperschaften entscheidend für die erfolgreiche Umsetzung der Maßnahmen zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit" sei. Politiker aller Regierungsebenen kamen heute zusammen, um sich aus Sicht der lokalen und regionalen Ebene über Probleme der Jugendarbeitslosigkeit, Ausbildung und Mobilität junger Leute auszutauschen.

Der AdR-Präsident unterstrich, Städte und Regionen hätten "das beste Verständnis der Realitäten, mit denen junge Leute heute konfrontiert sind, und sollten daher auch die entsprechenden Programme für Jugendliche entwerfen und entwickeln. Die Behörden der regionalen und lokalen Ebene sind zum Beispiel am besten in der Lage, Beziehungen zu KMU anzuknüpfen und zu unterhalten; gerade die Gebietskörperschaften können eine bedeutende Rolle spielen, indem sie Missverhältnisse zwischen Qualifikationsangebot und -nachfrage ermitteln, eine entsprechende Berufsbildung anbieten und Investitionen entsprechend der örtlichen Nachfrage fördern." Präsident Valcárcel verwies auch auf die Notwendigkeit einer verstärkten interregionalen Zusammenarbeit zur besseren Förderung der Mobilität von Jugendlichen.

Auch László Andor, für Beschäftigung, Soziales und Integration zuständiges Mitglied der Europäischen Kommission, ergriff das Wort und stellte den Teilnehmern das im Dezember verabschiedete "Paket zur Jugendbeschäftigung" einschließlich einer "Europäischen Jugendgarantie" vor, die gewährleisten soll, dass alle jungen Menschen innerhalb von vier Monaten nach Abschluss ihrer Schulausbildung eine Arbeitsstelle erhalten oder eine schulische oder berufliche Ausbildung antreten können. "Die Europäische Kommission ruft alle Mitgliedstaaten auf, eine Jugendgarantie einzuführen. Die Behörden der regionalen und lokalen Gebietskörperschaften können erheblich zum Erfolg dieser Maßnahmen beitragen. Wir müssen dringend tragfähige Partnerschaften zwischen allen Beteiligten stiften, um den Übergang von der Schule ins Arbeitsleben zu erleichtern."

Yves Leterme, stellvertretender Generalsekretär der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) und zuständig für Bildung, Sozialpolitik, Governance und Unternehmen stellte die Arbeit der OECD vor und betonte: "Es ist eine gute Idee, die lokalen und regionalen Gebietskörperschaften in die Politikgestaltung in den Bereichen Jugend, Bildung und Berufsbildung in der OECD einzubeziehen. Wir brauchen EU-Maßnahmen, müssen aber auch sicherstellen, dass diese allgemeinen Maßnahmen vor Ort angepasst werden."

Androulla Vassiliou, in der Europäischen Kommission zuständig für Jugend, Bildung, Mehrsprachigkeit und Kultur, betonte den Mehrwert der Eu in den Bereichen allgemeine und berufliche Bildung: die Europa-2020-Strategie mit ihren Leitlinien für Bildung und dem Paket "Jugend in Bewegung" bedeutet einen Wendepunkt in der europäischen Zusammenarbeit im Bildungsbereich. Durch die EU erhält die Arbeit unserer Behörden auf nationaler und lokaler Ebene einen neuen Wert und das sollten wir feiern. "Jugend in Bewegung" trägt sicherlich zu wirksamen Entscheidungen für die allgemeine und berufliche Bildung bei und bewirkt Investitionen auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene. Ich denke aber auch, dass wir gemeinsam und in Partnerschaft mit den Regierungen, den Bildungsbehörden, Institutionen und Bediensteten noch viel mehr erreichen können." Dieser Auffassung pflichtete die erste Vizepräsidentin des AdR, Mercedes Bresso, bei und betonte: "In der Jugendpolitik kann Europa nicht alles lösen. Die EU hat weder die notwendigen mittel, noch ist sie dafür zuständig. Aber ohne Anreize von der europäischen Ebene würde es der Jugendpolitik auf nationaler und regionaler Ebene an Perspektiven und Gemeinsamkeit fehlen."

Die Konferenz bot auch für Michel Delebarre, Senator und Bürgermeister von Dünkirchen und Koordinator der Europa-2020-Monitoringplattform des AdR die Gelegenheit, die Ergebnisse einer Umfrage vorzustellen, mit der bewertet wurde, inwieweit "Jugend in Bewegung" für die Städte und Regionen den angepeilten Nutzen erbracht hat. In den Ergebnissen wird sichtbar, dass die Initiative aus lokaler und regionaler Sicht einen Mehrwert erbringt, weil mehrere, miteinander verknüpfte Aspekte angegangen werden (Hochschulbildung und Berufsbildung, lebenslanges Lernen, Mobilität und Arbeitslosigkeit). Allerdings wird auch herausgestrichen, dass die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Regierungsebenen eine sensible Frage ist, denn die EU und die Regierungen der Mitgliedstaaten geben die allgemeineren Parameter der Politik vor, während die Umsetzung im Detail besser von den lokalen Gebietskörperschaften realisiert wird.

Mit dieser Veranstaltung wurde eine Konferenzreihe eingeleitet, die in den nächsten 12 Monaten zum Thema "Umsetzung der sieben Leitinitiativen von Europa 2020 auf lokaler und regionaler Ebene" durchgeführt wird. Mit der initiative "Jugend In Bewegung" sollen Bildung und Beschäftigung verknüpft und so höhere Raten bei allgemeiner und beruflicher Bildung erreicht und zugleich die Jugendarbeitslosigkeit verringert werden, was auch dem weiter gefassten EU-Ziel dient, eine Beschäftigungsrate von 75% für die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter zu erreichen. Die Städte und Regionen der EU müssen sich verstärkt der Aufgabe stellen, die Beschäftigung von Jugendlichen zu fördern. Ausgaben auf lokaler und regionaler Ebene für Soziales und Beschäftigungspolitik werden gestrichen, die Zahl der jungen Menschen auf der Strasse ist im Ergebnis der Krise aber dramatisch angestiegen.

Mit den Schlussfolgerungen der Konferenz wird der AdR einen Beitrag zur mittelfristigen Bewertung der Europa-2020-Strategie leisten. Der AdR-Beitrag muss auf dem europäischen Gipfeltreffen der Regionen und Städte 2014 angenommen werden.

Weitere Informationen:

Der Ausschuss der Regionen

Der Ausschuss der Regionen ist die Versammlung der Regional- und Kommunalvertreter der EU. Seine 344 Mitglieder aus allen 27 EU-Mitgliedstaaten haben den Auftrag, die regionalen und lokalen Gebietskörperschaften und die durch sie vertretene Bevölkerung in den Beschlussfassungsprozess der EU einzubinden und sie über die EU-Politik zu informieren. Die Europäische Kommission, das Europäische Parlament und der Rat sind verpflichtet, den AdR in den für die Städte und Regionen relevanten Politikbereichen anzuhören. Der AdR kann den Gerichtshof der EU anrufen, wenn seine Rechte verletzt wurden oder wenn er der Auffassung ist, dass eine EU-Rechtsvorschrift gegen das Subsidiaritätsprinzip verstößt bzw. dass regionale oder lokale Kompetenzen missachtet werden.

Der AdR im Internet: www.cor.europa.eu

Twitter: @EU_CoR

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:

Nathalie Vandelle

Tel.: +32 2 282 24 99

nathalie.vandelle@cor.europa.eu

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