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Ergebnisse der ersten regionalen Eurobarometer-Umfrage veröffentlicht

Committee of the Regions - COR/12/63   18/10/2012

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Pressemitteilung

Versammlung der Regional- und Kommunalvertreter der EU

COR/12/63

Brüssel, den 18. Oktober 2012

Ergebnisse der ersten regionalen Eurobarometer-Umfrage veröffentlicht

Die öffentliche Wahrnehmung der aktuellen Wirtschaftslage und der Lebensqualität unterscheidet sich in der EU auf regionaler Ebene noch stärker als auf nationaler. Zudem zeigen die Umfrageergebnisse, dass den Vertretern aller Regierungs- und Verwaltungsebenen eine entscheidende Rolle bei der Gewährleistung einer wirksamen Kommunikation über Europa auf der lokalen Ebene zukommt.

Dies sind einige der wichtigsten Schlüsse, die sich aus der ersten auf regionaler Ebene durchgeführten Eurobarometer-Umfrage ziehen lassen, deren Ergebnisse auf der gestrigen Europäischen Konferenz über öffentliche Kommunikation (EuroPCom) in Brüssel vorgestellt wurden.

Diese spezielle Eurobarometer-Umfrage zeichnet erstmals ein detailliertes Bild der europäischen öffentlichen Meinung auf der regionalen Ebene. Im Rahmen der Umfrage wurden zwischen 20. August und 15. September 2012 über 50 000 Bürgerinnen und Bürger aus 170 Regionen und 27 EU-Mitgliedstaaten befragt. Mercedes Bresso, Erste Vizepräsidentin des Ausschusses der Regionen (AdR), kommentierte die Ergebnisse wie folgt: "Es ist wichtig, sich darum zu bemühen, die Dinge nicht immer nur aus der nationalen Perspektive zu betrachten. Deshalb freue ich mich sehr, dass diese Eurobarometer-Umfrage zum ersten Mal aus der regionalen Perspektive durchgeführt wurde, wodurch wir die öffentliche Wahrnehmung in den Regionen Europas besser nachvollziehen können."

Die Ergebnisse zeigen ganz klar, dass in allen EU-Regionen – mit Ausnahme einiger Gebiete in Deutschland – die Arbeitslosigkeit die oberste Priorität und größte Sorge ist, und das Thema Umwelt für die meisten Bürgerinnen und Bürger fast gar nicht mehr aktuell ist.

In Bezug auf die Wirtschaftslage ergibt sich aus der Umfrage, dass die Situation auf EU-Ebene überwiegend negativ beurteilt wird (71% der Befragten erachten sie für "schlecht"), wobei sich die Antworten aber von Mitgliedstaat zu Mitgliedstaaten und in manchen Fällen sogar von Region zu Region erheblich unterscheiden. So bezeichnen 99% der Befragten aus der niederländischen Region Drenthe die regionale Wirtschaftslage als "gut", während dies in manchen portugiesischen Regionen nur 4% tun. Es überrascht nicht, dass die Auswirkungen der Wirtschaftskrise sich stark in den Umfrageergebnissen niederschlagen und die negativeren Bewertungen hauptsächlich aus den Regionen Süd- und Osteuropas kommen. Jedoch wird in weitaus mehr Regionen in der ganzen EU die kurzfristige Wirtschaftsentwicklung recht trübe gesehen, was darauf schließen lässt, dass die Bürgerinnen und Bürger selbst in Ländern, in denen die Wirtschaftslage gut ist, sorgenvoll in die Zukunft blicken.

Bei der Frage nach der Lebensqualität zeichnet sich ein klarer Unterschied zwischen den Regionen im Norden und Westen und jenen im Osten und Süden Europas ab; in Ersteren bezeichnet der Großteil der Befragten die Lebensqualität als "gut", während die Bewertungen der Bürgerinnen und Bürger in Zweiteren negativer ausfallen. Die Ergebnisse verdeutlichen aber auch, dass sich die Wahrnehmung der Lebensqualität nicht ausschließlich durch wirtschaftliche Faktoren erklären lässt.

Viele der Podiumsdiskussionen bei der Eröffnungssitzung von EuroPCom waren der Frage gewidmet, welche Erkenntnisse sich aus der Umfrage über den Standpunkt in den EU-Regionen bezüglich der Eignung der politischen Vertreter der einzelnen Regierungs- und Verwaltungsebenen im Hinblick auf die Kommunikation über Europa ziehen lassen. In den südlichen Ländern, in denen die Wirtschaftslage angespannt ist, wie Griechenland, Spanien und Italien, weisen die Ergebnisse klar ein allgemeines Misstrauen gegenüber den politischen Eliten aus. Wie auch Mercedes Bresso zum Ausdruck brachte, ist es interessant, dass die Bevölkerung in "großen" Ländern bzw. Regionen, wie Frankreich, Polen, Süddeutschland und im Vereinigten Königreich, hinsichtlich der Kommunikation über Europa eher den Vertretern der lokalen und regionalen Ebene vertraut. In anderen Ländern nannten die Befragten in diesem Zusammenhang nationale Vertreter (z.B. in den skandinavischen Ländern, in Westdeutschland), die Mitglieder des Europäischen Parlaments (z.B. in Portugal) sowie die Mitglieder der Europäischen Kommission (etwa in der Tschechischen Republik). In Reaktion auf diese Ergebnisse betonte Gregory Paulger, Generaldirektor der Generaldirektion für Kommunikation der Europäischen Kommission, dass "die vielfältigen Antworten nur so gedeutet werden können, dass die Kommunikation über Europa dann am besten gelingt, wenn sie in Partnerschaft mit allen Regierungs- und Verwaltungsebenen und insbesondere mit der lokalen und regionalen Ebene erfolgt."

EuroPCom

Die Ergebnisse dieser speziellen Eurobarometer-Umfrage wurden anlässlich der dritten EuroPCom-Konferenz am 17./18. Oktober 2012 in Brüssel vorgestellt, um Impulse für die Debatte über die derzeitige Vertrauenskrise der Bürgerinnen und Bürger in Bezug auf die EU zu geben und einen besseren Einblick darüber zu vermitteln, wie die EU wahrgenommen wird. Seit 2010 kommen im Rahmen von EuroPCom Kommunikationsmanager und -experten lokaler, regionaler, nationaler und europäischer Behörden zusammen, um Strategien und praktische Erfahrungen bei der Bewältigung konkreter Kommunikationsaufgaben auszutauschen. Über 700 Teilnehmer aus allen EU-Mitgliedstaaten haben sich für diese zweitätige Veranstaltung angemeldet, die auch die Möglichkeit zur Kontaktaufnahme und –pflege bietet.

Auf dem Konferenzprogramm 2012 stehen Debatten, Workshops und Vorträge zu den Themen öffentliche Meinung in Europa, soziale Medien und Internet-Kommunikation, EU-Kommunikation sowie Dialog mit spezifischen Zielgruppen wie etwa Jugendlichen, älteren Menschen und MigrantInnen. Über 50 Redner aus ganz Europa werden ihre Ideen für die öffentliche Kommunikation sowie bewährte Vorgehensweisen aus den europäischen Städten und Regionen und den EU-Mitgliedstaaten darlegen.

EuroPCom wird auf Initiative des Ausschusses der Regionen in Zusammenarbeit mit dem Europäischen Parlament, dem Rat der EU, dem zyprischen EU-Ratsvorsitz und der Europäischen Kommission veranstaltet.

Weitere Informationen:

  • Die Ergebnisse der Eurobarometer-Umfrage 356 zur öffentlichen Meinung in den EU-Regionen können auf der Eurobarometer-Seite auf dem Internetportal der Europäischen Kommission abgerufen werden.

Der Ausschuss der Regionen

Der Ausschuss der Regionen ist die Versammlung der Regional- und Kommunalvertreter der EU. Seine 344 Mitglieder aus allen 27 EU-Mitgliedstaaten haben den Auftrag, die regionalen und lokalen Gebietskörperschaften und die durch sie vertretene Bevölkerung in den Beschlussfassungsprozess der EU einzubinden und sie über die EU-Politik zu informieren. Die Europäische Kommission, das Europäische Parlament und der Rat sind verpflichtet, den AdR in den für die Städte und Regionen relevanten Politikbereichen anzuhören. Der AdR kann den Europäischen Gerichtshof anrufen, wenn seine Rechte verletzt wurden oder wenn er der Auffassung ist, dass eine EU-Rechtsvorschrift gegen das Subsidiaritätsprinzip verstößt bzw. dass regionale oder lokale Kompetenzen missachtet werden.

Der AdR im Internet: www.cor.europa.eu

Twitter: EU_CoR

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:

Nathalie Vandelle

Tel. +32 22822499

Nathalie.Vandelle@cor.europa.eu

Frühere Pressemitteilungen finden Sie hier.


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