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CES/13/79
11. Dezember 2013

EUROPÄISCHE STAHLINDUSTRIE: UNVERMEIDLICHES SCHATTENDASEIN?

Die europäische Stahlindustrie, die von Branchen wie der Automobil- und Bauindustrie abhängt, wurde von der Wirtschaftskrise besonders hart getroffen: Viele Produktionsanlagen mussten schließen, was zum Verlust von über 60 000 Arbeitsplätzen führte. Die Europäische Kommission hat nun einen Aktionsplan für die europäische Stahlindustrie auf den Weg gebracht, doch nach Meinung des Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschusses (EWSA) reicht das nicht aus.

In seiner am 11. Dezember verabschiedeten Stellungnahme fordert der EWSA neben dem langfristigen Aktionsplan auch kurzfristige, konkretere Lösungen. "Der EWSA begrüßt den Vorschlag, die Nachfrage nach in der EU erzeugtem Stahl sowohl auf dem heimischen Markt als auch im Ausland zu stützen und dafür zu sorgen, dass die EU-Stahlproduzenten dank fairer Handelspraktiken Zugang zu Drittlandsmärkten haben. Das ist jedoch nicht ausreichend. Langfristige, allgemeine Maßnahmen müssen mit zügigen, konkreten Maßnahmen einhergehen", sagte Claude Rolin (Gruppe Arbeitnehmer, Belgien), Berichterstatter für die Stellungnahme.

"Insbesondere müssen die Eigenheiten der Branche gebührend berücksichtigt werden. So sollten höhere Stromtarife in der EU kompensiert werden, und die Klimaschutzziele für die Stahlindustrie müssen technisch und wirtschaftlich erreichbar sein", fügte Ko-Berichterstatter Zbigniew Kotowski (Gruppe Verschiedene Interessen, Polen) hinzu.

Nach Ansicht des EWSA bleibt der Aktionsplan recht vage und trägt den konjunkturellen Aspekten der Krise nicht gebührend Rechnung. Damit die Branche ihre strategische Bedeutung für das verarbeitende Gewerbe in Europa und die Beschäftigung behält und sie nicht weiter schrumpft, fordert der EWSA Sofortmaßnahmen, darunter:

  • Genaue Bewertung der bestehenden Kapazitäten

  • Erleichterung der Verwendung und des Transports von Altmetall und Vermeidung illegaler Ausfuhren

  • Gewährleistung eines ausreichend branchenspezifischen Ansatzes bei der Zuweisung von EU-Strukturfondsmitteln

  • Entwicklung befristeter Maßnahmen mit öffentlicher Förderung, um Arbeitnehmer in der Stahlindustrie zu halten

  • Ankurbelung der Nachfrage in dem Stahlsektor nachgelagerten Branchen

  • Stärkere (u.a. öffentliche) Unterstützung von Investitionen in die Entwicklung neuer Technologien und Verfahren, um eine weitere Modernisierung von Anlagen und Werken in Gang zu setzen

  • Einführung eines nachhaltigen Stahlproduktionsmodells

  • Ausrichtung des Europäischen Fonds für die Anpassung an die Globalisierung auf die Antizipierung von Veränderungen, z.B. durch die Erleichterung der Einführung neuer Technologien und die Unterstützung der Arbeitnehmer bei der Anpassung an diese Technologie.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:

EWSA-Pressereferat

E-Mail: press@eesc.europa.eu

Tel.: +32 2 546 8641

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Der Europäische Wirtschafts- und Sozialausschuss (EWSA) gewährleistet die Vertretung der verschiedenen wirtschaftlichen und sozialen Bereiche der organisierten Zivilgesellschaft. Er ist eine beratende Versammlung und wurde 1957 durch die Römischen Verträge errichtet. Die beratende Funktion des EWSA ermöglicht es seinen Mitgliedern und damit auch den Organisationen, die diese vertreten, am Beschlussfassungsprozess der EU teilzuhaben. Dem Ausschuss gehören 353 Mitglieder an, die vom Rat der Europäischen Union ernannt werden.

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