Navigation path

Left navigation

Additional tools

EWSA DRÄNGT AUF MESSUNG DES WIRTSCHAFTLICHEN WERTS VON FREIWILLIGENARBEIT

European Economic and Social Committee - CES/13/78   11/12/2013

Other available languages: EN FR ES IT PL

CES/13/78
11. Dezember 2013

EWSA DRÄNGT AUF MESSUNG DES WIRTSCHAFTLICHEN WERTS VON FREIWILLIGENARBEIT

Mit dem Ziel einer stärkeren Anerkennung des wirtschaftlichen Werts der Freiwilligentätigkeit durch öffentliche Stellen macht sich der Europäische Wirtschafts- und Sozialausschuss (EWSA) für eine Regelung zur Vereinheitlichung der Messung dieser Tätigkeit in den EU-Mitgliedstaaten stark.

Dieses Postulat ist Gegenstand einer Initiativstellungnahme, die das Plenum der zivilgesellschaftlichen Versammlung mit Sitz in Brüssel gestern Abend verabschiedete.

"Freiwilligenarbeit ist für alle Beteiligten ein Gewinn. Sie trägt zum integrativen Wachstum bei, fördert das Sozial- und Humankapital sowie die Solidarität zwischen den Generationen und bringt einen konkreten wirtschaftlichen Mehrwert", erklärte Krzysztof Pater (Polen, Gruppe Verschiedene Interessen), Berichterstatter für die Stellungnahme und selbst ein engagierter Freiwilliger.

Trotz der Verdienste und der wachsenden Bedeutung der Freiwilligentätigkeit wird sie nach wie vor nicht ausreichend gewürdigt und von Statistiken selten erfasst, beklagt der EWSA. Derzeit sammeln viele Mitgliedstaaten entweder gar keine Daten zur ehrenamtlichen Arbeit oder sie greifen auf unterschiedliche Definitionen und Methoden zurück, was eine Bewertung des Ausmaßes und des Werts der Freiwilligenarbeit in der gesamten EU nahezu unmöglich macht.

Da die nationalen Statistikämter nach Auffassung des Ausschusses nicht ausreichend tun, um auf einer gemeinsamen Grundlage die ehrenamtliche Arbeit zu untersuchen, hat er die Europäische Kommission aufgefordert, eine verbindliche Regelung zur Harmonisierung der Methoden zur Messung dieser Arbeit in der gesamten EU vorzulegen.

Bei der Erarbeitung der Regelung sollte sich die Europäische Kommission auf das Handbuch zur Erfassung von Freiwilligenarbeit der Internationalen Arbeitsorganisation stützen, das den Ländern bei der Sammlung systematischer und vergleichbarer Daten zur unentgeltlichen Arbeit als Ergänzung zur Arbeitskräfteerhebung als Leitfaden dienen soll.

Auf der Grundlage der im ILO-Handbuch dargelegten methodischen Vorgehensweise haben die Statistikämter dreier EU-Länder (Polen, Ungarn und Italien) bereits Studien zu Ausmaß und Wert der Freiwilligenarbeit durchgeführt. Als Beispiel verweist der Berichterstatter auf sein Heimatland Polen, in dem die Studie ergab, dass die Freiwilligenarbeit 2011 2,8% des BIP ausmachte und schätzungsweise einem Arbeitsäquivalent von 9,6% der Erwerbsbevölkerung in der Volkswirtschaft entsprach.

Nach Ansicht des EWSA sollte die Europäische Kommission Forschungsdaten zusammentragen, die in den einzelnen Ländern zur Freiwilligentätigkeit erhoben wurden, und diese einheitlich auf EU-Ebene verfügbar machen.

Schließlich spricht sich der Ausschuss für verbindliche Rechtsvorschriften aus, die es den gemeinnützigen Organisationen ermöglichen würden, im Rahmen eines Kofinanzierungsmechanismus den wirtschaftlichen Wert der ehrenamtlichen Arbeit mit den öffentlichen Beihilfen zu verrechnen. Nach Ansicht des Ausschusses sollten in diesem Zusammenhang beispielsweise kleinere NGOs an Ausschreibungen teilnehmen dürfen. Bislang wird ihnen das oftmals verweigert, weil sie nicht in der Lage sind, die erforderlichen Mittel zur Kofinanzierung der Beihilfen aufzubringen.

Die gestern verabschiedete Stellungnahme des Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschusses wird nun den EU-Entscheidungsträgern vorgelegt: der Europäischen Kommission, dem Europäischen Parlament und dem Rat der Europäischen Union.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:

EWSA-Pressereferat

E-Mail: press@eesc.europa.eu

Tel.: +32 2 546 8641

______________________________________________________________________

Der Europäische Wirtschafts- und Sozialausschuss (EWSA) gewährleistet die Vertretung der verschiedenen wirtschaftlichen und sozialen Bereiche der organisierten Zivilgesellschaft. Er ist eine beratende Versammlung und wurde 1957 durch die Römischen Verträge errichtet. Die beratende Funktion des EWSA ermöglicht es seinen Mitgliedern und damit auch den Organisationen, die diese vertreten, am Beschlussfassungsprozess der EU teilzuhaben. Dem Ausschuss gehören 353 Mitglieder an, die vom Rat der Europäischen Union ernannt werden.

_______________________________________________________________________


Side Bar

My account

Manage your searches and email notifications


Help us improve our website