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CES/13/2

16. Januar 2013

EU-PLAN FÜR CLOUD COMPUTING GREIFT ZU KURZ

In seiner auf der heutigen Plenartagung verabschiedeten Stellungnahme warnt der Europäische Wirtschafts- und Sozialausschuss, dass die EU-Pläne zwar zu Recht den Einsatz von Cloud Computing (CC) fördern wollen, es jedoch versäumen, die Entwicklung der CC-Dienste und die Förderung einer europäischen Cloud-Computing-Infrastruktur voranzutreiben.

In seiner Stellungnahme bewertet der EWSA die jüngst veröffentlichte Mitteilung der Europäischen Kommission "Freisetzung des Cloud-Computing-Potenzials in Europa" und schlägt eine alternative Drei-Säulen-Strategie vor, die darin besteht, die Cloud-Nutzung auszubauen, cloud-basierte Software zu entwickeln und Cloud-Computing in Europa zu errichten.

Die EU-Ziele für das Cloud Computing sollten über eine reine Förderung der CC-Nutzung hinausgehen. "Sie sollten dazu beitragen, dass die Unternehmen und öffentlichen Verwaltungen durch das Angebot Cloud-basierter Dienste 'Cloud-aktiv' werden und Europa durch die Bereitstellung einer Cloud-Infrastruktur 'Cloud-produktiv' wird", so der Berichterstatter für die Stellungnahme Eric Pigal (Arbeitnehmer, Frankreich).

Der EWSA ist davon überzeugt, dass die Umsetzung dieser Ziele zu einer Entwicklung der "europäischen Produktion digitaler Energie" führen wird. Anderenfalls werde Europa zunehmend in die Abhängigkeit von außereuropäischen Anbietern geraten. Eric PIGAL betont, dass "der digitalen Energie […] wie den anderen Energieformen (bspw. der chemischen Energie fossiler Brennstoffe, der elektrischen Energie) eine hohe wirtschaftliche und strategische Bedeutung [zukommt]".

Der EWSA unterstützt den Vorschlag der Kommission, zur Förderung der CC-Nutzung die Fülle an technischen Normen zu beseitigen und EU-weite Zertifizierungssysteme für CC-Anbieter zu errichten. Er befürwortet ebenfalls die Ausarbeitung von Vertragsbedingungen für CC-Verträge in Leistungsvereinbarungen und die Förderung der Cloud-Nutzung im öffentlichen Sektor.

Er bedauert jedoch, dass keine konkreten Sensibilisierungsmaßnahmen vorgesehen sind und warnt vor einer Ausgrenzung der schwächsten Glieder. "Die Kommission sollte die Anwender anpeilen, die am wenigsten für CC sensibilisiert sind, und den KMU zeigen, wie sie CC sinnvoll nutzen können", erklärt PIGAL.

Doch die Förderung der CC-Nutzung wird nicht automatisch zum Ausbau der cloud-basierten Dienste und der Cloud-Infrastruktur führen. Der EWSA ist der Ansicht, dass dafür besondere Anreize notwendig sind. "Unter den derzeitigen Marktbedingungen wird der Ausbau der CC-Nutzung in Europa zwangsläufig zu einer Stärkung der außereuropäischen Anbieter führen", so Eric PIGAL.

Er zeigt sich zutiefst besorgt darüber, dass der CC-Markt von wenigen großen Anbietern kontrolliert wird und außereuropäische Anbieter in diesem Bereich vorherrschen. Daher fordert er die EU auf, sicherzustellen, dass die Förderung der Cloud-Nutzung den europäischen Anbietern zugute kommt und ihnen eine Weiterentwicklung ermöglicht. In der Stellungnahme wird auf die strengen Datenschutzbestimmungen in der EU hingewiesen sowie auf die Vorliebe der europäischen Verbraucher für lokale Anbieter: Bedingungen, die die Entstehung europäischer Anbieter begünstigen.

Der EWSA ist sich der Probleme der Nutzer bei Streitfällen mit Anbietern in anderen Ländern bewusst und schlägt daher eine Verordnung über Online-Streitbeilegung vor, die auf einer bereits bewährten Verordnung im ebenso von Globalisierung und Internationalität geprägten Kontext des Online-Handels basiert. "Mit dieser unabhängigen und unparteiischen Mediation könnte eine bestehende oder neue europäische Agentur beauftragt werden." Die Erfahrungen und Kenntnisse im Bereich der wiederkehrenden Verfahrensfehler könnten laut Eric PIGAL auch dazu genutzt werden, um Praktiken oder Vorschriften anzupassen.

Um die in seiner Stellungnahme aufgeführten Empfehlungen umzusetzen, empfiehlt der EWSA, gezielte EU-Gelder und staatliche Beihilfen bereitzustellen sowie europäische Projekte durch wettbewerbsfähige Angebote zu lancieren.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:

Karin Füssl, Leiterin des Pressereferats

E-Mail: karin.fussl@eesc.europa.eu

Tel.: +32 2 546 8722


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