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CES/12/60

4. Oktober 2012

Sozialunternehmen in Europa brauchen Rückhalt: Ein Sozialmodell und Millionen Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel

Ein soziales Europa kann neue Geschäftschancen und dringend erforderliche neue Arbeitsplätze bewirken. In der derzeitigen Krise, in der stets mehr Menschen keine Arbeit oder keinen Zugang zu Finanzmitteln haben, fordert der Europäische Wirtschafts- und Sozialausschuss (EWSA), Wachstum, Beschäftigung und Wettbewerbsfähigkeit durch Sozialunternehmen zu stärken und gleichzeitig eine integrativere Gesellschaft im Einklang mit der Europa-2020-Strategie zu schaffen.

Auf der Konferenz "Sozialunternehmen und die Europa-2020-Strategie: innovative Lösungen für ein nachhaltiges Europa" am 3. Oktober in Brüssel nahm die Gruppe Verschiedene Interessen des EWSA Gegenwart und Zukunft der Sozialunternehmen in Europa unter die Lupe. "Sozialunternehmen haben sich in der gegenwärtigen Krise als widerstandsfähiger erwiesen. Sie sollten deshalb eine Schlüsselrolle in der europäischen Krisenbewältigungsstrategie spielen und dabei zu einer schnelleren und gerechteren Wirtschaftserholung beitragen. Wir fordern die nationalen und europäischen Entscheidungsträger auf, die Sozialwirtschaft und die Sozialunternehmen politisch zu unterstützen und gleiche Bedingungen für alle zu schaffen, damit das Potenzial dieses zentralen Wirtschaftsbereichs erschlossen werden kann", sagte Luca Jahier, Vorsitzender der Gruppe Verschiedene Interessen des EWSA.

In der Sozialwirtschaft sind bereits 14 Mio. EU-Bürger beschäftigt, was 6% der Erwerbsbevölkerung entspricht. Die Sozialwirtschaft ist ein Kernelement des europäischen Sozialmodells, vor allem in Krisenzeiten. Sozialunternehmen haben aber nicht dieselben Ausgangsbedingungen wie traditionelle Wirtschaftsteilnehmer. Wenn sie die rechtlichen, administrativen, finanziellen und politischen Hürden nicht überwinden, können die Sozialunternehmen nicht uneingeschränkt vom Binnenmarkt profitieren, obwohl sie sich auf allen Ebenen durch Ressourcenreichtum und Innovationsführerschaft auszeichnen.

"Eine Milliarde Menschen auf der Welt können sich nicht irren. Eine Milliarde Menschen haben sich für ein genossenschaftliches Unternehmensmodell entschieden, und diese Tatsache gilt es in den Beschlussfassungsinstanzen zu berücksichtigen", fügte Pauline Green, Vorsitzende des Internationalen Genossenschaftsbunds, hinzu.

"Wir möchten helfen, indem wir ein besseres Bild von der Lage der Sozialunternehmen in der EU zeichnen. Deshalb werden wir in Kürze ein breit angelegtes Projekt zur Erstellung einer Kartografie der Sozialunternehmen auf den Weg bringen. Damit reagieren wir auf die Forderung des Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschusses nach einem EU-weiten Vergleich von für Sozialunternehmen besonders geeigneten Konzepten der öffentlichen Finanzierung", erklärte László Andor, für Beschäftigung, Soziales und Integration zuständiger EU-Kommissar.

Satzung der Europäischen Stiftung und Zugang zum öffentlichen Auftragswesen

Der EWSA ist fest entschlossen, die Rolle der Sozialunternehmen bei der Erbringung von Dienstleistungen von allgemeinem Interesse zu unterstützen. Nach Auffassung des Ausschusses sollten die Mitgliedstaaten die Teilnahme an öffentlichen Ausschreibungen für die Wirtschaftsakteure erleichtern, die vornehmlich auf die soziale und berufliche Integration behinderter oder benachteiligter Arbeitnehmer abzielen, sofern ein Schwellenwert von 30% für diese Arbeitnehmergruppe eingehalten wird.

Der EWSA drängt auch auf eine zügige Einführung der Satzung der Europäischen Stiftung, die Verabschiedung des Statuts des Europäischen Vereins und die Prüfung des Werts und der Verwendbarkeit eines Siegels für Europäische Sozialunternehmens, wodurch die Branche sicherlich zusätzlich aufgewertet würde. All dies würde Sozialunternehmen dabei helfen, ohne zusätzlichen Verwaltungsaufwand in verschiedenen EU-Mitgliedstaaten tätig zu sein.

Schließlich fordert der EWSA, bei der Nutzung des Europäischen Sozialfonds nach 2014 eine "Investitionspriorität" für Sozialunternehmen und einen besseren Zugang zu anderen Mitteln vorzusehen, z.B. zu Kapital für Unternehmensgründungen und –wachstum, das insbesondere jungen Sozialunternehmern zugutekommen sollte. EU-Kommissar László Andor stellte abschließend fest: "Ich bin davon überzeugt, dass die Kohäsionsfonds künftig besser genutzt werden können, vor allem im Rahmen einer wirklich integrierten Strategie."

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:

Karin Füssl, Leiterin des Pressereferats

Tel.: +32 2 546 87 22

E-Mail: Karin.Fussl@eesc.europa.eu


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