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PRESSEMITTEILUNG

BEI/ 13/204

2. Dezember 2013

Institutionelle Anleger beteiligen sich an der Finanzierung der Offshore-Übertragungsleitung für Greater Gabbard, weil erstmals in Großbritannien das Instrument zur Bonitätsverbesserung für Projektanleihen zum Einsatz kommt

Die Offshore-Übertragungsleitung für Greater Gabbard ist das erste Infrastrukturprojekt im Vereinigten Königreich, für das Mittel institutioneller Anleger mobilisiert werden, indem das Instrument zur Bonitätsverbesserung von Projektanleihen zum Einsatz kommt. Eine Anleihe im Betrag von 305 Mio GBP wurde begeben, um diese neue Übertragungsleitung zu finanzieren. Damit soll der 140 Turbinen umfassende Windpark vor der Küste von Suffolk an das britische Festland-Stromnetz angebunden werden. Die Anleihe konnte erfolgreich bei einer breiten Palette von Anlegern platziert werden. Die Anleiheerlöse wurden bereits durchgeleitet, und der Handel mit der Emission wurde an der irischen Börse aufgenommen. Auch alle technischen Fragen wurden geregelt, so dass die Finanzierungsvereinbarung abgeschlossen werden konnte. Die Europäische Investitionsbank stellte eine Garantie in Höhe von 45,8 Mio GBP, was 15 % des Emissionsvolumens entspricht. Diese Maßnahme zur Bonitätsverbesserung hatte zur Folge, dass das Rating der Anleihe von Moody’s um eine Stufe angehoben wurde.

Bei dem Moody’s-Rating von A3 für die Anleihe zur Finanzierung der Offshore-Übertragungsleitung für Greater Gabbard ist bereits berücksichtigt, dass Bonitätseinstufung der Anleihe selbst eine Stufe geringer ausgefallen wäre. Das Instrument der Europäischen Investitionsbank zur Bonitätsverbesserung von Projektanleihen hatte somit zur Folge, dass das Rating angehoben wurde. Im Rahmen dieses Modells werden für das Projekt zusätzliche liquide Mittel bereitgestellt, falls sich dies als notwendig erweisen sollte. Dadurch können die vorrangigen Darlehensgeber mit größerer Wahrscheinlichkeit mit einer Rückzahlung ihrer Verbindlichkeiten rechnen, da sich der Umfang der ausstehenden Fremdmittel verringert. Bei der Finanzierungskonstruktion kommt dem Instrument zur Bonitätsverbesserung die Funktion einer Erstverlusttranche zu. Die Anleihe zur Finanzierung der Offshore-Übertragungsleitung für Greater Gabbard wird im Jahr 2032 fällig.

„Bei der erfolgreichen Emission einer öffentlichen Anleihe für die Offshore-Übertragungsleitung für Greater Gabbard wurde die gemeinsam von der EIB und der Europäischen Kommission entwickelte Projektanleiheninitiative erstmals im Vereinigten Königreich eingesetzt. Dies eröffnet neue Möglichkeiten für die Finanzierung von Infrastruktureinrichtungen in Großbritannien, die für die Stromübertragung benötigt werden. Schließlich sollen institutionelle Anleger in größerem Umfang dazu veranlasst werden, sich an der Finanzierung dieses wesentlichen Elements für den Einsatz von Offshore-Windparks zu beteiligen. Mit diesem neuen Instrument können Investitionen in Stromübertragungsleitungen sehr gefördert werden. Diese Leitungen sind die grundlegende Voraussetzung für den Anschluss von Kraftwerken, die mit erneuerbaren Energieträgern betrieben werden, an das nationale Stromnetz. Die Europäische Investitionsbank unterstützt wichtige Investitionen im Energiesektor in ganz Europa und hat in den letzten fünf Jahren mehr als 6 Mrd GBP für langfristige Investitionen im britischen Stromsektor bereitgestellt. Dies umfasst auch die 500 Mio GBP für die Windkraftanlagen des Offshore-Windparks Greater Gabbard, die im September dieses Jahres beschlossen wurden“, erklärte der für Finanzierungen im Vereinigten Königreich zuständige Vizepräsident der Europäischen Investitionsbank, Jonathan Taylor.

„Der erfolgreiche Abschluss der Operation zur Finanzierung der Offshore-Übertragungsleitung für Greater Gabbard – der zweiten Anleiheemission, bei der das Instrument zur Bonitätsverbesserung von Projektanleihen verwendet wurde – zeigt, dass es eindeutig mit Vorteilen verbunden ist, wenn institutionelle Anleger durch eine attraktivere Bonitätseinstufung verstärkt zur Beteiligung veranlasst werden können. Es handelt sich hierbei um die erste Emission im Rahmen der Projektanleiheninitiative, bei der die Bonitätsverbesserung direkt aus EU-Haushaltsmitteln bereitgestellt wurde. Das Vertrauen der Anleger ist grundlegend, wenn die Kapitalmärkte wieder als Hauptquelle für die Finanzierung von langfristigen Infrastrukturvorhaben in Europa fungieren sollen. Wir glauben, dass bald mehr Projekte in den kommenden Monaten von der wachsenden Unterstützung institutioneller Anleger profitieren werden“, sagte Olli Rehn, Vizepräsident der Europäischen Kommission mit Zuständigkeit für Wirtschaft und Währung sowie den Euro.

„Wenn institutionelle Anleger in größerem Umfang an Infrastrukturfinanzierungen im Energiesektor in Europa mitwirken, kann dies die Wirtschaft ankurbeln und neue Arbeitsplätze schaffen. Die Offshore-Übertragungsleitung für Greater Gabbard hat erfolgreich gezeigt, dass durch das Instrument zur Bonitätsverbesserung für Projektanleihen langfristige Mittel der Kapitalmärkte zu wettbewerbsfähigen Konditionen für wesentliche Infrastrukturvorhaben im Energiesektor mobilisiert werden können. Diese Bonitätsverbesserung für Projektanleihen wird erheblich zu Investitionen im europäischen Energiesektor beitragen. Außerdem wird dadurch deutlich, dass dem EU-Haushalt eine wichtige Funktion als Wachstumsmotor zukommt, stellte EU-Energiekommissar Günther Oettinger fest.

Das Offshore-Übertragungsnetz für Greater Gabbard war das größte, für das die britische Energieaufsichtsbehörde Office of Gas and Electricity Markets (OFGEM) seit 2009 eine erste Runde von Ausschreibungen durchgeführt hat, um die Lizenzen für die Übertragung des in Offshore-Windparks erzeugten Strom zur britischen Festland-Stromnetz nicht mehr länger den Windfarmentwicklern, sondern unabhängigen Betreibern zu erteilen. Die Anlagen, die durch den Erlös dieser Anleiheemission finanziert werden sollen, umfassen zwei Offshore-Umspannstationen, eine Festland-Umspannstation in Leiston, und Hochspannungs-Anschlussleitungen. Dadurch, dass zwei verschiedene Betreiber vorgesehen sind, wird den EU-Auflagen zur Entflechtung der Dienstleistungen entsprochen.

Die Europa-2020-Projektanleiheninitiative ist ein gemeinsames Programm der Europäischen Kommission und der EIB. Die Initiative soll die Kapitalmärkte wieder stärker in Projektfinanzierungen einbinden, um den Infrastrukturausbau in Europa voranzutreiben. Aus dem EU-Haushalt werden in der Pilotphase 230 Mio EUR zur Verfügung gestellt. Damit sollen nach Möglichkeit Kapitalmarktinvestitionen von über 4 Mrd EUR für die Verkehrs- und Energieinfrastruktur mobilisiert werden. Für die Pilotphase kommen Projekte in Betracht, deren Finanzierungsverträge bis Ende 2016 abgeschlossen werden, sofern der Verwaltungsrat der EIB die Projekte bis spätestens Ende 2014 genehmigt.

Bisher hat der Verwaltungsrat der EIB neun Energie- und Verkehrsprojekte genehmigt, die für eine Bonitätsverbesserung in Betracht kommen. Sie befinden sich in sechs EU-Ländern. Dazu gehören Autobahnprojekte in Belgien, Deutschland und im Vereinigten Königreich, Netzanbindungen von Offshore-Windparks in Deutschland und im Vereinigten Königreich sowie Gasspeicher in Italien. Anleihen der Europa-2020-Projektanleiheninitiative werden von den Projektgesellschaften selbst und nicht von der EIB oder den Mitgliedstaaten begeben. Die Aufgabe der Europäischen Investitionsbank besteht darin, die Bonität der vorrangigen Anleihen der Projektgesellschaft durch ein nachrangiges Instrument – ein Darlehen oder eine vorsorgliche Kreditlinie – zu verbessern.

Hintergrundinformationen

Die Europäische Investitionsbank:

Die Europäische Investitionsbank (EIB) ist die Einrichtung der Europäischen Union für langfristige Finanzierungen. Ihre Anteilseigner sind die Mitgliedstaaten der EU. Die EIB vergibt langfristige Darlehen für solide Vorhaben, die den Zielen der EU entsprechen.

Pressekontakt

Richard Willis, Tel.: +352 621 555 758, E-Mail: willis@eib.org

Website: www.eib.org/press – Pressestelle: +352 4379 21000 – press@eib.org


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