Politikfelder


Verkehr

Mehr Wettbewerb und Ressourceneffizienz im Verkehr

Der Verkehr ist eine Grundlage unserer Gesellschaft und unserer Wirtschaft, eine wesentliche Voraussetzung für Wachstum und Beschäftigung. Der Verkehrssektor beschäftigt in der EU rund 10 Millionen Menschen unmittelbar und erwirtschaftet rund 5 % des BIP. Die Fähigkeit europäischer Unternehmen, im globalen Wettbewerb zu bestehen, hängt in hohem Maße von effizienten Verkehrssystemen ab. Auf Logistikleistungen wie Transport und Lagerung entfallen 10 bis 15 % der Kosten eines Fertigerzeugnisses europäischer Unternehmen. Die Qualität von Verkehrsleistungen hat starke Auswirkungen auf die Lebensqualität der Menschen. Im Durchschnitt gibt ein privater Haushalt 13,2% seines Einkommens für Verkehrsgüter und -dienstleistungen aus.


Überblick

Große Herausforderungen

Die Mobilität der Europäer nimmt immer weiter zu. Daher sollte die EU dazu beitragen, dass unsere Verkehrssysteme den großen anstehenden Herausforderungen gewachsen sind:

Zwei Hochgeschwindigkeitszüge mit den Logos verschiedener europäischer Eisenbahngesellschaften © EU

Die neuen Hochgeschwindigkeitsstrecken in der EU bieten den Europäerinnen und Europäern eine sichere, schnelle, komfortable und umweltfreundliche Möglichkeit der Fortbewegung.

  • Überlastung beeinträchtigt sowohl den Straßen- als auch den Luftverkehr. Staus kosten Europa jedes Jahr rund 1 % des BIP. Dabei nimmt das Güterverkehrsvolumen zu: 2030 soll es 40 % und 2050 80 % höher sein als 2005. Auch der Personenverkehr wird voraussichtlich zunehmen: gegenüber 2005 um 34 % bis 2030 und um 51% bis 2050.
  • Abhängigkeit vön Ölimporten – Der Verkehr ist zwar energieeffizienter geworden, aber noch immer werden 96 % seines Energiebedarfs durch Öl gedeckt. Öl wird in den kommenden Jahrzehnten knapper werden und zunehmend aus instabilen Weltregionen kommen. Den Prognosen zufolge wird es 2050 mehr als doppelt so viel kosten wie 2005 (59 US-Dollar/Fass).
  • Treibhausgasemissionen – Bis 2050 muss die EU die verkehrsbedingten Emissionen gegenüber dem Stand von 1990 um mindestens 60 % verringern, wenn die globale Erwärmung auf lediglich 2 ºC begrenzt werden soll. Insgesamt muss die EU die Emissionen bis 2050 um 80 bis 95 % unter den Stand von 1990 senken, um dieses Ziel zu erreichen.
  • Infrastruktur – Unterschiedlicher Entwicklungsstand in der EU. In den östlichen EU-Staaten gibt es vielfach noch keine besonders ausgebauten Hochgeschwindigkeitsbahnstrecken, und die herkömmlichen Eisenbahnstrecken sind oftmals in schlechtem Zustand.
  • Wettbewerb – Der EU-Verkehrssektor steht einem zunehmenden Wettbewerb in rasch wachsenden Verkehrsmärkten in anderen Regionen gegenüber.

Einen umfassenden Überblick zur Verkehrsstatistik finden Sie in: Verkehr 2050: 50 Tatsachen und Zahlen

Effizienter, integrierter und nachhaltiger Verkehr

Wettbewerb und intelligente Regulierung

Zur Steigerung der Effizienz der europäischen Verkehrssysteme hat die EU die nationalen Märkte dem Wettbewerb geöffnet, insbesondere den Straßenverkehr und den Luftverkehr, in gewissem Umfang aber auch den Schienenverkehr.

Straße – Lkw können nun auch im Ausland beladen werden und müssen bei internationalen Fahrten nicht länger leer zurückkehren.

Schiene – 2003 wurden rund 70–80 % des Schienengüterverkehrs auf Langstrecken durch ein erstes Maßnahmenpaket der EU liberalisiert. Nun schlägt die Kommission vor, auch im Personenverkehr stärkeren Wettbewerb einzuführen. Ebenso sollten alle administrativen und rechtlichen Hindernisse – im Schienenverkehr und bei anderen Verkehrsträgern – beseitigt werden.

Luft – Die Liberalisierung hat zu intensiverem Wettbewerb, niedrigeren Preisen und mehr Flugverbindungen zwischen den EU-Staaten geführt. Der einheitliche europäische Luftraum English der EU wird dazu beitragen, dass dieser Trend anhält. Auch im transatlantische Verkehr wurden Hindernisse abgebaut: Aufgrund des „Open Skies“-Abkommens mit den USA können die Luftfahrtunternehmen der EU im Prinzip von jedem EU-Flughafen aus jede beliebige Stadt in den USA anfliegen.

Passagierrechte

Die Reisenden in der EU genießen Passagierrechte, die insbesondere bei Problemen ihre Interessen schützen.

Sicherheit

Die EU

  • fördert in Zusammenarbeit mit regionalen und nationalen Behörden die Straßenverkehrssicherheit mit dem Ziel, die Zahl der Verkehrstoten in den nächsten 10 Jahren zu halbieren;
  • verhängt ein Verkehrsverbot für unsichere Luftfahrtunternehmen in Europa;
  • verschärft die Regeln der Sicherheit im Seeverkehr u. a. durch strengere Inspektionen von Schiffen, Sanktionen für grob fahrlässig verursachte Umweltschäden und die beschleunigte Ausmusterung von Einhüllentankern;
  • legt Sicherheitsnormen fest und gewährt nur solchen neuen Infrastrukturprojekten Finanzmittel, die diesen Normen entsprechen;
  • fördert durch Zusammenarbeit und Übereinkünfte, beispielweise im Rahmen der Internationalen Zivilluftfahrt-Organisation English und der Internationalen Seeschifffahrts-OrganisationEnglish, Normen für Sicherheit und Gefahrenabwehr in Drittstaaten.

Umweltverträglicher Verkehr

Stadtverkehr in London © Shutterstock

London hat als erste Hauptstadt Straßenmaut für sein Stadtzentrum eingeführt.

Auf den Verkehr, insbesondere Kraftfahrzeuge, entfallen 28 % der CO2-Emissionen. Die Kommission arbeitet an neuen Rechtsvorschriften, um die Grenzwerte für die CO2-Emissionsgrenzwerte von Autos zu senken und höhere Kraftstoffeffizienz sowie die Nutzung alternativer Kraftstoffe zu fördern.

Daneben unterstützt die Kommission die Erforschung und wirksame Einführung neuer umweltfreundlicher Verkehrstechnologien. Im Rahmen ihres strategischen Verkehrstechnologieplans (STTP) erfolgt eine umfassende Bündelung/Refokussierung der europäischen FuE-Maßnahmen im Verkehrsbereich.

Als Teil des STTP wird die Kommission 2012 eine Strategie für saubere Verkehrssysteme veröffentlichen, die spezielle Fördermaßnahmen für umweltfreundliche Fahrzeuge umfasst und die Ausarbeitung EU-weiter Normen vorsieht, z. B. für die Interoperabilität der Lade- bzw. Betankungsinfrastruktur.

Infrastruktur

Grundprobleme wie Emissionen, die schlechte Anbindung abgelegener Regionen und unzureichend angebundene nationale Netze können nicht allein durch Liberalisierung gelöst werden.

Die EU überprüft gegenwärtig ihre TEN-V-Politik mit dem Ziel, ein multimodales „Kernnetz“ zu schaffen, das die größten Städte verbindet und den Osten und Westen der EU näher zusammenbringt. Die Infrastrukturpolitik sollte auch weiteren Zielen dienen, etwa dem sozialen Zusammenhalt und der Bekämpfung des Klimawandels.

Neben Mitteln der öffentlichen Hand wird im Verkehr zur Schaffung fairer finanzieller Rahmenbedingungen auch ein neues Konzept für Infrastrukturentgelte benötigt: Die Entgelte im Verkehr müssen im Sinne einer umfassenderen Anwendung des Verursacherprinzips umgestaltet werden.

Rechts-vorschriften

Mehr Informationen

Institutionen und Einrichtungen der EU

Veröffentlichungen, Statistiken und Pressemitteilungen

Finanzierungsmöglichkeiten

  • Zuschüsse English (en)

Finanzierungsmöglichkeiten

  • Ausschreibungen (öffentliche Aufträge) English (en)

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