EU-Verkehrspolitik


Die EU-Verkehrspolitik befasst sich mit Themen, die alle EU-Länder angehen, z. B. Überlastung von Straßen und Luftraum, Abhängigkeit von Erdöleinfuhren sowie Treibhausgasemissionen. Sie stellt Finanzmittel bereit, um die Verkehrsinfrastrukturen EU-weit auf den gleichen Standard zu bringen. Außerdem soll sie sicherstellen, dass der europäische Verkehrssektor auf dem sich rasch entwickelnden weltweiten Markt konkurrenzfähig ist.

Die größten Herausforderungen für den EU-Verkehrssektor

Europas Bürgerinnen und Bürger werden immer mobiler. Die EU will mit ihrer Politik dafür sorgen, dass das europäische Verkehrssystem den damit verbundenen Herausforderungen begegnen kann:

Zwei Hochgeschwindigkeitszüge mit den Logos verschiedener europäischer Eisenbahngesellschaften © EU

Neue transeuropäische Hochgeschwindigkeitsbahnstrecken – sicher, komfortabel und umweltfreundlich

  • Überlastung beeinträchtigt sowohl den Straßen- als auch den Luftverkehr. Staus kosten Europa jedes Jahr rund 1 % des BIP. Darüber hinaus ist mit einem Anstieg sowohl des Personen- als auch des Güterverkehrsaufkommens zu rechnen.
  • Abhängigkeit von Erdöleinfuhren: Der Verkehr ist zwar energieeffizienter geworden, aber noch immer werden 96 % seines Energiebedarfs durch Erdöl gedeckt. Öl wird in den kommenden Jahrzehnten knapper werden und zunehmend aus instabilen Regionen der Welt bezogen werden. Den Prognosen zufolge wird es 2050 mehr als doppelt so viel kosten wie 2005.
  • Treibhausgasemissionen: Bis 2050 muss die EU die verkehrsbedingten Emissionen gegenüber dem Stand von 1990 um mindestens 60 % verringern, wenn die globale Erwärmung auf lediglich 2 ºC begrenzt werden soll.
  • Die Infrastruktur ist innerhalb der EU unterschiedlich gut entwickelt. Beispielsweise haben nur wenige osteuropäische Länder spezielle Hochgeschwindigkeitsbahnstrecken, und ihre konventionellen Schienennetze sind oft in schlechtem Zustand.
  • Wettbewerb: Der EU-Verkehrssektor muss sich einem zunehmenden Wettbewerb in rasch wachsenden Verkehrsmärkten in anderen Regionen der Welt stellen.

Einen verkehrsstatistischen Überblick bietet Ihnen der Verkehrsanzeiger English (en) .

Verkehrs-Infografiken:

  • 0 bis 10 English (en)
  • Wettbewerbsfähigkeit durch Vernetzung English (en)
EU-Verkehr in Zahlen: statistisches Handbuch English

Erfolge der EU-Politik im Verkehrssektor

In den letzten 20 Jahren hat die EU-Politik erhebliche Fortschritte im europäischen Verkehrssektor bewirkt:

  • mehr Sicherheit im Luft-, See- und Straßenverkehr
  • angemessene Arbeitszeiten für Beschäftigte im Verkehrssektor
  • größere Auswahl an Verkehrsmitteln für Privatreisende und Unternehmen
  • weniger Umweltverschmutzung
  • technologischer Fortschritt für saubereren Verkehr

20 Jahre Binnenmarkt, 20 Errungenschaften im Verkehr (Broschüre) English

Mehr Wettbewerb im EU-Verkehrssektor: Auswirkungen

Straße – Transportunternehmen können nun auch im Ausland ihrer Geschäftstätigkeit nachgehen, sodass Leerfahrten im Anschluss an internationale Transporte vermieden werden können. Diese neue Flexibilität fördert den Wettbewerb, verbessert die Qualität von Güter- und Personenverkehr, senkt Kosten und macht die Fahrten wirtschaftlicher, was wiederum zu weniger Umweltverschmutzung führt. Einheitliche technische Standards tragen ebenfalls zur Erhöhung der Sicherheit bei.

Luft – Fliegen wird einfacher und billiger: Neue Luftfahrtgesellschaften, mehr Routen und Hunderte von Verbindungen zwischen zahlreichen Flughäfen in Europa machen es möglich. Der einheitliche europäische Luftraum English wird dazu beitragen, dass dieser Trend anhält. „Open skies“ English (en) -Abkommen ermöglichen es, dass jede EU-Luftfahrtgesellschaft von jedem EU-Flughafen aus in andere Länder fliegen kann. Derartige Abkommen wurden auch mit den USA, Kanada, Israel, den Ländern des westlichen Balkans, Marokko, Jordanien, Georgien und der Republik Moldau geschlossen, und weitere Abkommen werden derzeit vorbereitet.

Schiene – Jede zugelassene Eisenbahngesellschaft kann nun ihre Dienste überall in der EU anbieten. Das Hochgeschwindigkeitsnetz wurde in den letzten Jahren rasch ausgebaut, wodurch Reisende Zeit und Geld sparen. Weitere Verbesserungen sind geplant.

Seeverkehr – 75 % des europäischen Handels mit anderen Ländern und 40 % der Fracht innerhalb Europas werden per Seeverkehr abgewickelt. Außerdem werden jährlich 400 Millionen Passagiere auf europäischen Wasserwegen befördert. Die Öffnung des maritimen Marktes ermöglicht es den Schifffahrtsunternehmen, auch in anderen Ländern als ihrem Niederlassungsstaat ohne Einschränkungen zu arbeiten. 2014 vereinbarten der Rat und das Europäische Parlament, bis 2025 die Entwicklung eines Kernnetzes von Flüssiggastankstellen an den wichtigsten Seehäfen des transeuropäischen Verkehrsnetzes sowie die landseitige Stromversorgung zu fördern.

Fahr- und Fluggastrechte in der EU

Die Interessen von Reisenden in der EU werden durch umfassende Fahrgast- und Fluggastrechte geschützt.

App für Fahrgast- und Fluggastrechte in Ihrer Sprache

Sicherheit im Straßen-, Luft- und Seeverkehr

  • Die Anzahl der Verkehrstoten auf Europas Straßen ging zwischen 1992 und 2010 um mehr als die Hälfte zurück (von 70 000 auf 31 000). Zwischen 2010 und 2013 konnte ein Rückgang um weitere 17 % verzeichnet werden. Die EU macht also bei der Verwirklichung ihres strategischen Ziels, die Zahl der Verkehrstoten bis 2020 zu halbieren, die angestrebten Fortschritte.
  • Unsichere Luftfahrtunternehmen haben in Europa Betriebsverbot.
  • Die Vorschriften zur Sicherheit im Seeverkehr wurden verschärft und sehen u. a. strengere Inspektionen von Schiffen, Sanktionen für grob fahrlässig verursachte Umweltschäden und die beschleunigte Ausmusterung von Einhüllentankern vor.
  • Die EU legt Sicherheitsnormen fest und fördert neue Infrastrukturprojekte nur, wenn sie diesen Normen entsprechen.
  • Die EU arbeitet zum Beispiel mit der Internationalen Zivilluftfahrt-Organisation English und der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation English zusammen, um Normen für Sicherheit und Gefahrenabwehr in Nicht-EU-Ländern zu fördern.

Intelligenter, nachhaltiger Verkehr

Straßenverkehr im Zentrum Londons © Shutterstock

London hat als erste Hauptstadt Straßenmaut für sein Stadtzentrum eingeführt.

Die EU unterstützt die Forschung und die wirksame Einführung neuer, umweltfreundlicher Verkehrstechnologien. Neue EU-Rechtsvorschriften werden durch einheitliche Konstruktions- und Nutzungsnormen für alternative Versorgungsstationen (z. B. eine einheitliche Steckdose zum Aufladen elektrischer Fahrzeuge) dafür sorgen, dass das Versorgungsnetz europaweit breiter und dichter wird.

Infrastruktur und Finanzierung

Der Aufbau eines Netzes unterschiedlicher Verkehrsträger zur Verbindung der größten Städte und zur weiteren Annäherung der östlichen und westlichen Regionen der EU ist eines der Kernziele der EU-Politik auf dem Gebiet der transeuropäischen Netze. Weitere wichtige Ziele sind der Abbau des Wohlstandsgefälles und die Bekämpfung des Klimawandels.

Die Verkehrsinfrastruktur wird von der Fazilität „Connecting Europe“ (CEF) English finanziert, der für 2014–2020 ein Haushalt von bis zu 50 Milliarden Euro zur Verfügung steht. Damit sollen effiziente, nachhaltige und eng verbundene transeuropäische Netze in den Bereichen Verkehr, Energie, Breitbandtechnik und Digitaldienste geschaffen werden.

Neben Mitteln der öffentlichen Hand wird im Verkehr zur Schaffung fairer finanzieller Rahmenbedingungen auch ein neues Entgeltkonzept benötigt, das dem Verursacher- und Nutzerprinzip Rechnung trägt.

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Verkehr

Veröffentlicht im Dezember 2013

Teil der Reihe „Die Europäische Union erklärt“


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