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Raumfahrt


Viele Dinge in unserer Gesellschaft – von Telekommunikation über Fernsehen und Meteorologie bis zu den globalen Finanzmärkten – beruhen auf Satellitensystemen oder satellitengestützten Technologien.

Raumfahrtprojekte sind allerdings oft so groß, dass die meisten Länder außerstande sind, sie allein zu verwirklichen. Deshalb haben mehrere europäische Länder ihre technologischen und finanziellen Möglichkeiten gebündelt, um in Zusammenarbeit mit der Europäischen Weltraumorganisation English (eine zwischenstaatliche Organisation von 20 EU-Ländern) über die Europäische Kommission Raumfahrtpolitik zu betreiben.

Die europäische Raumfahrtpolitik hat drei Schwerpunkte:

  • das Erdbeobachtungssystem Copernicus und die Satellitennavigationssysteme Galileo/EGNOS 
  • Raumforschung
  • Unterstützung europäischer Unternehmen bei der Aufnahme und erfolgreichen Ausübung von Geschäftstätigkeiten in der Raumfahrtindustrie

Copernicus – Umweltüberwachung

Copernicus English (en) umfasst eine Reihe komplexer Systeme, die Daten über die Erde erfassen und dabei Satelliten und Sensoren am Boden, in der Atmosphäre und auf See einsetzen. Politische Entscheidungsträger, Unternehmen und die breite Öffentlichkeit erhalten dadurch aktuelle und verlässliche Informationen darüber, wie unser Planet und das Klima sich verändern.

Künstlerische Vision des Satelliten Sentinel-2 über der Erde

Dieser „Sentinel-2“ genannte Copernicus-Satellit wird Bilder in hoher Auflösung von Vegetation, Boden und Wasser, Binnenwasserstraßen und Küstengebieten liefern.

Informationen aus dem Weltraum dienen zahlreichen Zwecken, zum Beispiel:

  • Stadtplanung
  • Naturschutz
  • Land- und Forstwirtschaft
  • Gesundheit
  • Notfalleinsätze
  • Verkehr
  • Tourismus

Copernicus wird von der Europäischen Kommission koordiniert und verwaltet. Für die Satelliteninfrastruktur ist die Europäische Weltraumorganisation English zuständig. Die Sensoren werden von der Europäischen Umweltagentur und verschiedenen EU-Ländern entwickelt.

Galileo – globales Satellitennavigationssystem

Das europäische Programm für ein globales Satellitennavigationssystem (GNSS) heißt Galileo English (en) . Im Gegensatz zu den amerikanischen und russischen Systemen steht Galileo unter ziviler Kontrolle – und das wird auch so bleiben.

Satelliten in der Erdumlaufbahn © ESA – J. Huart

Das europäische Satellitennavigationssystem Galileo liefert globale Ortungsdaten für nichtmilitärische Zwecke.

Nach Aufnahme des Vollbetriebs wird das System dreißig Satelliten (einschließlich sechs aktiver Ersatzsatelliten) umfassen und in ganz Europa Positionsbestimmungsdaten höchster Genauigkeit bereitstellen. Allerneueste Spitzentechnologien und die Interoperabilität mit anderen Satellitennavigationsssystemen werden künftig eine viel genauere Ortung ermöglichen als bestehende Systeme.

2013 hat das Programm Galileo einen wichtigen Meilenstein erreicht: erstmals erfolgte eine Positionsbestimmung ausschließlich unter Verwendung von Galileo-Signalen. Mit Inbetriebnahme weiterer Satelliten wird Galileo (voraussichtlich Anfang 2015) erste Dienste anbieten.

Galileo hat zahlreiche und vielfältige potenzielle Nutzungsmöglichkeiten English (en) , darunter

  • Verkehrsmanagement
  • Rettungsdienste
  • Landwirtschaft
  • Katastrophenschutz
  • Zeitstempel und Synchronisierung.

Die EU-Investitionen in Galileo werden sich voraussichtlich in Form neuer Geschäftsmöglichkeiten und Arbeitsplätze in der Produktion von Satellitensignal-Empfangsgeräten und satellitengestützten Anwendungen auszahlen.

Partner des Galileo-Programms sind:

  • Europäische Kommission – Verwaltung und vollständige Finanzierung der Phase bis zur vollen Betriebsfähigkeit;
  • Europäische Weltraumorganisation English – Entwurf, Entwicklung, Beschaffung und Validierung. Die ESA trug während der Aufbau- und Entwicklungsphasen und der Überprüfung in der Erdumlaufbahn zur Finanzierung des Galileo-Programms bei;
  • Agentur für das europäische GNSS English (GSA) – Betriebsmanagement bei Einsatzbereitschaft des Systems.

Erweiterungssystem EGNOS

Die Europäische Erweiterung des geostationären Navigationssystems (European Geostationary Navigation Overlay System English (en) ) verbessert die Qualität der bestehenden Satellitennavigationssysteme wie des amerikanischen GPS: Die Genauigkeit wird von zehn Metern auf zwei Meter erhöht. Außerdem sendet es Warnmeldungen bei Systemausfällen.

2014 wurde vom europäischen Weltraumbahnhof Kourou English aus ein Ersatzsatellit in die Umlaufbahn gebracht, der die Kontinuität der EGNOS-Dienste für die nächsten zwölf Jahre sichert und Europas Engagement für qualitativ hochwertige Satellitennavigationssysteme demonstriert.

Raumforschung

Die Raumforschung gibt der Innovation, der technologischen Entwicklung und dem wissenschaftlichem Erkenntnisgewinn wichtige Impulse. Da entsprechende Forschungsprogramme die individuellen Möglichkeiten der meisten Länder jedoch übersteigen, ist eine internationale Zusammenarbeit unverzichtbar.

Aus diesem Grund beteiligt sich die Europäische Kommission – im Namen aller EU-Länder – aktiv an internationalen Diskussionen über die Zusammenarbeit bei der Weltraumforschung, insbesondere mit strategisch wichtigen Partnern wie den USA, Russland und China.

Forschung

Die von der EU finanzierten Raumforschungsprojekte sollen die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie und Wissenschaft steigern. Ein Teil der dazu aufgewandten Mittel stammt aus dem EU-Forschungsprogramm Horizont 2020 English. Diese Unterstützung ist von entscheidender Bedeutung für die weitere Entwicklung des Raumfahrtsektors, um insbesondere

  • Forscher des öffentlichen und privaten Sektors zur Intensivierung ihrer Anstrengungen und der Investitionen im Raumfahrtsektor anzuhalten,
  • eine wettbewerbsfähige Raumfahrtindustrie mit wirtschaftlich lebensfähigen Herstellern, Diensteanbietern und Betreibern zu fördern,
  • die zur Entwicklung und Nutzung neuer Technologien benötigten Dienste und Infrastrukturen bereitzustellen.

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Unternehmen

Im März 2013 veröffentlicht

Teil der Reihe „Die Europäische Union erklärt“


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