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Forschung und Innovation haben im Hinblick auf Wachstum und Beschäftigung oberste Priorität für die EU. Die EU-Länder wurden aufgefordert, bis 2020 3 % ihres BIP in Forschung und Entwicklung zu investieren (1 % öffentliche Mittel, 2 % Investitionen des Privatsektors). Schätzungen zufolge könnten wir so 3,7 Millionen Arbeitsplätze schaffen und das jährliche BIP um fast 800 Milliarden Euro steigern.
Der EU-weite Wettbewerb um diese Gelder wird die besten Forscher und Innovatoren Europas zusammenführen, um die größten Probleme unserer Zeit wie Energie, Lebensmittelsicherheit, Klimawandel und Bevölkerungsalterung anzugehen. Forschung und Innovation tragen zu Beschäftigung, Wohlstand und Lebensqualität bei. Obwohl die EU in zahlreichen Technologien weltweit führend ist, sieht sie sich in zunehmendem Maße mit Herausforderungen durch traditionelle Mitbewerber und aufstrebende Wirtschaften konfrontiert.
Unser künftiger Lebensstandard hängt von unserer Fähigkeit ab, die Innovation bei Produkten, Dienstleistungen sowie neuen Abläufen und Modellen für Unternehmen und Gesellschaft voranzutreiben. Deshalb wurde Innovation in den Mittelpunkt der Strategie Europa 2020 gestellt – mit der Innovationsunion
als Leitinitiative.
Im Rahmen der Innovationsunion wird Europa seine Anstrengungen und seine Zusammenarbeit mit Nicht-EU-Ländern auf die oben genannten großen Herausforderungen konzentrieren. Dazu sollen Maßnahmen des öffentlichen Sektors eingesetzt werden, um die Privatwirtschaft zu stimulieren und Engpässe zu beseitigen, die verhindern, dass es Ideen bis zur Marktreife schaffen. Solche Hindernisse sind z. B. Finanzierungsprobleme, fragmentierte Forschungssysteme und Märkte, eine unzureichende Innovationsförderung durch öffentliche Aufträge und ein langsamer Normungsprozess.
Die EU möchte bis 2014 einen gemeinsamen Europäischen Forschungsraum schaffen, in dem Forscherinnen und Forscher überall in der EU arbeiten können und die grenzübergreifende Zusammenarbeit gefördert wird.
Wichtigstes Instrument der EU-Politik im Bereich Forschung und Innovation ist das siebte Rahmenprogramm 2007–2013 (RP7), das mit 50,5 Milliarden Euro ausgestattet ist.

Mit EU-Mitteln werden GPS-Systeme entwickelt, die Such- und Rettungsdienste vereinfachen.
Das siebte Rahmenprogramm besteht aus vier Bereichen:
Die gemeinsame Forschungsstelle ist ein Netz aus sieben über die gesamte EU verteilten Forschungsinstituten. Neben den Forschungsarbeiten im Bereich der Kernenergie und -sicherheit hat die gemeinsame Forschungsstelle neue Technologien wie die zur Fernerkundung entwickelt, um aufkommende Ernährungskrisen in Entwicklungsländern zu erkennen, bei denen die Nahrungsmittelhilfe der EU benötigt wird.
Der Europäische Forschungsrat unterstützt „Pionierforschung“ und möchte die besten und kreativsten Forscher, Wissenschaftler und Ingenieure ermutigen, über die etablierten Grenzen des Wissens und der Disziplinen hinauszugehen. (Der Ausdruck „Pionierforschung“ steht für ein neues Verständnis der Grundlagenforschung: Grundlagenforschung in Wissenschaft und Technologie hat entscheidende Bedeutung für wirtschaftliches und soziales Wohlergehen; gleichzeitig ist die Forschung an und jenseits der Grenzen unseres derzeitigen Verständnisses ein inhärent riskantes Unternehmen, das Fortschritte auf neuen und besonders aktuellen Forschungsgebieten ermöglicht.) Der Bottom-up-Ansatz des EFR beruht auf Anregungen von den Forschern selbst und nicht auf von Politikern gemachten Vorgaben. Er eröffnet Wissenschaftlern aus allen Forschungsgebieten neue Möglichkeiten und Perspektiven.
Aufgabe des Europäischen Innovations- und Technologieinstituts ist es, Forschungsergebnisse in kommerzielle Anwendungen umzusetzen, indem es sogenannte Wissens- und Innovationsgemeinschaften bildet.
Es handelt sich um ein neues Partnerschaftsmodell, an dem sich Universitäten, Forschungsorganisationen, Unternehmen, Stiftungen und andere Einrichtungen beteiligen. Derzeitige Schwerpunkte sind Klimawandel, erneuerbare Energiequellen sowie Informations- und Kommunikationstechnologien der nächsten Generation.
„Horizont 2020“ ist das neue Programm der EU für Forschung und Innovation für den Zeitraum 2014–2020. In diesem Zeitraum werden Forschungseinrichtungen, Universitäten sowie innovativen und kleinen Unternehmen Mittel in Höhe von insgesamt 80,2 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt.
Das Programm wird der gesamten europäischen Wirtschaft zugute kommen, einschließlich der Bereiche Landwirtschaft, Fischerei, Lebensmittel, Gesundheit, Verkehr, Energie (insbesondere erneuerbare Energie) sowie Informations- und Kommunikationstechnologien.