Humanitäre Hilfe und Katastrophenschutz


Bei der Krisenbewältigung verfolgt die EU ein Ziel: Denjenigen Menschen direkte Hilfe zu leisten, die sie am dringendsten brauchen – unabhängig davon, ob die Krise auf einen von Menschen verursachten Konflikt oder eine Naturkatastrophe zurückzuführen ist. Die EU setzt sich seit langem für die Opfer solcher Krisen ein und leistet ihnen ungeachtet ihrer Nationalität, Religion, ethnischen Herkunft oder ihres Geschlechts unmittelbaren Beistand.

Die EU ist in zahlreichen Krisengebieten der Welt präsent, darunter in Syrien, Afghanistan, den besetzten palästinensischen Gebieten und vielen Regionen Afrikas, Mittel- und Südamerikas und Südostasiens. Außerdem führt sie Hilfseinsätze in Gebieten durch, die infolge bewaffneter Konflikte mit langfristigen Krisen oder anhaltender Instabilität zu kämpfen haben.

Kreisdiagramm: Aufteilung der Hilfe nach Bereich. Lebensmittelhilfe bildet den größten Teil.

Aufteilung der humanitären Hilfe nach Bereich (2011)

ECHO

Die Hilfsleistungen der EU werden von ECHO koordiniert, der Generaldirektion für humanitäre Hilfe und Katastrophenschutz der Europäischen Kommission. Die breitgefächerten Aktivitäten von ECHO zeugen von der zunehmenden Verbreitung ernster Krisen in der ganzen Welt, aber auch von der Bereitschaft der EU, bei der Unterstützung der Opfer eine Führungsrolle zu übernehmen. Der durchschnittliche Jahreshaushalt für humanitäre Maßnahmen hat sich in den letzten Jahren auf rund eine Milliarde Euro belaufen, die mehr als 100 Millionen notleidenden Menschen pro Jahr zugutekommen.

Erste Pflicht von ECHO ist, Leben zu retten, Leid zu lindern und die Unversehrtheit und Würde der Betroffenen zu schützen. Soforthilfe umfasst die Bereitstellung von Zelten, Decken, Nahrungsmitteln, Arzneimitteln, medizinischer Ausrüstung, Wasseraufbereitungssystemen und Kraftstoff. ECHO finanziert auch medizinisches Personal, Minenräumexperten sowie Maßnahmen in den Bereichen Transport und Logistik. Seit 1992 war ECHO in mehr als 140 Ländern tätig.

Mann mit EU-Weste, der zwischen Trümmern mit Ortsbewohnern spricht © Europäische Union – EC/ECHO

Nach dem Erdbeben in Van (Türkei) 2011 leistet ein EU-Katastrophenschutzteam Hilfe.

Zusätzlich zur humanitären Hilfe unterstützt ECHO die Koordinierung des Katastrophenschutzes in der EU und betreibt das Beobachtungs- und Informationszentrum (MIC). In der ersten Hälfte 2013 soll daraus das Europäische Notfallabwehrzentrum (ERC) entstehen. Das MIC/ERC ist die rund um die Uhr erreichbare Zentrale des EU-Katastrophenschutzes. Jedes Land innerhalb oder außerhalb der EU, das von einer schweren Katastrophe betroffen ist, kann das MIC um Unterstützung bitten. Das Zentrum

  • fungiert als Kommunikationsdrehscheibe für die 31 Teilnehmerländer (die 28 EU-Länder plus Island, Liechtenstein und Norwegen), das betroffene Land und die vor Ort entsandten Fachleute;
  • liefert aktuelle Informationen über die Lage in den Krisengebieten;
  • hilft bei der Koordinierung, welche Hilfsangebote der teilnehmenden Länder dem Hilfsbedarf des betroffenen Landes am besten entsprechen.

Partnernetzwerk

Frau aus der Volksgruppe der Turkana in traditioneller Kleidung mit einer EU-Helferin, die ein Kopfband und Schmuck der Turkana trägt © Europäische Union – EC/ECHO/Malini Morzaria

Eine Frau aus der Volksgruppe der Turkana gibt einer Oxfam-Mitarbeiterin Schmuck, Taschen sowie Wasser- und Milchflaschen, die die Frauen vor Ort verkaufen.

ECHO selbst verfügt nicht über das erforderliche Personal und die Ausrüstung, um Soforthilfegüter bereitzustellen, Rettungsteams zu entsenden, Feldlazarette aufzubauen und provisorische Kommunikationssysteme einzurichten. Stattdessen finanziert und koordiniert ECHO diese humanitären Maßnahmen, die von Nichtregierungsorganisationen (NRO), spezialisierten UN-Agenturen und dem Internationalen Roten Kreuz/Roten Halbmond vor Ort durchgeführt werden.

Eine helfende Hand

Die humanitäre Hilfe der EU umfasst:

  • Hilfe bei der Entwicklung von Bewältigungsstrategien für Einzelpersonen, Haushalte, Gemeinschaften, Regionen und Länder, die sich von Schockerlebnissen wie Dürre, Gewalt, Konflikten oder Naturkatastrophen erholen und an neue Realitäten anpassen müssen.
  • Soforthilfe – finanzielle Unterstützung für den Ankauf und die Bereitstellung lebensnotwendiger Güter wie Arzneimittel, Nahrungsmittel und Unterkünfte sowie Finanzierung des Wiederaufbaus nach einer Katastrophe.
  • Nahrungmittelhilfe – finanzielle Unterstützung für unter Dürre oder Hunger leidende Regionen, um die Versorgung zu sichern, bis die normale Erzeugung wieder aufgenommen werden kann; Finanzierung von Nahrungsmittelsoforthilfe, wenn Nahrungsmittelknappheit infolge von durch Menschen verursachte Katastrophen oder unvorhergesehenen Naturkatastrophen auftritt.
  • Hilfe für Flüchtlinge, bis sie nach Hause zurückkehren oder sich in einem anderen Land niederlassen können.
  • Verringerung des Katastrophenrisikos – Katastrophenvorsorge und Einbeziehung von Maßnahmen zur Verringerung des Katastrophenrisikos in alle Bereiche humanitärer Hilfe.

Auslaufstrategie und Übergabe

Katastrophenhilfe und Soforthilfe sind naturgemäß kurzfristige Formen der Hilfe. Die von der EU finanzierten Maßnahmen dauern in der Regel nicht länger als sechs Monate. Die EU will allerdings sicherstellen, dass die Hilfeempfänger nach dem Auslaufen der humanitären Hilfe selbst zurechtkommen oder eine längerfristige Entwicklungshilfe an die Stelle der Soforthilfe tritt.

Um die Gefahr zu verringern, Menschen ohne Hilfe zurückzulassen, fordert die EU ihre Partner vor Ort auf, bei der Konzipierung eines Projekts auch eine Auslaufstrategie vorzusehen. Sie sollten entweder die Kontrolle an eine örtliche Behörde zurückgeben oder, wenn dies nicht möglich ist, dafür sorgen, dass andere Hilfsstrukturen an ihre Stelle treten.

EU-Initiative „Kinder des Friedens“: Europäische Union – Friedensnobelpreisträgerin 2012

Der Friedensnobelpreis 2012 wurde der EU für ihre Verdienste bei der Sicherung des Friedens in Europa verliehen. Um ihrer Solidarität mit benachteiligten Menschen Ausdruck zu verleihen, wird die EU mit diesem Geld Kindern helfen, die nicht in Frieden aufwachsen können. Dafür wird sie das Preisgeld auf 2 Millionen Euro aufstocken und in vier Bildungsprojekte für Kinder investieren, die Opfer von Konflikten sind. Im Rahmen der ausgewählten Projekte erhalten 23 000 Kinder im Irak, in Kolumbien, Ecuador, Äthiopien, der Demokratischen Republik Kongo und Pakistan in sicheren und kindgerechten Umgebungen eine Grundbildung.

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Hilfe und Katastrophenschutz

Im Februar 2013 veröffentlicht

Teil der Reihe „Die Europäische Union erklärt“


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