Humanitäre Hilfe und Katastrophenschutz


Die Europäische Union engagiert sich seit langem für die Unterstützung von Opfern von Notsituationen weltweit und hat seit 1992 in mehr als 140 Ländern humanitäre Hilfe geleistet. Die EU möchte Menschen in Not helfen. Dies gilt unabhängig davon, ob die Notlage durch Konflikte oder durch Naturkatastrophen entstanden ist, und ungeachtet von Nationalität, Religion, Geschlecht und ethnischer Herkunft. Diese breitgefächerten Aktivitäten sind eine Konsequenz der zunehmenden Verbreitung ernster Krisen in der ganzen Welt, zeugen aber auch vom Willen der EU, bei der Unterstützung der Opfer eine führende Rolle zu übernehmen.

 

Seit 2010 hat die Europäische Kommission einen robusteren und wirksameren europäischen Mechanismus zur Intervention im Katastrophenfall sowohl innerhalb als auch außerhalb der EU aufgebaut. Die humanitäre Hilfe und der Katastrophenschutz der EU sind nun unter dem Dach einer einzigen Organisation vereint. Dadurch sind sie deutlich effizienter und ergänzen einander wesentlich besser.

Wenn es darum geht, die Folgen eines Konflikts oder einer Katastrophe abzumildern, greifen das EU-Verfahren für den Katastrophenschutz und die Bereitstellung von EU-Mitteln für humanitäre Hilfe nahtlos ineinander. Als beispielsweise der Taifun Haiyan françaisEnglish im Jahr 2013 Teile der Philippinen verwüstete, bündelten die Kommission und die EU-Mitgliedstaaten die Finanzhilfen und Sachspenden, um den betroffenen Menschen humanitäre Hilfe zukommen zu lassen.

 

Humanitäre Hilfe

Die EU ist in allen großen Krisengebieten, darunter Syrien françaisEnglishعربي, der Südsudan françaisEnglish und die Zentralafrikanische Republik françaisEnglish, ebenso vertreten wie in Ländern, in denen nach einem Konflikt weiterhin Instabilität herrscht, etwa der Elfenbeinküste françaisEnglish. Dabei geht es der EU darum, Leben zu retten, Leid zu lindern und die Sicherheit und Würde der Betroffenen zu schützen.

In den vergangenen Jahren belief sich der Jahreshaushalt für humanitäre Maßnahmen auf rund 1 Milliarde Euro – etwas mehr als 2 Euro je EU-Bürger. Trotz der begrenzten Mittel erreicht die humanitäre Hilfe der EU jedes Jahr rund 120 Millionen bedürftige Menschen.

Aufteilung der humanitären Hilfe, aufgeschlüsselt nach Bereichen (2012)

Humanitäre Hilfe, aufgeschlüsselt nach Bereichen (2012)

Wie wir arbeiten

Ein ECHO-Experte spricht mit den Menschen einer lokalen Gemeinschaft an der Ostküste Indiens, die im Oktober 2013 vom Zyklon Phailin verwüstet wurde.

Ein ECHO-Experte spricht mit den Menschen einer lokalen Gemeinschaft an der Ostküste Indiens, die im Oktober 2013 vom Zyklon Phailin verwüstet wurde.

Die Hilfsleistungen der EU werden von ECHO koordiniert, der Generaldirektion für humanitäre Hilfe und Katastrophenschutz der Europäischen Kommission. Die EU leistet keine unmittelbare humanitäre Hilfe, sondern sie finanziert und koordiniert die Arbeit von Partnerorganisationen, die vor Ort tätig werden. Davon gibt es weltweit mehr als 200, einschließlich Nichtregierungsorganisationen (NRO), internationale Organisationen und UN-Einrichtungen.

Die von der EU finanzierten Hilfen umfassen unter anderem:

  • Lebensnotwendiges – Nahrungsmittel, Unterkünfte und medizinische Versorgung
  • Stärkung der Widerstandsfähigkeit gegenüber Katastrophen und Verringerung des Katastrophenrisikos
  • Bereitstellung medizinischen Personals
  • Minenräumexperten
  • Transport
  • logistische Unterstützung

Soforthilfe wird dort geleistet, wo sie benötigt wird: in der Krisenregion und/oder am Zufluchtsort der Betroffenen.

Rückzugsstrategie und Übergabe

Katastrophenhilfe und Soforthilfe sind naturgemäß meist kurzfristige Formen der Hilfe. Von der EU finanzierte Maßnahmen dauern in der Regel bis zu zwölf Monate. Wenn die humanitäre Hilfe ausläuft, müssen entweder die Betroffenen in der Lage sein, allein zurechtzukommen, oder es muss eine andere Form längerfristiger Entwicklungshilfe geleistet werden.

Eine Frau aus der Volksgruppe der Turkana gibt einer Oxfam-Mitarbeiterin Schmuck, Taschen sowie zum Transport von Wasser/Milch genutzte Kürbisse, die die Frauen vor Ort verkaufen.

Eine Frau aus der Volksgruppe der Turkana gibt einer Oxfam-Mitarbeiterin Schmuck, Taschen sowie zum Transport von Wasser/Milch genutzte Kürbisse, die die Frauen vor Ort verkaufen.

Um das Risiko zu verringern, dass die Hilfe eingestellt wird, bevor die Betroffenen wieder allein zurechtkommen, verlangt die EU von ihren Partnern vor Ort, in ihren Projekten eine Rückzugsstrategie vorzusehen. Sie sollten entweder die von ihnen erbrachten Aufgaben an eine örtliche Behörde zurückübertragen oder, wenn dies nicht möglich ist, sicherstellen, dass andere Hilfsstrukturen an ihre Stelle treten.

EU-Freiwillige für humanitäre Hilfe

Damit die EU Krisen wirksamer bekämpfen kann, erhalten im Rahmen des EU-Freiwilligenprogramms für humanitäre Hilfe (2014 – 2020) françaisEnglish rund 18 000 europäische Bürger die Möglichkeit, als Freiwillige an EU-finanzierten Projekten rund um den Erdball teilzunehmen. Bei Abschluss des Programms werden etwa 4000 Freiwillige ausgebildet und humanitären Organisationen zugeordnet sein und können in Katastrophengebieten eingesetzt werden. 4000 Freiwillige und Mitarbeiter von NRO werden von Ausbildung und Kapazitätsaufbau profitieren, und 10 000 Online-Freiwillige werden Projekte in ihren Heimatländern unterstützen.

 

Katastrophenschutz

Nach dem Erdbeben in Van (Türkei) 2011 leistet ein EU-Katastrophenschutzteam Hilfe.

Nach dem Erdbeben in Van (Türkei) 2011 leistet ein EU-Katastrophenschutzteam Hilfe.

 

Die Europäische Kommission spielt eine entscheidende Rolle bei der Koordinierung des Katastrophenschutzes bei Krisen in Europa und weltweit. Sie stellt diese Koordinierung durch das EU-Verfahren für den Katastrophenschutz sicher. Kernstück des Verfahrens ist das 2013 ins Leben gerufene Europäische Notfallabwehrzentrum English (ERCC), das rund um die Uhr bestehende und potenzielle Krisen auf allen Kontinenten überwacht.

Das Zentrum koordiniert die Kommunikation zwischen dem betroffenen Land, den Experten vor Ort und den 32 teilnehmenden Ländern (den 28 EU-Mitgliedstaaten, Island, Liechtenstein, der ehemaligen jugoslawischen Republik Mazedonien und Norwegen). Die Hilfsangebote der teilnehmenden Länder werden auf die Bedürfnisse des von einer Katastrophe betroffenen Landes abgestimmt.

Das EU-Verfahren für den Katastrophenschutz kam bereits in mehr als 80 Krisenfällen (2010-2013) zum Einsatz:

  • bei der Dreifachkatastrophe in Japan (2011)
  • im syrischen Bürgerkrieg
  • bei Waldbränden in Südeuropa und auf dem Balkan
  • bei Überschwemmungen in Mitteleuropa

Durch neue, seit Januar 2014 geltende Rechtsvorschriften für den Katastrophenschutz wird ein Rahmen für eine engere Zusammenarbeit bei der Katastrophenvorbeugung, der Risikobewertung, der Notfallvorsorge und -planung geschaffen. Dies schließt auch regelmäßigere gemeinsame Schulungen und Übungen für europäische Katastrophenschutzteams ein. Zudem wird ein Pool aus freiwillig von den Ländern bereitgestellten Kapazitäten und Experten geschaffen.

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Hilfe und Katastrophenschutz

Im Februar 2014 veröffentlicht

Teil der Reihe „Die Europäische Union erklärt“


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