Lebensmittelsicherheit in der EU


Die Strategie der EU für Lebensmittelsicherheit soll Folgendes gewährleisten:

  1. Lebensmittel und Tierfutter, die gesundheitlich unbedenklich und nahrhaft sind
  2. Tiergesundheit, Tier- und Pflanzenschutz auf hohem Niveau
  3. ausreichend transparente Informationen über Ursprung, Inhaltsstoffe, Kennzeichnung und Verwendung von Lebensmitteln

Menschen bei der Ernte © Corbis

Ob eingeführt oder aus eigener Erzeugung – Lebensmittel müssen den strengen EU-Normen entsprechen.

Die EU-Lebensmittelpolitik beruht auf 3 Säulen:

  • umfassende Rechtsvorschriften über die Sicherheit von Lebens- und Futtermitteln einschließlich Lebensmittelhygiene,
  • fundierte wissenschaftliche Beratung als Entscheidungshilfe,
  • Durchsetzung und Kontrolle.

In Bereichen, in denen ein besonderer Schutz der Verbraucher gerechtfertigt ist, können besondere Maßnahmen vorgesehen werden, zum Beispiel für

  • Pestizide, Nahrungsergänzungsmittel, Farbstoffe, Antibiotika oder Hormone,
  • Lebensmittelzusatzstoffe wie Konservierungsstoffe und Aromen,
  • Produkte, die mit Lebensmitteln in Berührung kommen, zum Beispiel Kunststoffverpackungen,
  • Angaben zu Inhaltsstoffen, die Allergien auslösen können, sowie Aussagen wie „fettarm” oder „mit hohem Ballaststoffgehalt”.

Vielfalt auf dem EU-Lebensmittelmarkt wahren

Die EU achtet sehr darauf, dass traditionelle Lebensmittel nicht aufgrund der geltenden Lebensmittelnormen vom Markt verschwinden, dass Innovationen nicht gebremst werden und dass die Qualität nicht leidet.

Wenn neue Mitgliedstaaten der EU und damit dem Binnenmarkt beitreten, werden gegebenenfalls Übergangsmaßregeln eingeführt, um ihnen die Anpassung an die strengen Lebensmittelsicherheitsnormen der EU zu ermöglichen. In der Zwischenzeit dürfen sie jedoch keinerlei Lebensmittel ausführen, die diesen Normen nicht entsprechen.

Was Gentechnik, Klonen und Nanotechnologie (neuartige Lebensmittel)anbelangt, so tritt die Kommission für eine verantwortungsbewusste Innovation ein. Dies ist die beste Garantie für die Sicherheit der europäischen Bürgerinnen und Bürger und der stärkste Ansporn für das Wirtschaftswachstum.

Dachshund mit Reisepass im Maul

Er kann seinen eigenen Pass erhalten und mit Ihnen verreisen.

Sicherheit für Tiere

Auch Tiere können ungehindert durch die gesamte EU befördert werden. Die Gesundheits- und Tierschutzvorschriften gelten jedoch nicht nur auf dem Bauernhof, sie müssen auch beim Transport beachtet werden. Wenn Tierseuchen ausbrechen, wird die EU sofort tätig und unterbindet erforderlichenfalls den Handel mit den betroffenen Tieren.

Die „Heimtierpässe“ ermöglichen es Reisenden, ihre Haustiere (Hunde, Katzen und Frettchen) problemlos mit sich zu führen. Um jedoch die Verbreitung von Krankheiten zu verhindern, gelten für Haustiere dieselben Vorsichtsmaßnahmen wie für andere Tiere.

Für gesunde Pflanzen sorgen

Der Transport von Pflanzenmaterial und Pflanzen unterliegt in der gesamten EU keiner Beschränkung, sofern sie frei von Schadorganismen sind. Untersuchungen eingeführten Pflanzenmaterials und Überwachung des EU-Grundgebiets tragen dazu bei, Schadorganismen frühzeitig zu entdecken.

Dies ermöglicht vorbeugende Maßnahmen, die Abhilfemaßnahmen wie den Einsatz von Pestiziden vermeiden helfen. Pflanzenpässe für junge Bäume zeigen an, dass diese unter gesunden Bedingungen wachsen konnten.

Schnellwarnsystem

Die EU unterhält ein Schnellwarnsystem, um Verbraucher vor Lebensmitteln zu schützen, die nicht den europäischen Vorschriften für Lebensmittelsicherheit entsprechen. Mit Hilfe des Systems lässt sich ebenfalls feststellen, ob Nahrungsmittel verbotene Substanzen oder grenzwertüberschreitende Mengen gefährlicher Stoffe enthalten, z. B. Rückstände von Tierarzneimitteln in Fleisch oder krebserregende Farbstoffe in Lebensmitteln.

Wird eine Bedrohung erkannt, wird in der gesamten EU davor gewarnt. Oft reicht es aus, eine einzige Sendung abzufangen, gegebenenfalls müssen aber auch alle Lieferungen eines bestimmten Erzeugnisses ab dem betreffenden landwirtschaftlichen Betrieb, der Fabrik oder der Eingangszollstelle aufgehalten werden. Es kann vorkommen, dass Erzeugnisse sogar aus Vertrieb und Handel zurückgerufen werden.

Rückverfolgbarkeit und Risikomanagement

Im Falle einer besorgniserregenden Tierseuche oder Lebensmittelvergiftung schützen die EU-Behörden die europäischen Verbraucher dadurch, dass sie die gesamte Produktionskette der Lebensmittelerzeugnisse bis zu ihrem Ursprung zurückverfolgen können – unabhängig davon, ob es sich um lebende Tiere, tierische oder pflanzliche Erzeugnisse handelt.

Die Rückverfolgbarkeit und das Risikomanagement werden mithilfe des integrierten Veterinärinformationssystems TRACES (Trade Control and Expert System) gewährleistet, einer elektronischen Datenbank, in der Informationen über Grenzkontrollen und Zertifizierungen der gehandelten Waren gespeichert werden.

Wissenschaftlich fundierte Entscheidungen

Die EU-Politik für Lebensmittelsicherheit stützt sich auf wissenschaftliche Erkenntnisse. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) unterstützt die Kommission und die EU-Länder durch unabhängige wissenschaftliche Beratung bei der Ausarbeitung von Rechtsvorschriften oder dann, wenn sich Entscheidungsträger mit einer Bedrohung der Lebensmittelsicherheit befassen müssen.

Die Kommission wendet das Vorsorgeprinzip an: Sie handelt unverzüglich, sobald Wissenschaftler eine bestehende oder auch nur mögliche Gefahr melden.

Durchsetzung und Kontrolle

Die Kommission sorgt für die Durchsetzung der EU-Lebensmittelvorschriften,

  • indem sie prüft, ob diese in allen EU-Ländern in das innerstaatliche Recht übernommen und angewandt werden,
  • und vom Lebensmittel- und Veterinäramt (LVA) English Inspektionen vor Ort innerhalb und außerhalb der EU durchführen lässt.

Das Lebensmittel- und Veterinäramt inspiziert einzelne Lebensmittelerzeugungsbetriebe. Vor allem aber hat es die Aufgabe zu prüfen, ob die Behörden von Staaten innerhalb und außerhalb der EU wirksam kontrollieren können, dass die Lebensmittelhersteller im eigenen Land die strengen Sicherheitsnormen der EU einhalten. 2013 wurden die Befugnisse des Amts auf Medizinprodukte ausgeweitet.

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Lebensmittelsicherheit

Veröffentlicht im September 2013

Teil der Reihe „Die Europäische Union erklärt“


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