Politikfelder


Maritime Angelegenheiten und Fischerei

Wichtig für Wirtschaft und Umwelt

Für viele EU-Bürgerinnen und Bürger sind die Meere und ihre Ressourcen Grundlage für ihr Auskommen: Fisch natürlich, doch auch die Öl- und Gasvorkommen offshore. Die Handelsflotte der EU ist auf den Ozeanen der Welt zuhause. Küstengebiete sind ein beliebtes Ziel für den Tourismus – eine weitere große Industrie. Wir müssen daher verantwortungsvoll mit den Ressourcen des Meeres umgehen, indem wir Überfischung vermeiden und dafür sorgen, dass Öl- und Gasförderung die Meeres- und Küstengebiete nicht schädigen.


Überblick

Bestandserhaltung ist eine Notwendigkeit

Die Fischwirtschaft der EU ist die viertgrößte der Welt. Sie produziert jährlich ungefähr 6,4 Millionen Tonnen Fisch. Fischfang und Fischverarbeitung bieten über 400.000 Menschen einen Arbeitsplatz.

Das wichtigste Ziel der EU-Fischereipolitik ist es, die Fischbestände nachhaltig zu bewirtschaften: Die Bedürfnisse der heutigen Fischwirtschaft müssen erfüllt werden, ohne die Fischbestände für künftige Generationen zu gefährden.

Weitere Ziele sind der Erhalt eines zukunftsfähigen Meeresökosystems und die Gewährleistung angemessener Lebensbedingungen für die von diesem System abhängigen Menschen durch die Fischereiindustrie. Auch die Interessen der Verbraucher sind bei all dem zu berücksichtigen.

Im Zeitraum 2007 bis 2013 stellt der Europäische Fischereifonds Finanzmittel in Höhe von 4,3 Milliarden Euro für die Umstrukturierung der Fischerei und zur Unterstützung der EU-Länder bei der Durchführung der Reform der Gemeinsamen Fischereipolitik von 2002 zur Verfügung. Sie können für die nachhaltige Entwicklung für die See- und Binnenfischerei, für Aquakulturbetriebe, für die Verarbeitung und Vermarktung sowie für die wirtschaftliche Diversifizierung in Fischereigemeinden verwendet werden.

Fischer bringen ihren Fang an Land © Van Parys Media

Erhalt der Fischbestände – ein wichtiges Ziel für die Fischereipolitik der EU.

Internationale Zusammenarbeit und Hilfe

Durch partnerschaftliche Fischereiabkommen mit Nicht-EU-Ländern und Verhandlungen innerhalb regionaler und internationaler Fischereiorganisationen gewährleistet die EU, dass weltweit die Gewässer innerhalb eines regulierten, transparenten und nachhaltigen Rechtsrahmens bewirtschaftet und nicht überfischt werden.

Gleichzeitig gewährleisten die Abkommen den EU-Fischern Zugang zu weit entfernten Fanggebieten und tragen dadurch zu einer sicheren Versorgung des EU-Marktes mit Fisch bei. Zum Ausgleich dafür erhalten diese Nicht-EU-Länder, die oft auch Entwicklungsländer sind, Finanzmittel für ihre Fischereiwirtschaft und den Aufbau ihrer Fischbestände.

Ölbohrplattform © Van Parys Media

Die Mineralölindustrie sorgt für zahlreiche Arbeitsplätze in der maritimen Wirtschaft.

Entwicklung der Aquakultur

Weltweit steigt die Nachfrage nach Fisch und anderen Meeresprodukten: Die Aquakultur der EU kann dieser Nachfrage entgegenkommen. Bereits heute stammt ein Viertel der in der EU erzeugten Fische und Meeresfrüchte aus Fischzuchten oder anderen Formen der Aquakultur. Was die Tonnage anbetrifft, sind Muscheln, Regenbogenforellen und Atlantischer Lachs die wichtigsten Zuchtarten, gefolgt von Austern, Seebrassen, Karpfen, Venusmuscheln und Meerbarsch.

Weltweit gewinnt die Aquakultur in der Lebensmittelindustrie immer mehr an Bedeutung, sie wächst jährlich im Durchschnitt um mehr als 5 % (2006–2008). Hingegen stagniert in der EU jedoch die Aquakultur im allgemeinen. Aus diesem Grund unterstützt und fördert die Europäische Kommission diesen Industriezweig in der EU.

Maritime Dimension

Die EU hat weltweit die flächengrößten Hoheitsgewässer. In ihren 1200 Häfen liegt die größte Handelsflotte der Welt, über die 90 % des Außenhandels und 40 % des Binnenhandels der EU abgewickelt werden.

Schon immer wurden in die EU-Fischereipolitik Umweltaspekte einbezogen. In letzter Zeit wurde jedoch eine weiter gefasste Meerespolitik entwickelt, die sich mit allen Nutzungsformen unserer Gewässer befasst. Ihr Ziel ist es, Europas Stärken und Traditionen in den Bereichen Meeresforschung, Technologie und Innovation für intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum einzusetzen und so zur Strategie Europa 2020 beizutragen.

Die integrierte Meerespolitik umfasst die Bereiche Seeverkehr, Wettbewerbsfähigkeit der maritimen Wirtschaft, Beschäftigung, Forschung, Fischerei und Schutz der Meeresumwelt. Das übergreifende ZIel ist dabei die wirtschaftliche Weiterentwicklung bei gleichzeitiger umweltpolitischer Nachhaltigheit.

Um die Bedeutung der Meere als tragendes Element unserer Wirtschaft und Gesellschaft hervorzuheben, feiert die EU jedes Jahr am 20. Mai den „Europäischen Tag der Meere“.

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