Wirtschaft und Finanzen


Die EU-Länder koordinieren ihre jeweilige Wirtschaftspolitik, so dass sie bei Herausforderungen wie der derzeitigen Wirtschafts- und Finanzkrise geschlossen handeln können. Achtzehn Länder haben sich für eine besonders enge Zusammenarbeit entschieden und den Euro als ihre gemeinsame Währung eingeführt.

Alle EU-Länder gehören der Wirtschafts- und Währungsunion (WWU) an, die den Rahmen für die wirtschaftliche Zusammenarbeit bildet. Die gemeinsamen Ziele sind:

  • Förderung von nachhaltigem Wachstum, Beschäftigung und höheren sozialen Standards für alle,
  • koordinierte Bewältigung globaler wirtschaftlicher und finanzieller Herausforderungen,
  • Erhöhung der Widerstandsfähigkeit der EU-Länder gegen externe Schocks.

Im Ausland studierenden Kindern Geld zu überweisen, ist dank der EU billiger geworden.

Abgestimmte Krisenreaktion

Seit Ausbruch der Finanz- und Wirtschaftskrise im Oktober 2008 arbeiten die Regierungen der Mitgliedstaaten, die Europäische Zentralbank (EZB) und die Kommission gemeinsam auf folgende Ziele hin:

  • Wiederherstellung der Stabilität und Schaffung der Voraussetzungen für Wachstum und Beschäftigung – durch abgestimmte Beaufsichtigung, Intervention und Unterstützung von Banken
  • Schutz von Spareinlagen – durch Anhebung der nationalen Garantien für Spareinlagen auf mindestens 100 000 Euro je Kunde und je Bank
  • Sicherung der Verfügbarkeit erschwinglicher Kredite für Unternehmen und Haushalte 
  • Einführung einer besseren umfassenden Finanzordnung

Um einen vollständigen Zusammenbruch des Bankensystems zu verhindern, griffen die europäischen Staaten den Banken mit Nothilfen in bislang beispielloser Höhe unter die Arme: Zwischen 2008 und 2011 flossen 1,6 Billionen Euro (13 % des BIP der EU) in Form von Garantien oder Direktzahlungen in den Bankensektor. 

Um die finanzielle Stabilität der EU zu wahren und die Lage auf den Staatsanleihemärkten des Euro-Raums zu entspannen, hat die EU darüber hinaus ein Sicherheitsnetz für Euro-Länder in Schwierigkeiten eingerichtet: Den europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM), der nun als weltweit größte internationale Finanzinstitution frühere befristete Instrumente ersetzt. Mit einer effektiven Darlehenskapazität von bis zu 500 Milliarden Euro ist der ESM tragendes Element der umfassenden EU-Strategie für mehr Finanzstabilität im Euro-Raum.

Weitere Informationen zur Finanz- und Wirtschaftskrise

Die Vorteile des Euro

Der Umstand, dass ein Großteil Europas den Euro als Währung verwendet, hat es der EU leichter gemacht, koordiniert auf die globale Kreditklemme zu reagieren. Außerdem ergab sich daraus ein stabileres Umfeld. Beispielsweise war die EZB in der Lage, die Zinssätze für den gesamten Euroraum zu senken – ansonsten hätten alle Länder eigene Sätze festgelegt. Die Banken finden nun in der gesamten EU die gleichen Bedingungen vor, wenn sie voneinander Geld leihen.

Die Vorteile des Euro, der von über 333 Millionen EU-Bürgerinnen und -Bürgern verwendet wird, liegen auf der Hand:

  • In der Eurozone braucht man auf Reisen oder bei grenzüberschreitenden Geschäften kein Geld mehr umzutauschen – das spart Zeit und Transaktionskosten.
  • Grenzüberschreitende Zahlungen sind günstiger oder gänzlich gebührenfrei.
  • Verbraucher und Unternehmen können Preise leichter vergleichen, was teure Anbieter zu Preissenkungen veranlasst.

Die Zugehörigkeit zum Euro-Raum trägt zur Preisstabilität bei. Die EZB gestaltet die Zinssätze derart, dass die mittelfristige Inflation in der Eurozone unter 2 % bleibt. Sie verwaltet auch die Devisenreserven der EU und kann auf den Devisenmärkten intervenieren, um den Wechselkurs des Euro zu beeinflussen.

Beitritt zum Euro-Raum

Die EU-Länder außerhalb des Euro-Raums sollten den Euro einführen, sobald ihre Volkswirtschaften dazu bereit sind. Die Länder, die in den Jahren 2004, 2007 und 2013 der EU beitraten, stellen schrittweise auf den Euro um. Dänemark und Großbritannien/Nordirland blieben im Rahmen eines besonderen politischen Übereinkommens außerhalb des Euro-Raums.

Um dem Euro-Raum beitreten zu können, muss der Wechselkurs der bisherigen Währung eines Landes zwei Jahre lang stabil gewesen sein. Darüber hinaus gelten strenge Kriterien in Bezug auf

  • Zinssätze
  • Haushaltsdefizit
  • Höhe der Staatsverschuldung
  • Inflationsrate 

Günstigere grenzüberschreitende Zahlungen

Die Europäische Zentralbank garantiert nicht nur die Preisstabilität, sondern stellt auch sicher, dass grenzüberschreitende Zahlungen in Euro für Banken und ihre Kunden so günstig wie möglich sind.

Für sehr hohe Summen nutzen die EZB und die nationalen Zentralbanken das Echtzeit-Zahlungsverkehrssystem TARGET2. Mit der Einführung des Dienstes TARGET2-Securities werden ab Juni 2015 auch Wertpapiergeschäfte in Europa grenzüberschreitend auf einer vom Eurosystem betriebenen einheitlichen Plattform abgewickelt. Die Wertpapierabrechnung wird dadurch sicherer und effizienter.

Die EZB und die Europäische Kommission arbeiten gemeinsam an der Schaffung eines einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraums (SEPA), um die Vorteile eines effizienteren und kostengünstigeren Zahlungsverkehrs mehr Menschen zugänglich zu machen. Letztendlich sollen alle Zahlungen in Euro – ob per Banküberweisung, Einzugsermächtigung oder Karte – gleich behandelt werden. Es wird dann nicht mehr darauf ankommen, ob eine Zahlung im Inland oder grenzüberschreitend vorgenommen wird. Die EU weitet die Vorteile derzeit auf Überweisungen und Lastschriften aus.

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Wirtschafts- und Währungsunion und der Euro

Manuskript aktualisiert im Juni 2014

Teil der Reihe „Die Europäische Union erklärt“


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