Weniger Armut in diesem Jahrtausend!
Das vorrangige Gesamtziel der EU-Entwicklungspolitik ist die nachhaltige Beseitigung der Armut. Kernelemente dieser Politik sind die acht Millenium-Entwicklungsziele der Vereinten Nationen. Angestrebt wird unter anderem, extreme Armut um die Hälfte zu reduzieren, die Verbreitung von HIV/AIDS einzudämmen und Grundbildung für alle zu gewährleisten. Die Ziele wurden im Jahr 2000 von führenden Politikern festgelegt und sollen bis 2015 erreicht werden.
Die EU hat die Mitgliedstaaten aufgefordert, finanzielle Ziele für die Entwicklungshilfe festzulegen und so ihre Bereitschaft zur Verwirklichung der Milleniumsziele zu bekräftigen. In einem Fortschrittsbericht aus dem Jahr 2005 heißt es, dass zwar alle EU-Länder finanzielle Beiträge geleistet haben, aber noch mehr Mittel benötigt würden.
Zwischen 2000 und 2005 wurden 120 Millionen Menschen aus ihrer Armutslage befreit, und die Halbierung der Armutsquote bis 2015 macht planmäßige Fortschritte. Andere Ziele werden hingegen bis 2015 nicht erreicht werden, darunter die Verringerung der Kinder- und Müttersterblichkeit und der Zugang zu Trinkwasser.
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Die EU und die Millenniumsentwicklungsziele
Mehr Mittel
2010 belief sich die von der EU geleistete Entwicklungshilfe auf insgesamt 53,8 Milliarden Euro (4,5 Milliarden Euro mehr als 2009).
Drei der fünf weltweit größten Geber sind EU-Mitglieder, und vier davon verwenden bereits mehr 0,7 % ihres Bruttoinlandsprodukts für die Entwicklungshilfe. EU-weit beträgt der Anteil jedoch lediglich 0,43 % – um die Zielmarke von 0,7 % bis 2015 zu erreichen, ist also noch eine erhebliche gemeinsame Anstrengung notwendig.

Eine Frau aus Gujarat (Indien) bei der Arbeit
Mit wenig viel bewirken
Im Laufe der Jahre hat die EU Tausende von Entwicklungsprojekten in der ganzen Welt finanziert. Relativ kleine Beträge können oft Berge versetzen. Einige Beispiele für erfolgreiche Projekte aus der jüngsten Zeit:
- 250 Frauen im indischen Staat Gujarat erhielten Unterstützung für den Export von handwerklichen Erzeugnissen nach Europa, Nordamerika und Japan.
- Einem einheimischen Betrieb in Belize wurde bei der Umstellung auf nachhaltige Holzgewinnungs- und Forstwirtschaftstechniken geholfen.
- In Zentral-Kamerun wurden Bauern bei der Diversifizierung ihrer Agrarerzeugung betreut.
- In Uganda wurden Schulungen für Kleinbetriebe organisiert, so dass die Kosten der Nutzung grundlegender Unterstützungsdienste für Unternehmen geteilt werden konnten.
EU-Fallstudien zur Entwicklung
Die Eigenverantwortung stärken
Ziel der EU-Entwicklungspolitik ist es, benachteiligten Menschen in den Entwicklungsländern dabei zu helfen, ihre Entwicklung selbst in die Hand zu nehmen. Das bedeutet konkret:
- Beseitigung der Ursachen ihrer Not – z. B. Mangel an Nahrungsmitteln und sauberem Wasser, unzureichender Zugang zu Bildung, Gesundheitsversorgung, Beschäftigung, Land und sozialen Diensten, mangelnde Infrastruktur und eine gesundheitswidrige Umwelt;
- Krankheitsbekämpfung und Versorgung mit kostengünstigen Arzneimitteln zur Eindämmung von Seuchen wie HIV/AIDS.
- Abbau der Schuldenlast der Entwicklungsländer, da für den Schuldendienst knappe Mittel von lebensnotwendigen öffentlichen Investitionen abgezweigt werden und wieder wohlhabenden Darlehensgebern in Industrieländern zufließen;
- Förderung von Selbsthilfe- und Armutsbekämpfungsstrategien, die es den Entwicklungsländern ermöglichen, den Demokratisierungsprozess zu konsolidieren, Sozialprogramme auszuweiten, die Institutionen zu stärken, die Kapazitäten des privaten und des öffentlichen Sektors auszubauen sowie die Achtung der Menschenrechte einschließlich der Gleichberechtigung von Männern und Frauen zu gewährleisten.