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Über die Hälfte der Gelder für arme Länder kommen von der EU und ihren Mitgliedstaaten. Somit ist sie weltweit der größte Geber.
Allerdings beinhaltet Entwicklungspolitik mehr als lediglich die Bereitstellung von sauberem Wasser und befestigten Straßen, so wichtig dies ist. Die EU fördert die Entwicklung auch über den Handel, indem sie ihre Märkte für Ausfuhren aus Entwicklungsländern öffnet und diese ermutigt, den Handel untereinander zu verstärken.
Die EU hat im Jahr 2011 insgesamt 53 Milliarden Euro an Entwicklungshilfe geleistet. Die Mittel stammten aus den EU-Fonds und aus den nationalen Haushalten der EU-Länder.
Dies entspricht 0,42 % des Bruttonationaleinkommens (BNE) aller EU-Länder zusammengenommen, womit die EU weltweit der größte Geber von Entwicklungshilfe ist. Allerdings sind weitere gemeinsame Anstrengungen notwendig, um das vom Europäischen Rat für 2015 gesetzte Ziel von 0,7 % des BNE zu erreichen.
Das vorrangige Ziel der EU-Entwicklungspolitik ist die nachhaltige Beseitigung der Armut. Die führenden Politiker der Welt haben daher im Jahr 2000 acht Millenniumsentwicklungsziele vereinbart, die bis 2015 erreicht werden sollen. Angestrebt wird unter anderem, extreme Armut um die Hälfte zu reduzieren, die Verbreitung von HIV/AIDS einzudämmen und Grundbildung für alle zu gewährleisten.
Die Anzahl der Menschen in extremer Armut ist seit 1990 um 600 Millionen zurückgegangen. Bei den anderen Millenniumsentwicklungszielen sind die Fortschritte weniger vielversprechend. Am schwierigsten wird es sein, bis 2015 die Sterblichkeit von Müttern und Kindern unter der Geburt zu reduzieren und ausreichend Trinkwasser bereitzustellen. Die EU hat daher im Jahr 2011 eine Millarde Euro an zusätzlichen Mitteln für die Erreichung der Ziele bereitgestellt, bei denen in 79 Ländern in Afrika, dem karibischen Raum und dem pazifischen Ozean besonders zögerliche Fortschritte zu verzeichnen waren.
Der EU-Kommissar für Entwicklung Andris Piebalgs ist Mitglied einer hochrangigen Gruppe der Vereinten Nationen unter Leitung des VN-Generalsekretärs Ban Ki-moon und wird sich in diesem Zusammenhang mit der künftigen Ausrichtung der globalen Entwicklungsagenda nach 2015 beschäftigen.
Die Agenda für den Wandel
ist das neue Konzept für die EU-Entwicklungspolitik. Sie wurde von den zuständigen Ministern 2012 gutgeheißen. Die Welt ändert sich: Die Entwicklungsländer stehen vor neuen Herausforderungen und neue Geber sind bereit, ihnen dabei zur Seite zu stehen. Die Agenda trägt diesem Wandel Rechnung und verfolgt einen neuen entwicklungspolitischen Ansatz.
Die Hilfe soll strategischer, gezielter und ergebnisorientierter werden und ist an zwei Schwerpunkten ausgerichtet:

Dank des EU-Ernährungssicherungsprogramms können Menschen in Aweil (Sudan) Reis anbauen
Die Hilfe wird in drei Bereichen zur Verfügung gestellt:
Es geht vor allem darum, die Wirksamkeit der Hilfe zu erhöhen, innovative Wege für die Bereitstellung der Mittel zu finden (beispielsweise über Darlehen/Zuschüsse) und sicherzustellen, dass sich alle EU-Politikbereiche – Klimawandel, Landwirtschaft oder Handel – an einheitlichen Entwicklungszielen ausrichten.
Die EU unterstützt seit vielen Jahren zahlreiche Länder in ihren Bemühungen, Wege aus der Armut zu finden und ihren Bürgerinnen und Bürgern eine bessere Zukunft zu bieten. Dieses Engagement ist meistens langfristig. Einige Beispiele für erfolgreiche Projekte aus der jüngsten Zeit:
EU-Fallstudien im Bereich Entwicklung
Ziel der EU-Entwicklungspolitik ist es, benachteiligten Menschen in den Entwicklungsländern dabei zu helfen, ihre Entwicklung selbstbestimmt voranzutreiben. Das bedeutet konkret: