Entwicklung und Zusammenarbeit


Die EU und ihre Mitgliedstaaten leisten als weltweit größter Geber über die Hälfte der gesamten Entwicklungshilfe. Der Großteil dieser Hilfen geht an Länder mit geringem Einkommen und an die am wenigsten entwickelten Länder.

Investitionen in unsere gemeinsame Zukunft

Die EU hat im Jahr 2013 insgesamt 56,2 Milliarden Euro an Entwicklungshilfe geleistet. Die Mittel stammten aus den EU-Fonds und aus den nationalen Haushalten der EU-Länder.

Dies entspricht 0,43 % des Bruttonationaleinkommens (BNE) der EU. Die EU-Mitgliedstaaten haben sich zum Ziel gesetzt, diesen Anteil bis 2015 auf 0,7% des BNE zu erhöhen.

Weniger Armut in diesem Jahrtausend

Das vorrangige Ziel der EU-Entwicklungspolitik ist die nachhaltige Beseitigung der Armut. Dabei orientiert sie sich an den acht Millenniumsentwicklungszielen der Vereinten Nationen aus dem Jahr 2000, die bis 2015 verwirklicht werden sollen. Angestrebt wird unter anderem, extreme Armut um die Hälfte zu reduzieren, die Verbreitung von HIV/AIDS einzudämmen und Grundbildung für alle zu gewährleisten.

Diese Landwirtin diversifiziert ihr Einkommen, indem sie Sonnenblumen anpflanzt

Diese Landwirtin diversifiziert ihr Einkommen, indem sie Sonnenblumen anpflanzt

Die Anzahl der Menschen in extremer Armut ist seit 1990 um 600 Millionen zurückgegangen. Bei den anderen Millenniumsentwicklungszielen sind die Fortschritte weniger vielversprechend. Es erweist sich als besonders schwierig, die Sterblichkeit von Müttern und Kindern bei der Geburt zu reduzieren und ausreichend sauberes Trinkwasser bereitzustellen. Die EU hat zusätzliche Hilfen in Höhe von einer Milliarde Euro zugesagt, die in 79 Staaten in Afrika, im karibischen Raum und im Pazifischen Ozean zur Verwirklichung der Ziele eingesetzt werden sollen, bei denen bislang die geringsten Fortschritte gemacht wurden.

Nach 2015

Die derzeitigen Millenniumsziele laufen aus und sollen 2015 durch einen neuen Aktionsrahmen ersetzt werden. Im Juni 2014 hat die Europäische Kommission eine Mitteilung veröffentlicht: „Ein menschenwürdiges Leben für alle: vom Zukunftsbild zu kollektiven Maßnahmen English“. Darin stellt sie Maßnahmen zur Bekämpfung von Armut und zur Förderung einer nachhaltigen Entwicklung vor und weist auf die Notwendigkeit einer neuen weltweiten Partnerschaft hin.

Hilfe zur Selbsthilfe

Die EU unterstützt seit vielen Jahren zahlreiche Länder in ihren Bemühungen, Wege aus der Armut zu finden und ihren Bürgerinnen und Bürgern eine bessere Zukunft zu bieten. Dabei handelt es sich oft um einen langfristigen Prozess.

Beispiel aus Bolivien

Bessere Hygieneund medizinische Grundversorgungdurch bessere Infrastruktur

Dieses EU-Projekt wurde ins Leben gerufen, um die Wasserversorgung und Abwasserentsorgung in den bolivianischen Städten Potosí und Tarija zu verbessern. Insgesamt wurden 39 Wasserversorgungssysteme und 11 Abwassersysteme installiert, darunter 8 Anlagen zur Abwasseraufbereitung.

60 000 Haushalte wurden mit Wasserzählern ausgestattet und weitere 31 000 sind nun an die Kanalisation angeschlossen. Die Maßnahmen kamen insgesamt 76 000 Menschen zugute, die durch einen besseren Zugang zu Trinkwasser und Abwasserentsorgung unmittelbar davon profitieren.

Selbstbestimmte Zukunft

Ziel der EU-Entwicklungspolitik ist es, benachteiligten Menschen in den Entwicklungsländern dabei zu helfen, ihre Entwicklung selbstbestimmt voranzutreiben. Das bedeutet:

  • Beseitigung der Ursachen ihrer Not – z. B. Mangel an Nahrungsmitteln und sauberem Wasser, unzureichender Zugang zu Bildung, Gesundheitsversorgung, Beschäftigung, Land und sozialen Diensten, mangelnde Infrastruktur und gesundheitsschädigende Umweltfaktoren
  • Krankheitsbekämpfung und Versorgung mit kostengünstigen Arzneimitteln zur Eindämmung von Seuchen wie HIV/Aids
  • Abbau der Schuldenlast, sodass mehr Geld für wichtige öffentliche Investitionen bleibt, das sonst als Zinszahlung an reiche Gläubiger in den Industrieländern geflossen wäre.
  • Hilfe zur Selbsthilfe und Förderung von Strategien zur Armutsbekämpfung
  • Förderung der Demokratisierung
  • Stärkung der Menschenrechte, insbesondere der Gleichstellung von Männern und Frauen
  • Schaffung der Voraussetzungen für ein stabileres wirtschaftliches Umfeld, in dem Unternehmen wachsen und Arbeitsplätze geschaffen werden können
Beispiele aus Afrika

Projekte gegen weibliche Genitalverstümmelung

Millionen Mädchen und Frauen in der ganzen Welt sind noch immer von Genitalverstümmelung bedroht, insbesondere in den Entwicklungsländern. Allerdings wurden bereits Fortschritte erzielt, beispielsweise dank eines EU-Projekts mit UNICEF im Senegal. Dort gaben innerhalb von weniger als zehn Jahren 5 300 Gemeinschaften diese Praxis auf. Dadurch kann der Senegal voraussichtlich 2015 als erstes Land die vollständige Abschaffung der Genitalverstümmelung bekanntgeben.

Das Projekt ist Teil einer Initiative, mit deren Hilfe tausende Mädchen vor Genitalverstümmelung gerettet werden konnten. Sie läuft in fünf afrikanischen Ländern: Ägypten, Äthiopien, Eritrea, Senegal und Sudan.

Seitenanfang

Entwicklung durch Zusammenarbeit

Letzte Aktualisierung: November 2014

Teil der Reihe „Die Europäische Union erklärt“


Seitenanfang



In Verbindung bleiben

Facebook

  • Europäische EntwicklungstageEnglish (en)

Twitter

  • EuropeAid English (en)

Seitenanfang

KONTAKT

Allgemeine Informationsanfragen

Rufen Sie uns unter der Rufnummer
00 800 6 7 8 9 10 11 Angebotene Dienstleistungen

Senden Sie uns Ihre Fragen

Kontakt zu und Besuche bei den Institutionen, Pressekontakt

Feedback

Haben Sie die gesuchten Informationen gefunden?

JaNein

Wonach haben Sie gesucht?

Haben Sie Vorschläge?