Audiovisuelles und Medien


Wie auch andere Waren und Dienstleistungen unterliegen audiovisuelle Medien – Film, Fernsehen, Video, Radio – bestimmten EU-weit geltenden Regeln, die gewährleisten, dass sie im europäischen Binnenmarkt unabhängig vom Übertragungsweg (herkömmliches Fernsehen, Video auf Abruf, Internet usw.) zu einheitlich fairen Bedingungen freizirkulieren können.

Dies ist das Ziel der EU-Politik im Bereich Audiovisuelles und Medien English und insbesondere der Richtlinie über audiovisuelle Mediendienste English. Außerdem investiert die EU über ihr Programm Kreatives Europa English (en) ungefähr 1,4 Milliarden Euro in die Film- und Kulturbranche.

Grundregeln

Kind beim Fernsehen © Shutterstock

EU-Vorschriften schützen Kinder vor schädlichen Inhalten.

Zielvorgaben

Nach der Richtlinie über audiovisuelle Mediendienste müssen die EU-Staaten ihre Gesetzgebung untereinander abstimmen, um auf folgende Ziele hinzuwirken:

  • vergleichbare Bedingungen für neue audiovisuelle Medien in allen Ländern
  • Schutz von Kindern und Verbrauchern
  • Sicherung von Medienpluralismus English
  • Bekämpfung von Rassismus und religiösem Hass
  • Bewahrung des kulturellen Erbes
  • Gewährleistung der Unabhängigkeit nationaler Medienaufsichtsbehörden.

Methoden

Alle Länder sollten Mindeststandards in folgenden Bereichen einhalten:

  • Werbung und Verkaufsförderung – grundlegende Vorschriften und Sonderregeln für bestimmte Produkte (z. B. Alkohol, Tabak und Arzneimittel) mit einer zeitlichen Obergrenze von 12 Minuten Werbung pro Stunde;
  • Großereignisse wie Olympische Spiele oder Fußballweltmeisterschaften müssen einem breiten Publikum (d. h. nicht nur auf Bezahlsendern) zugänglich sein.
  • Jugendschutz – der Zugang Jugendlicher zu Sendungen mit Gewaltdarstellung oder pornographischen Inhalten muss durch späte Ausstrahlung oder Systeme zur elterlichen Kontrolle beschränkt werden.
  • Förderung europäischer Filme und audiovisueller Inhalte – mindestens die Hälfte der Sendezeit ist für europäische Filme und Fernsehprogramme zu reservieren. Abrufdienste sollten ebenfalls zur Förderung europäischer Werke beitragen.
  • Personen mit Behinderungen – Medienunternehmen sind aufgerufen, ihre Produktionen für Seh- und Hörgeschädigte zugänglich zu machen.

Die Kommission hat 2013 im Rahmen einer Konsultation auch die Auswirkungen der Konvergenz von herkömmlichem Fernsehen und Internet English untersucht.

Förderung europäischer Inhalte

Die Richtlinie über audiovisuelle Mediendienste English fördert die kulturelle Vielfalt durch die Unterstützung der Produktion und Verbreitung von Filmen und anderen audiovisuellen Inhalten europäischen Ursprungs:

  • Die Fernsehsender sind gehalten, mindestens die Hälfte ihrer Sendezeit für europäische Filme und Programme (ohne Nachrichten- und Sportsendungen, Spielshows, Werbung, Teletext und Teleshopping) zu reservieren.
  • Abrufdienste sollten ebenfalls zur Förderung europäischer Werke beitragen: Die EU-Länder können in den Abrufkatalogen einen bestimmten Anteil für europäische Inhalte reservieren oder anderweitig gewährleisten, dass diese Inhalte in den Katalogen deutlich sichtbar erscheinen. Daneben können sie von den Anbietern von Filmabrufdiensten einen finanziellen Beitrag zur Produktion und/oder zum Erwerb solcher Werke verlangen.

Auf internationaler Ebene gehört die EU zu den Unterzeichnern des UNESCO-Übereinkommens über den Schutz und die Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen. Sie hat eine Ausnahme von den WTO-Freihandelsvorschriften (die „Kulturausnahme“) erwirkt, dank der die EU-Länder die Einfuhr von Kulturgütern wie Filmen begrenzen können.

Öffentlich-rechtlicher Rundfunk

Die EU-Länder bekennen sich zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk: Im Vertrag von Amsterdam aus dem Jahr 1999 wird dessen Rolle im Hinblick auf die vom Markt nicht gedeckten demokratischen, sozialen und kulturellen Bedürfnisse anerkannt, die auch verhindert, dass einzelne große Akteure die audiovisuellen Medien beherrschen.

Aus diesem Grund sind staatliche Zuschüsse an die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten von den strengen Regeln der EU für staatliche Beihilfen ausgenommen, sofern die Finanzmittel zur Verwirklichung öffentlich-rechtlicher Ziele eingesetzt werden und nicht zu einer unbilligen Benachteiligung der privaten Rundfunkanbieter führen.

Programm „Kreatives Europa“

Während seiner siebenjährigen Laufzeit fördert das Programm „Kreatives Europa“ English (en) die Kultur-und Kreativbranche in Europa durch Bereitstellung von Finanzmitteln für mindestens

  • 250 000 Künstler und Kulturschaffende
  • 2 000 Kinos
  • 800 Filme
  • 4 500 Übersetzungen von Büchern.

Außerdem sieht das Programm eine neue Bürgschaftsregelung vor, die Bankdarlehen von bis zu 750 Millionen Euro für Kleinunternehmen in diesem Bereich ermöglicht.

Filmstudio © Shutterstock

Die EU unterstützt europäische Filmemacher.

Ziele des Programms

  • Wahrung und Förderung der kulturellen und sprachlichen Vielfalt Europas und seines kulturellen Reichtums
  • Förderung der wirtschaftlichen Entwicklung
  • Unterstützung der Kunst- und Kreativbranche bei der Anpassung an das digitale Zeitalter und die Globalisierung
  • Erschließung neuer internationaler Chancen, Märkte und Publikumskreise.

Filmerbe

Die EU hält ihre Mitgliedstaaten zur Mitarbeit bei der Bewahrung und dem Schutz wichtiger Werke von kultureller Bedeutung an, wozu auch das Kino zählt. Zu diesem Zweck hat sie eine Empfehlung abgegeben, in der sie dazu aufruft, das Filmerbe Europas English systematisch zu erfassen, zu katalogisieren, zu bewahren und zu restaurieren, damit es an künftige Generationen weitergegeben werden kann.

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