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Landwirtschaft


Die gemeinsame EU-Agrarpolitik dient vielen Zwecken: Sie unterstützt die Landwirte nicht nur bei der Lebensmittelerzeugung, sondern auch beim Schutz der Umwelt, bei der Verbesserung des Tierschutzes und der Erhaltung lebensfähiger Gemeinschaften im ländlichen Raum.

Klasse statt Masse – und zwar nachhaltig!

Parmesan-Käse © Van Parys Media

Echter Parmesan-Käse ist mit einem EU-Gütesiegel versehen.

Die EU-Agrarpolitik durchlief seit den 1960er Jahren einen erheblichen Wandel, um so die Landwirte bei der Bewältigung neuer Herausforderungen zu unterstützen. Ihr Schwerpunkt liegt heute darauf,

  • den Landwirten die Erzeugung ausreichender, sicherer und hochwertiger Lebensmittel (Getreide, Fleisch, Milchprodukte, Obst, Gemüse, Wein usw.) für die europäischen Verbraucher, einen Beitrag zur Diversifizierung der ländlichen Wirtschaft sowie möglichst hohe Standards im Umweltschutz und im Tierschutz zu ermöglichen;
  • die Verbraucher durch freiwillige EU-Gütesiegel bei fundierten Entscheidungen über ihre Lebensmittel zu unterstützen. Diese Kennzeichen, die Angaben über den geografischen Ursprung, traditionelle Zutaten oder Verfahren einschließlich biologischer Anbaumethoden enthalten, tragen auch dazu bei, dass sich landwirtschaftliche Erzeugnisse aus der EU im weltweiten Wettbewerb durchsetzen können;
  • Impulse für die Innovation in der Landwirtschaft und bei der Nahrungsmittelverarbeitung zu geben. Dies wurde durch EU-Forschungsprojekte möglich, die eine Steigerung der Produktivität und eine Verminderung der Umweltfolgen bewirkt haben, beispielsweise durch Verwendung von pflanzlichen Nebenerzeugnissen und Abfallerzeugnissen für die Energiegewinnung;
  • faire Handelsbeziehungen zu Entwicklungsländern zu fördern. Dazu setzte die EU ihre Ausfuhrsubventionen für landwirtschaftliche Produkte aus und erleichterte den Entwicklungsländern die Ausfuhr ihrer Erzeugnisse in die EU.
Markt © Bilderbox

Große Auswahl zu fairen Preisen sichern: ein Grundsatz der EU-Agrarpolitik.

Aufgaben der Zukunft

Bis 2050 ist angesichts des erwarteten Bevölkerungswachstums und der mit zunehmendem Wohlstand steigenden Nachfrage nach Fleisch eine Verdoppelung der weltweiten Lebensmittelproduktion notwendig. Gleichzeitig muss aber auch den Auswirkungen des Klimawandels (Verlust der Biodiversität, Auszehrung des Bodens und Verschlechterung der Wasserqualität) entgegengewirkt werden.

Um diesen Herausforderungen zu begegnen und den Wünschen der europäischen Bürgerinnen und Bürger zu entsprechen, hat die EU ihre Agrarpolitik mit den Reformen des Jahres 2013 stärker auf folgende Ziele ausgerichtet:

  • ökologischere Anbaumethoden,
  • Innovation, Forschung und Wissensverbreitung,
  • ein gerechteres Fördersystem für Landwirte,
  • Stärkung der Stellung der Landwirte in der Lebensmittelkette.

Ein erheblicher Posten im EU-Haushalt

Die Landwirtschaft ist eines der Politikfelder, auf dem die EU-Länder die vollständige Zusammenlegung der Zuständigkeiten – und eines großen Teils der gemeinsamen Finanzmittel – vereinbart haben. Das bedeutet, dass das Geld, das sonst die einzelnen Staaten für die Landwirtschaft ausgeben würden, von der EU verwaltet wird. 

Dies soll eine zuverlässige Versorgung mit sicheren Nahrungsmitteln in allen EU-Ländern gewährleisten. Gleichzeitig erhalten die Landwirte Hilfe bei der Modernisierung ihrer Betriebe und bei der Bewältigung von Herausforderungen wie ungünstigen klimatischen Bedingungen und Marktkrisen.

Dabei ist der Anteil der Agrarausgaben im EU-Haushalt drastisch zurückgegangen – von einem Rekordhoch von nahezu 70 % in den siebziger Jahren auf heute rund 40 %. Gründe hierfür sind einerseits die Erweiterung des Tätigkeitsbereichs der EU und andererseits Kosteneinsparungen infolge von Reformen. Seit 2004 hat die EU dreizehn neue Mitgliedstaaten aufgenommen, ohne die Agrarausgaben zu erhöhen.

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Manuskript aktualisiert im November 2014

Teil der Reihe „Die Europäische Union erklärt“


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